Renate Hartwig

Stolpersteine zwischen Arzt und Kassenpatient

Stolpersteine gibt es im Gesundheitssystem jede Menge! Die Frage ist wie gehen wir damit um? Genau mit dieser Frage werde ich mich die nächste Zeit in meinem Blog beschäftigen. Als ich 2007 anfing mich mit dem Thema auseinanderzusetzen (siehe: http://www.patient-informiert-sich.de/aktuelle_meldungen/details.php?msgid=420&msgtyp=) dachte ich tatsächlich, zwischen den Interessenlagen von Arzt und Patient, geht nicht einmal ein dünnes Blatt Papier. Einer der vielen Irrtümer, denen ich aufgelaufen bin und die sich in den letzten Jahren massiv durch Recherchen und Beweise verfestigten.
Als Kassenpatient geht man davon aus, der Arzt/die Ärztin ist sich bewusst, was für sie/ihn ein Antrag für eine Kassenzulassung bedeutet! Der Patient kennt die Berufspolitik der Ärzte nicht! Es kommt zum Arzt und wird durch seine Kassenmitgliedschaft behandelt. Diese ist festgeschrieben im Sozialgesetzbuch V als WANZ Medizin. Das ist die Abkürzung für wirtschaftlich ausreichend notwendig und zweckmäßig! Es ist eine Festlegung, dehnbar wie Gummi! Es kommt jeweils auf den Arzt an, was er/sie damit umsetzt! Im Umkehrschluss, kann die WANZ Medizin auch vonseiten der Kassen gegen Arzt und Patient eingesetzt werden! z.B. Medikament ist nicht NOTWENDIG, Hilfsmittel ist nicht ZWECKMÄSSIG, Behandlung ist AUSREICHEND usw. Abgerechnet wird über ein Zahlungssystem, dass zwischen Ärzten und Kassenvertretern ausgehandelt wird. Einfluss auf die Bezahlungsmodalitäten hat kein Kassenpatient! Nehmen wir Herrn Mustermann: Als Arbeitnehmer ist er zur Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse verpflichtet. Er bekommt eine Versichertenkarte, die vom behandelnden Arzt/Ärztin eingelesen wird. Die daraus folgende Abrechnung für die Behandlung, kennen Kassenpatienten nicht! Sie haben weder die völlig absurden Abrechnungsmodalitäten ausgedacht, noch haben sie darüber ein Mitspracherecht. Kassenpatienten baden nur aus, was an diesem völlig undurchschaubaren, verbürokratisierten System schief lauft! Und welche Auswirkungen dies auf Ärzte, Patienten und die gesamte Gesellschaft hat, muss breit, anhand von Beispielen, thematisiert werden.

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Reisende soll man nicht aufhalten!

Nun ist es soweit. Auch der ehemalige Gesundheitsminister Bahr hat nach ein paar Monaten, nachdem die Wähler ihm gekündigt haben,einen neuen Job!
Er wurde als Berater und Gesundheitsökonom von der Obama – Administration angeheuert! Bei Bahr bin ich aber geneigt nachzudenken wer auf die Idee kam,
gerade ihn (einen PIP – Politiker im Praktikum) als Berater für Obama anzudocken?
Vielleicht Frau Sophie Schlette? Immerhin gut vernetzt auf der Lohnliste von Bertelsmann an das BGM angedockt damals als Ulla Schmidt Beraterin –
zuständig für die Auslandsreisen von Ulla und sämtlichen gesundheitspolitischen Sprechern ALLER Fraktionen in die USA zu Kaiser Permanete.
http://www.welt.de/wirtschaft/article1048804/Was-Ulla-Schmidt-von-den-USA-lernen-kann.html
Dazu kommt der große Auftritt des Kaiser Konzerns in Berlin unter den Linden – Veranstalter Bertelsmann – bei dem die amerikanische integrierte Versorgung
vorgestellt und forciert wurde.
http://www.hpm.org/de/Veranstaltungen/HPM_Events/Expertendialog_mit_Kaiser_Permanente.html

Seit damals behaupte ich es gibt sie, die Blaupause in der Schublade, wie dieses amerikanische System hier forciert werden kann!

Vielleicht verändert und über Selektivverträge ( Haus-und Facharztverträge) Schrittweise umsetzbar!

http://www.patient-informiert-sich.de/aktuelle_meldungen/archiv_details.php?msgid=365

Bei Kaiser gibt es nur Kaiser abhängige angestellte Ärzte, die auf Weisung nach Gewinn und Verlust für den Konzern Medizin betreiben!

Nachdem nun Frau Schlette direkt vom BGM nach Ullas Weggang in USA auch bei Kaiser Permanente tätig wurde, bin ich echt gespannt

auf welcher Gehaltsliste Bahr ab Juli nach seiner Rückkehr steht! Oder wen er wie ab Juli berät!?

Vielleicht ist das Freihandelsabkommen mit den USA bis dahin ja durch, damit wäre die von mir bezeichnete Blaupause sogar gerichtlich einklagbar!

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Korruption

Nach der Devise “Nichts ist so alt wie eine Zeitung von gestern” versickert leider immer wieder nachgewiesene Selbstbedienung innerhalb der Krankenkassen. So wurde bereits am 2. April 2005 öffentlich bekannt, wie sich Kassenchefs bedienen. Interessant sind natürlich dann auch Äußerungen von Politikern.”Da ist offenbar das Augenmaß im Umgang mit Versichertengeldern verloren gegangen”,sagte Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) nachdem die Vorstandschefin der AOK Niedersachsen entlassen wurde! Mit dieser lässigen Haltung zum Thema Selbstbedienung, hat Frau von der Leyen vielleicht doch gute Chancen, auf den Sessel im Gesundheitsministerium Platz zu nehmen, wie im Moment spekuliert wird!

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Die wichtigsten Mythen im Vergleich zur Realität

Die Gesundheitsausgaben explodieren keineswegs. Ihr Anteil am Umfang der deutschen Volkswirtschaft müsste sonst deutlich steigen. Vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) – das ist der in Geld ausgedrückte Wert aller im Inland verkauften Güter und erbrachten Dienstleistungen – haben die Ausgaben der Krankenkassen 1999 rund 6,5 Prozent betragen, 2008 waren es 6,4 Prozent und 2009 knapp 7,1 Prozent. Der letzte Anstieg um fast 0,7 Prozent geht auf den Einbruch des Bruttoinlandsprodukts durch die Finanz- und Wirtschaftskrise zurück. Erstmals in der Nachkriegsgeschichte ist das BIP gesunken. Es erholt sich aber viel rascher als Wirtschaftswissenschaftler prognostiziert haben. Die alternde Gesellschaft führt nicht zu total ausufernden Gesundheitskosten. Menschen werden zwar älter, doch sie bleiben auch länger gesund. Richtig teuer sind in der Tendenz die letzten anderthalb Jahre des Lebens. Wer vor dem Rentenalter schwer erkrankt, belastet die Solidargemeinschaft stärker als danach. Das Problem unserer Gesellschaft liegt vor allem darin, dass sie zu wenig Nachwuchs zeugt. Weniger gesunde Arbeitnehmer müssen daher mit ihren Beiträgen mehr Kranke finanzieren. Die Einnahmebasis des Systems wird letztlich zu schmal. Die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse – Leiharbeit, Zeitarbeit, geringfügige Beschäftigung – verschärft diese Situation erheblich. Die Lohnnebenkosten betragen für ein Unternehmen mehr als 40 Prozent der gesamten Arbeitskosten. Der Arbeitgeberbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung macht an diesen Aufwendungen unter 5 Prozent aus. Als Wettbewerbsnachteil für deutsche Unternehmen wirkt sich dies nicht aus. Seit 2001 gehört die Bundesrepublik zu den EU-Staaten mit der geringsten Steigerung der Arbeitskosten.

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Nach der Wahl – reden wir mal offen vom Geld an die Bundestagspolitiker!

Die Regierungsmitglieder, der Bundespräsident, genau wie die Bundestagsabgeordneten erhalten ab Januar deutlich mehr Geld. Das bedeutet Mehrkosten in Millionenhöhe.

Die Bezahlungsmodalitäten unserer PolitikerInnen sind leider viel zu unbekannt. Durch diese wird aber so manche Entscheidung einzelner PolitikerInnen und deren Partei entlarvt. Und nur durch diese Informationen können wir erkennen, um was es vorrangig in dieser Politszene geht: um Macht und vor allem um Geld auf das eigene Konto. Denn in einem sind sich die Politiker schnell einig, wenn es um ihre eigenen Diäten geht!

Als Bürgergesellschaft sollten wir dringend dazu übergehen, solche Informationen weiter zu geben. Vielleicht gelinkt uns dann die längst überfällige Situation, uns massiv einzumischen!

Nehmen wir als aktuelles Beispiel den tränenreichen Abschied der Grünen Chefin Claudia Roth aus der Vorstandschaft. Die nach außen getragene Erklärung für diesen Schritt lautet: Sie übernehme damit auch die Verantwortung für den Wahlausgang. So wird das gemeine Fußvolk emotional in die Richtung – “wir haben es denen da oben gezeigt, dass es so nicht geht” – desinformiert. Dieses Handeln der “Verantwortung übernehmen” hat aber einen sehr persönlichen Hintergrund. Denn Claudia Roth hat unmittelbar nach dem Wahltag ihre Kandidatur zur Bundestagsvizepräsidentin angemeldet!! Heißt in € – die Abgeordnetendiät beträgt monatlich € 8252.–plus Bürokostenpauschale – der nun in Grünen Insiderkreisen bereits akzeptierte Wechsel zur Bundestagsvizepräsidentin – würde Roth pro Monat mit € 12 400 plus Kostenpauschale von monatlich € 4123 also nach Adam Riese monatlich € 16 523 honoriert werden. Dazu kommt ein eigenes Büro plus Mitarbeiter und Dienstwagen mit Chauffeur. Selbstverständlich wird dies alles von uns Steuerzahlern finanziert!!! Nicht zu vergessen: Jede im Bundestag vertretene Partei hat eine solche Position im Bundestagspräsidium inne!

Für die CDU ist wieder Lammert als Bundestagspräsident gesetzt, der zu seinem Amtsgehalt auch noch eine zusätzliche Diät erhält! Für die CSU soll Singhammer, bei den Linken Petra Pau und in der SPD Ulla Schmidt in das Bundestagspräsidium. Ich denke das der Job im Präsidium für Ulla Schmidt ein Danke ist, für ihre ehemalige achtjährige Lobbypolitik als Gesundheitsministerin!

Diese Fakten anhand von einfachen Zahlen sollten die Grundlage sein, für eine längst überfällige Diskussion über die generelle Anzahl der Bundestagsabgeordneten plus deren Diätenpolitik und den immer größer werdenden Verwaltungswasserkopf! Schon deshalb, da ja die wirklichen Entscheider gar nicht im Bundestag sitzen, sondern in den Banken und Konzernen! Oder nach der Aussage von Seehofer: Diejenigen, die gewählt sind, haben nichts zu entscheiden, und diejenigen, die entscheiden sind nicht gewählt! Siehe hier!

Ergo: So gesehen ist der Bundestag nichts anderes als eine gute Bezahlstelle für Politiker!

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„Ratten nagen Rentner im Pflegeheim an!“

So lauten einige Schlagzeilen und mir fehlen einfach die Worte! Dabei sachlich bleiben fällt schwer.
Ich überlass jedem selbst, die Faktenlage zu verdauen! Ich kann da nicht mehr über die Gründe diskutieren, da möchte ich diejenigen, die hinstehen und „unser gutes System loben“ und solche Vorkommnisse als „Einzelfall“ deklarieren (wie z.B. die politischen Gesundheitsexperten in Berlin)einfach dazu verdonnern, für mindestens 4 Wochen als Reinigungskraft in einer solchen Einrichtung dafür zu sorgen, dass sich dort die Ratten nicht mehr wohl fühlen!Sieht es so vielleicht aus,dieses sozialverträgliche Frühableben im Alter, vor dem bereits 1998 gewarnt wurde!? Überlässt man die aus Alters-und Krankheitsgründen „Unproduktiven“ dem Gewinnstreben des Pflegemarktes?
Und bitte weshalb höre ich davon nichts in den Nachrichtensendungen?

Nachzulesen unter www.welt.de und www.focus.de.

Der MDK (Medizinische Dienst der Krankenkasse)vergab an dieses Heim die “Traum”-Note 1,2 “sehr gut”, siehe: pflegeheim-navigator.de.

Und die eigene Einschätzung des privaten Pflegeheims ist absolut makaber unbedingt lesen: www.am-sund.de.

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Mit Kreativität zu mehr Einnahmen

Wer demnächst (mit Sicherheit nach der neuen Regierungsbildung) von so manchen Aktionen der Kassen hört, deren Ziel es ist, die Einnahmen zu steigern, sollte sich nicht wundern, wenn bei diesem Unterfangen, so mach dubiose Art auftaucht! Denn diese Art von “Kreativität” ist weder ein Einzelfall noch neu! Bereits am 27. Juni 2009 meldete Spiegel online, dass der Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen AOK den milliardenschweren Gesundheitsfonds mit einem Trick zusätzlich anzapfen wollte.
Zum Beispiel: Zuschläge für besondere Krankheiten, ein zentrales Element der Gesundheitsreform – sollten nach Spiegel Informationen für das volle Kalenderjahr verrechnet werden. Und zwar auch dann, wenn der Versicherte nach wenigen Monaten verstorben ist. Was die AOK in Ihren Vorschlag an das Bundesversicherungsamt “annualisierende Ausgaben Verstorbener” nennt, heißt im Klartext: Für Tote soll es weiter Geld geben. Der AOK Bundesverband ging 2009 davon aus, dass mit der vorgeschlagenen Regel insgesamt mehr als 1 Milliarde € aus dem Gesundheitsfonds umverteilt würde. Nutznießer wären Krankenkassen mit überdurchschnittlich vielen älteren Versicherten, darunter fast alle AOK-Dependancen. Versicherer mit ihrer jüngeren Mitgliedern müssten nach dieser Regelung Einbußen verkraften!

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Krankenkassen und Beratung

Dem Billigboom in Sachen Hilfsmittel steht gegenüber: Rund 50 Millionen € an Mitgliedsbeiträgen hat der AOK Bundesverband allein zwischen 2000 und 2003 für Beraterverträge ausgegeben. Das Thema „Geldmaschine Kassenpatient ist seit Jahrzehnten allgegenwärtig! Nur wird es nicht realisiert und vor allem nicht genügen thematisiert! Leistung und Nutzen der Tätigkeiten hat das Bundesgesundheitsministerium selbst gegenüber dem Souverän in unserem Staat, dem Bundestag, zur “Geheimsache” erklärt.” Weitere Einzelheiten wollte der AOK Bundesverband nicht nennen, da dies… „nicht im Interesse der AOK Mitglieder sei.”

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Kassen – Kliniken – Kunden

Bei den Recherchen zu meinem Buch „Geldmaschine Kassenpatient“ war ich zwar auf einiges gefasst, doch immer wieder überrascht, mit welchen Riesenschritten der Gesundheitsmarkt agiert!
Hier ein Auszug aus einem Schreiben an mich, von einer Mitarbeiterin in einer Werbeagentur: “(…) bin beruflich vorbelastet, da ich mich leider nur mit Marketing für Kliniken befassen muss.
Aktuell geht es bei uns um das Thema “Zuweisermarketing” dass die privaten Kliniken bestens verstehen und längst umsetzen. Die “Kleinen” und die “Kommunalen“” hinken noch etwas hinterher.
Frau Hartwig, ich kann Ihnen nur bestätigen: Sie haben recht, es geht im Gesundheitswesen
Schon lange nicht mehr um Patienten im herkömmlichen Sinne. Die Klinikbetreiber wollen den Kunden, wollen seine Wertschöpfung und ihre eigene
Gewinnmaximierung (…)”!

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Leiharbeiter der besonderen Art auch in der Regierung!!!

Vor der neuen Legislaturperiode sollten wir unbedingt daran denken, wer sich bereits vor Jahren immer wieder in den Büros der Regierung herum getrieben hat. Hundert externe Mitarbeiter, die ganz oder teilweise von Unternehmen, Verbänden oder Gewerkschaften bezahlt wurden, arbeiteten im Bundesministerium und Bundeskanzleramt bereits zwischen 2002 und 2006! Dies räumte damals das Bundesinnenministerium aufgrund einer kleinen Anfrage ein. Es handelte sich dabei um Mitarbeiter der Krankenkassen und verschiedener großen Firmen: zum Beispiel Deutsche Bank, Siemens oder DaimlerChrysler, Eon, BP, EADS, Wintershal usw. Laut Bundesinnenministerium wurden diese Mitarbeiter” auf Verschwiegenheit über alle Angelegenheiten, die Ihnen bei der Tätigkeit in den obersten Bundesbehörden bekannt werden, verpflichtet“! Solch eine „kleine Anfrage“ sollte unbedingt in jedem Jahr – egal welche Regierung an der Macht ist – wiederholt werden!!!

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