Das Foyer

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Freunde und das Gesetz der Serie

Es heißt, wenn ein Gegenstand im Haus kaputt geht folgen ihm auf der Stelle mindestens zwei weitere. Ob es mit unserem Besuch zusammenhängt, dass just beim Eintreffen unserer Freunde nacheinander mehrere Dinge kaputt gingen, ist ungeklärt. Es begann vorletzte Woche. Es riss der Riemen vom Rollladen am großen Fenster im Esszimmer. Ohne Handwerker war das nicht zu reparieren. Einen zu finden entspricht auch in unserer Region der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Nur gut, dass wir gut vernetzt sind und der Handwerksbetrieb von unserem Freund Alex aus Kempten uns rettete. Er kam umgehend die 90 km angefahren, um wieder Licht in unser Esszimmer zu lassen.

Voll Freude begrüßten wir am Montag dieser Woche unsere Frankfurter Freunde, Monika und Ralf mit ihren Möpsen Bella und Julchen. Geplant war unser „Quartalsmeeting der Lebenserfahrung“!
Als das Auto ausgepackt, das Gästezimmer bezogen war, die Hunde mit Begeisterung im Garten tobten, verschwand der von Ralf hergestellte, mitgebrachte Brotteig im Backofen.

Und ab diesem Moment begann es zu wirken: Das Gesetz der Serie!

Die Hauptsicherung sprang heraus und die Ursache war der Backofen.
Spontan wurde entschieden, ein neuer Backofen muss her. Gesagt getan. Drei Stunden später konnte wieder gebacken werden.

Unsere Pläne für Dienstag durchkreuzte der Kaffeeautomat, der ohne Ankündigung den Geist aufgab, als Monika eine zweite Tasse Kaffee wünschte! Fairerweise gebe ich zu, als begeisterte Teetrinkerin dachte ich, den Kauf eines neuen Kaffeeautomaten können wir über die dutzend Teesorten in unserem Haushalt überbrücken, indem wir alle zu Teetrinkern werden.

Nachdem am Dienstag in Nersingen der Wertstoffhof geöffnet ist, wurde der kaputte Backofen
samt Kaffeeautomat, umgehend entsorgt. Natürlich hat man vor der Entfernung bei den kaputten Geräten genau geprüft, ob durch Reparatur noch etwas zu retten sei. Dem war nicht so, trotz intensiver Überprüfung.

Nach der Fahrt zum Wertstoffhof machten sich die beiden Männer auf den Weg, nun auch die
Lücke in der Küche zu füllen, die der kaputte Kaffeeautomat hinterlassen hat.

Durch einen glücklichen Zufall fanden sie denselben Kaffeeautomaten, der am Morgen den Geist aufgab!

Wunderbar – die Serie – hätte laut altem Sprichwort vorbei sein müssen.
Hätte, hätte Fahrradkette.

Als ich am Mittwoch den Wäschetrockner öffnete, hatte sich die Wäsche zwar lang genug gedreht – nur war sie nicht trocken, sondern noch immer nass! Wir dachten, eigentlich kann das doch
nicht sein? Drei Geräte und der Riemen vom Rollladen? Als Pragmatikerin reagierte ich dementsprechend und brachte den im Keller verstauten guten, alten Wäscheständer ins Spiel.
Nach dem Motto: Das ging früher, geht heute noch!

Unser Freund Ralf, wollte der Technik noch einmal zeigen, was geht und siehe da, mit einem anderen Programm fing sich der Trockner wieder. Er drehte seine Runden und trocknete – zumindest – diese naß gebliebene Maschienenfüllung. Wie lange ist ungewiss.

Auf alle Fälle sind wir in dem Serienablauf auf Nummer vier nun vorbereitet, immerhin!

Bei der Abreise unserer Freunde Monika und Ralf haben wir unser nächstes Quartalstreffen ausgemacht. Wir waren uns einig, da werden wir es erleben, ob das Gesetz der Serie sich wiederholt. RH

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In Memoriam

An meine wunderbare Mutter

Vor mir liegt ein kleines, wunderschönes Büchlein. Eines von vielen, in dem ich meine Freunde die Buchstaben parke, wenn sie durch meinen Kopf fliegen.

Manche liegen seit Jahren in einer speziellen Schublade in meinem Sekretär.

Der Zufall wollte es, dass ich es heute rausnahm und in ihm blätterte. Es ist gefüllt mit Gedanken, aufgeschriebenen Gefühlen, teilweise in Reimform.

Und da sah ich das Datum, fühlte diesen Moment und wusste wie verzweifelt ich damals war. Heute genau vor 33 Jahren, saß ich bei meiner Mutter im Krankenzimmer in der Uniklinik Ulm – damals noch am Safranberg – und versuchte für mich durch Buchstaben, das Gespräch mit dem Arzt fassbar zu machen.

Krankenhaus – 12. Mai 1991

Die weißen Wände starren mich an, die Schwester lächelt, da sie nur so ihre Arbeit ertragen kann. Der Arzt steht vor mir, sein Blick bohrt sich fest. Die Diagnose hat ihn nicht in einem Schock versetzt. Er bleibt kühl und sachlich, wie jeden Tag. Er sagt es mir und es klingt hart. Die Frau, meine Mutter die mich geboren, habe ich heute an die Macht in den Händen der Ärzte verloren.

Die Augen meiner Mutter, blau und strahlend, in denen sich das Leben spiegelt sehen mich an. Ein Leben voll Entsagung, gefüllt mit Arbeit war ihr Alltag. Und doch sehe ich, weiß ich, sie hat nie aufgegeben. Selbst jetzt im Kampf gegen die Krankheit, verlieren diese Augen nicht den Glanz! Und meine Mutter sagt mir ohne Worte nur durch ihren Blick, was sie mich immer wieder lehrte: Was gibt es wichtigeres im Leben als Mut zum Leben? Kraft zum JA – denn gut ist, was uns in den großen und den kleinen Zielen weiterbringt!

P.S. Heute beruhigt mich, dass wir gegen den Rat der Ärzte handelnden und meine Mutter zu uns nahmen, anstatt sie ins Pflegeheim zu geben. Lange Gespräche, völlig neue Informationen über Mutters Leben, auch wie sie mit dieser Krankheit umging, hat uns alle – trotz der Mühen durch intensive notwendige Pflege – die wir gemeinsam meisterten, nur positiv geprägt. Die Kinder, meinen Mann und mich.  

Als Tochter habe ich die Chance bekommen, ein wenig von dem zurückzugeben, was mir meine Mutter ein Leben lang an Liebe und Lebenszeit gab. Ohne sie hätte ich mein Leben nicht so leben können, die Stolpersteine des Lebens nicht überwunden und meine Ziele nicht erreicht.  RH  

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Sonntagsgedanken zum Muttertag!

Ein Gruß von mir an alle Mütter, Großmütter und Schwiegermütter und dazu ein paar Gedanken. In unserem Garten blühen Tulpen mit Zacken. So wie diese Tulpen ist das Leben. Mit ein paar Zacken, aber wunderschön. Die Frage, wie mein Leben wohl verlaufen wäre ohne Kinder, stell ich mir gar nicht. Ich blicke am Muttertag auf meine Kinder und bin froh sehr jung Mutter geworden zu sein! Danke für die Zeit, in der ich meine Kinder – durch alle Höhen und Tiefen – in ihr eigenes Leben begleiten durfte. Freue mich mit ihnen die Abenteuerzeit erlebt zu haben, als sie Jugendliche waren.

Danke für die Erfahrungen, die ich durch sie machen konnte und an denen auch ich gewachsen bin. Freue mich, dass sie meinen Freigeist und meine klare Haltung auch als Erwachsene akzeptieren. Sehe 365 Tage im Jahr wie sie ihre Frau/ihren Mann stehen. Betrachte aus der Distanz ihr Leben, in das ich sie ziehen ließ. Blicke begeistert auf jedes Einzelne meiner fünf Enkelkinder. Von meiner Mutter lernte ich, Kinder sind ein Geschenk auf Zeit. Lässt man sie frei und öffnet man die Tür, durch die sie in IHR Leben gehen, werden sie immer wieder durch diese geöffnete Türe zurückkommen. Und wenn ich heute – als Großmutter – zurückblicke sehe ich blühende Blumen im Garten meines Lebens.

Immer wieder ist zu hören, wo ist sie nur hin, die Zeit? Die Zeit hat aus unseren kleinen Enkelkindern inzwischen selbstbewusste junge Frauen und gestandene junge Männer gemacht. Aus diesem Blickwinkel stellt sich nicht die Frage, wo ist sie hin die Zeit? Sondern was haben und was werden WIR, jeder für sich, mit diesem wichtigen Faktor, nämlich unserer eigenen – verbleibenden – Zeit machen?

Bringen wir uns ein um etwas zu bewegen? Genießen wir sie? Oder vergeuden wir sie? Eins steht fest…sie vergeht zwar ohne unser Zutun, doch jeden Tag haben wir die Chance mit ihr etwas anzufangen. Dann stellt sich am Ende des Tages nicht die Frage, wo ist sie geblieben – die Zeit!?

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Abenteuer informierter Patient

Teil 3 Patientenleben als Abrechnungsziffer

Niemand will wie eine Abrechnungsziffer behandelt werden. Und es gibt genügend Ärzte, mit einigen bin ich sogar befreundet, die als zugelassener Kassenarzt lieber das Hauptaugenmerk auf den Menschen im Sprechzimmer richten würden, anstatt von einem unmenschlichen System gehetzt, gestresst und ausgenutzt zu werden. Meine Frage weshalb die Ärzteschaft mitmacht, ist auch nachdem ich sie bereits vor 17 Jahren stellte, noch immer unbeantwortet! Ich bleib dabei, ja, sie machen mit, passen sich den Systemfehlern an und beobachten wie die Verwaltungspaläste der gesetzlichen Krankenkassen, sowie der Kassenärztlichen Vereinigungen immer größer werden.   

Das System ist 2024 noch immer so, wie Tucholsky (1890-1935) es beschrieben hat: Wenn einer Holz hackt um es zu spalten, stehen fünf andere herum um es zu verwalten!

Die These vom Solidarsystem habe ich in meinen Büchern zum Thema über hunderte von Seiten entzaubert. Unser Gesundheitssystem steht auf der Kippe. Seit Jahrzehnten wird es Schritt für Schritt demontiert. Und teurer wird es nicht, weil wir älter werden, sondern weil Ökonomen die Medizin bestimmen, Kassen längst Konzerne sind, Machtkartelle um die Milliarden der Kassenbeiträge pokern, Ärztefunktionäre sich diesem Pokerspiel anpassen und der Mensch ob alt oder jung – ob gesund oder krank- als Produkt der finanziellen Wertschöpfungskette im Gesundheitsmarkt gesehen wird.

Als ich es wagte, den Ritt in das Abenteuer zu machen um eine informierte Kassenpatientin zu werden, stellte ich fest: Es geht vor allem ums Geld. Um den Gewinn zu maximieren, müssen die Kosten minimiert werden. Die Arbeitskraft der in Heilberufen tätigen Menschen wird bis zum Anschlag ausgebeutet und oft darüber hinaus. Ärzte, Klinikpersonal und Patienten werden – ob männlich oder weiblich – zu seelenlosen Kostenstellen einer ausschließlich gewinnorientierten Kalkulation.

Mit verantwortungsvoller Gesundheitspolitik ist kein Blumentopf zu gewinnen, geschweige denn eine Wahl. Karrierebewusste Politiker/Innen meiden daher eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Problemen des Gesundheitswesens wie der Teufel das Weihwasser. Viel lieber ergehen sich „Gesundheitspolitiker“ in Phrasen, deren opportunistische Inhaltslosigkeit ins Auge springt.

Eine öffentliche Diskussion zu dieser Problematik findet nicht statt. Der Bürgerschaft wird die fatale Entwicklung der medizinischen Versorgung vorenthalten. „Bitte, ich will davon nichts wissen.“ So reagieren wohl die meisten Kassenversicherten, solange sie gesund sind. Vom Hörensagen wissen sie: Das System ist überaus kompliziert. Deshalb befasst man sich mit ihm nur, wenn es einen betrifft!

Gerade das macht es den großen Interessenten und deren Lobbyisten so leicht, den Kurs des führungslosen Schiffes namens Gesundheitswesen im eigenen Sinne zu beeinflussen. Die Undurchsichtigkeit und die komplizierten Zusammenhänge des Systems laden geradezu dazu ein, im Trüben zu fischen. Zumal die Intransparenz jeden Versuch einer Kontrolle erschwert.

Wie sollen wir, die zur Zahlung verpflichteten gesetzlich Versicherten erkennen, was mit unseren Beiträgen wirklich geschieht, wenn die Krankenkassen nicht einmal dem Bundesrechnungshof einen Einblick gestatten, wie sie mit den etwa 280 Milliarden Euro jährlich umgehen?  

Jeder wird für sich die Folgen der Systemfehler erkennen, wenn er/sie beginnt den eigenen Krankheitsverlauf intensiv zu hinterfragen. In meinem Fall ist es der Verlauf meiner Erkrankung, die chronisch wurde – da ich den Verlauf anhand von schriftlichen und bildgebenden Arztberichten, mit den dazugehörenden Abrechnungsziffern, rückwirkend über zehn Jahre analysierte.

Zugegeben, ich habe einige Wochen gebraucht diesen bitteren Beigeschmack von Enttäuschung und Erkenntnis zu verdauen – dass das Hauptaugenmerk meiner Behandlung die Abrechnungsziffer ist. Doch nur wenn es öffentlich wird, kann es zu der notwendigen Diskussion kommen. Und von diesem Klärungsprozess erhoffe ich mir die Chance den schlafenden Riesen Patienten zu wecken! RH

Fortsetzung folgt

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Teil 2 Schlüsselerlebnis und die Folgen

Patientenleben als Abrechnungsziffer

Die oft gestellte Frage, wie ich zu meinen Themen komme, ist umgehend beantwortet. Die kommen zu mir. Nehmen mich in Beschlag. Machen mich neugierig und oft sehr nachdenklich. Vor allem lösen sie bei mir diesen starken Wesenszug, einer intensiven Wahrnehmung aus .

Das Thema Gesundheitspolitik schlich sich bei mir über Halsschmerzen ein. Und zwar an einem Montag im Februar 2007. Als ich beim Hausarzt in das Behandlungszimmer gerufen wurde, musste dieser wegen einem Telefonat kurz hinaus.

Der PC stand schräg, dass ich auf den Bildschirm sehen konnte. Dann machte es „klick“ und unübersehbar lief ein Band mit dem Text: „Die Behandlungszeit für diesen Patienten ist abgelaufen.“ In dem Moment kam der Arzt zurück und sah meinen staunenden Blick, immerhin hatte die Behandlung noch gar nicht begonnen.

Mit einem Griff auf die Tastatur ließ er das Laufband verschwinden. Seine Erklärung: „Das sind die Auswirkungen der Gesundheitsreform“ langte mir nicht. Meine Neugier war geweckt. Ich fragte, welche Ziele diese Gesundheitsreform hat und was es für uns als Patienten bedeutet? Um mir das zu erklären müsste er bei uns Zuhause vorbeikommen. Meine Halsschmerzen wären fast untergegangen, wenn sie sich nicht beim Schlucken über diese Erfahrung gemeldet hätten. Ich ging aus der Praxis mit einem Rezept und dem schlechten Gewissen Zeit in Anspruch genommen zu haben, die mir laut Berechnung eines Softwareprogrammes nicht zustand.

Zwei Tage später stand mein Hausarzt mit einem Kollegen vor der Tür. Der Grund war zumindest offiziell kein Hausbesuch. So habe ich von zwei Ärzten, an einem Mittwoch im Februar 2007, die erste Lektion in die ärztliche Berufspolitik erhalten. So schmuddelig wie an diesem Tag das Wetter, waren die Informationen. Als freiwillig gesetzlich Versicherte tauchte ich ein, in eine überbürokratisierte, mit Regularien, Vorschriften, bis hin zu Strafandrohungen überladenen Berufswelt. Von der, dies ahnte ich am Ende dieses Tages, kein Patient/Patientin eine Ahnung hatte.

Zu all den Informationen passte nun dieses Laufband, mit den zeitlichen Vorgaben einer ärztlichen Behandlung. Ich habe mich über Wochen in die Unterlagen eingelesen, die mir zum theoretischen Nachhilfeunterricht über die Zusammenhänge und Abhängigkeiten von Kassenärzten übergeben wurden. 

Es kam zu einigen Treffen mit Ärzten aus der Region. Mein Staunen, weshalb Kassenpatienten von diesen Hintergründen fast nichts wissen, geschweige denn ahnen, wurde von dem Wunsch abgelöst, dies zu ändern und öffentlich zu machen.

Bereits zwei Monate nach dem besagten Arztbesuch, nämlich am 6. April 2007 saß ich in einem Omnibus in Richtung Nürnberg zu einer Protestveranstaltung der Ärzteschaft in der Meistersinger-Halle. Zeitgleich ist es mit Hilfe meiner Freundin Ingrid gelungen am selben Tag unsere Webseite patient informiert sich.de mit meiner ersten Pressemitteilung zu dem Thema online zu schalten.

Die bis auf den letzten Platz besetzte Meistersingerhalle glich einem mit Frust und Wut gefüllten Pulverfass. Bis heute spüre ich diese Stimmung. Auf der Bühne Ärztefunktionäre und die damalige bayerische Gesundheitsministerin Stewens CSU. Aufgrund der zwei Monate, in denen ich mich ausschließlich mit dem Thema Gesundheitswesen auseinandersetzte, wusste ich die politischen Rechtfertigungen vonseiten der Ministerin einzuschätzen. Und ich positionierte mich öffentlich, in dem ich aufgestanden bin und im Namen von uns Patienten/Innen unsere Solidarität mit der Ärzteschaft aussprach.

Das sind in diesem Monat 17 Jahre her. Die Rückblicke auf diese Vorgänge sind notwendig. Denn nur so ist nachvollziehbar, wenn ich sage: Ich erlebe nun als chronisch erkrankte Patientin, wie meine jahrelang vorgetragenen Warnungen vor den Systemfehlern und deren Folgen, die ich zwischen zwei Buchdeckel von vier Büchern aufgeschriebenen habe, zur Realität wurden.

Wenn ich nun, nicht nur mein eigenes Patientenleben als Abrechnungsziffer – ohne WENN und ABER – mit einer Menge Energie öffentlich mache, wird dies getragen von der Hoffnung, diesem üblen Monopolyspiel im Gesundheitssystem, die Würfel zu entziehen! RH

Forstsetzung folgt

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Teil 1 Wer wagt gewinnt

Die Aussage von Marie von Ebner-Eschenbach: „Der Zweifel an die Siege entschuldigt nicht das Aufgeben des Kampfes“ passt zu meinem Gefühl. Ja, es ist geradezu zum Verzweifeln, wie Arzt, Pflegepersonal und Patienten sich gleichermaßen einer Entwicklung anpassten, ohne den Systemfehlern im Gesundheitswesen massiv die Stirn zu bieten. Ich komme nicht klar mit dem Mangel an Solidarität, der zur Folge politischen Fehlentscheidungen Tür und Tor öffnet. Zu lange hatte ich Geduld und hoffte es würde sich etwas ändern. Rechtfertigungen, in denen erklärt wird, „man“ fordere von der Politik Änderungen, langweilen mich. Ich habe keine Geduld mehr, mit Leuten, die meine Geduld nicht verdienen.

Wer gedacht hat, in der Gesundheitspolitik würde sich mit Karl Lauterbach etwas zum Positiven ändern, wacht spätestens bei den Luftblasen zur Krankenhausreform und dem Gesundheitsversorgungs- Verbesserungsgesetz auf! Wer schon länger dieses Gesundheitsmonopoly kennt, weiß – ohne dass Er oder Sie am Spiel beteiligt ist – welche Entwicklungen in Lauterbachs Amtsführung möglich sind. Seit nunmehr 17 Jahren habe ich einiges erlebt, was meine Meinung über Unehrlichkeit und ungehaltene Versprechungen in der Gesundheitspolitik festigt! Der Tag, als die SPD Karl Lauterbach zum Gesundheitsminister ernannte, war jedoch für mich nicht nur einer der Schwärzesten, sondern die Bestätigung, dass meine Warnungen gerechtfertigt waren und der schlafende Riese Patient die negativen Folgen erleben wird. Nach dem Motto, die Geister die gerufen werden, wurde und werde ich nun als Patientin gezwungen, in der Realität zu erleben, vor der ich über Jahre klar und unmissverständlich warnte.

Nur gehöre ich nicht zu denen, die widerspruchslos die Folgen von Systemfehlern erdulden! Deshalb mache ich sie auf, die große Türe, hinter der Fehlentscheidungen, durch falsche Angepasstheit geparkt sind.   

Fortsetzung folg! RH

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Mister Zufall lässt grüßen!

Verspätete Bahn – zufällige Begegnung und der Glücksfall!

Zufall bedeutet, dass eine Situation eintritt die ungeplant war. Aufgrund sehr guter eigener Erfahrungen, lautet meine Analyse: Wir nehmen ihn nicht wahr, sind manchmal zu faul um uns zu bücken, wenn er uns begegnet, dieser Mister Zufall!

Es war im April 2023 im Wartebereich vom Ulmer Hauptbahnhof. Die Frage, kommt die Bahn – oder nicht, stand in den Gesichtern der wartenden Bahnkunden. Mein Mann Paul und ich warteten auf unseren 15-jährigen Enkel Silas aus der Schweiz. Er hatte sich auf das Roulettspiel Bahnfahrt eingelassen, um uns in den Ferien zu besuchen. Die Anzeigentafel im Ulmer Bahnhof änderte laufend die Ankunftszeiten und die weiteren Abfahrtszeiten. Thema im Wartebereich war die Frage, was ist los bei der Deutschen Bundesbahn? Die Unpünktlichkeit nimmt zu und damit wächst die Unplanbarkeit.

Unser Enkel saß im ICE in einem Tunnel bei Stuttgart fest. Vorher kam es bei dieser Fahrt bereits zu Verspätungen und technischen Problemen. Silas fragte mich über Wathsapp, weshalb funktioniert das Bahnfahren in der Schweiz auf die Minute und warum sind dort die Bahnbediensteten freundlich und ohne Murren zu einer Auskunft bereit? Es war nicht möglich, darauf eine passende Antwort zu finden.

Wie so oft im Leben organisierte Mister Zufall an diesem Tag durch ein Gespräch eine Begegnung. Passend nach dem Motto, geteiltes Leid, halbes Leid tauschten sich mein Mann und ich mit zwei Frauen vom Bodensee aus, die bereits eine Odyssee hinter sich hatten um ans Ziel zu kommen. Durch Verspätungen der Bahn hatten sie öfter den Anschluss verpasst um weiter fahren zu können. Und wir warteten seit Stunden auf den Zug in dem unser Enkel saß. Irgendwann entschieden sich die beiden Frauen (Mutter und Tochter) das Risiko einzugehen, um einen Zug zu nehmen, der zumindest in Richtung Bodensee gehen sollte. So kam ich auf die Idee, uns über den weiteren Verlauf und den Ausgang dieser abenteuerlichen Zugfahrten zu informieren. Wir tauschten die Telefonnummern aus und hielten per Wathsapp die Verbindung aufrecht.

Aus diesem Treffen entwickelte sich eine ganz besondere, intensive Freundschaft mit der ganzen Familie von unserer Bahnhofsbegegnung. Bei unserem persönlichen Austausch kam öfter zur Sprache, ob man sich bei der Bahn, für diese erlebte Unpünktlichkeit bedanken sollte? Doch den Gedanken haben wir umgehend verworfen. Bedanken müssen wir uns bei niemanden. Denn wir waren es, die Mister Zufall wahrgenommen, uns „gebückt“ hatten und diese uns ZUGEFALLENE Chance nutzten. Deshalb konnten wir unser Leben durch eine wunderbare Freundschaft bereichern. Der irische Dramatiker Georg Bernhard Shaw soll gesagt haben: „Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte“

Am 02. März 2024 waren wir bei der wunderbaren Hochzeit unserer Freunde Nadine und Artur am Bodensee. Dieses Gefühl, komplett aufgenommen zu sein, erinnerte mich an meine Kindheit. Es gab Freundinnen und Freunde meiner Eltern, mit denen war ich nicht verwandt. Doch ich hatte sie als Familie wahrgenommen. Sie waren da, in guten und in schweren Zeiten. Heute weiß ich, es gibt sie, diese Wahlfamilien. Und durch einen ZUFALL der ganz besonderen Art, haben wir dank der Unpünktlichkeit der Bahn und mit Unterstützung von Mister Zufall, nun das Glück innerhalb einer – von uns gewählten – Familie eingebunden zu sein.

 

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Begegnungen der besonderen Art

Eine Idee wurde zum Projekt mit ungeahnten Folgen.

Auf dem Friedhof, bei der Pflege des Grabes meiner Eltern kam mir die Idee. Ich fragte mich, was würden uns die all die Grabsteine erzählen, wenn sie sprechen könnten. Wie viel Unausgesprochenes würden wir hören. Erfreuliches, Aufregendes, Verheimlichtes erfahren, was Verstorbene mit ins Grab genommen nahmen.

Meine Fragen in der erwachsenen Enkelgeneration, bestätigte meine intensiven Recherchen mit dem allgemeinen und gesellschaftlichen Umgang mit dem Alter und den „Alten“. Das Leben rennt davon. Keiner hat mehr Zeit. Die „Alten“ ziehen sich zurück, wollen keine Belastung sein. Erleben es, dieses schleichende nicht mehr wahrgenommen werden. Als mir ein 92-jähriger sagte: „Wissen Sie, wir leben zwar noch, aber nicht mehr mit. Schon gar nicht interessiert jemand, wie wir lebten und was wir erlebten! Da wurde ich sehr nachdenklich. Und so begann 2019 für mich eine lange Reise in die Erinnerungen der Generation 85 plus.

Vor allem fand ich über das Projekt „Begegnungen mit Generationen – der besonderen Art“ dutzendmal meine These bestätigt: Alt sein hat nichts mit dem Geburtsdatum zu tun. Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. Wie man alt wird, ist nicht eine Frage der Jahre – sondern der Blickrichtung. 

Die Sammlung der Lebensgeschichten – von Alten und Jungen Menschen – wurde immer länger. Die Kontakte intensiver. Vor allem kristalliesierten sich die Ursachen für die Generationenkonflikte heraus.

Und dann kam das Frühjahr 2020. Durch Corona wurden unsere persönlichen Zusammentreffen unterbrochen. Niemand wusste wie lang diese Zwangspause geht. So nahm ich das gute alte Telefon zur Hilfe und hielt die Kontakte über diesen Weg aufrecht. Meiner Bitte, doch Stichpunkte zu machen, was in seinem gelebten Leben wichtig war, kamen einige nach. Ich tauchte ein in eine Welt voller einzigartiger Begegnungen und wurde von inspirierenden Geschichten und ungewöhnlichen Begegnungen überrascht. Faszinierend finde ich immer wieder, was z.B. ein Mensch mit 103 alles erlebte und wie er sich heute in unserer Zeit zurechtfinden muss.

Auffallend ist die Begeisterung, der Spaß und positive Lebenswille, der durch diese Begegnungen immer wieder aufkommt. Auch Senioreneinrichtunge bestätigten mir, wie wichtig es war, diese Kontakte – trotz Corona – nicht abbrechen zu lassen.

Nicht nur einer machte aus dieser Corona – Kontaktsperre eine Tugend, nahm meinen Tipp Stichpunkte zu machen ernst und tauchte dabei ein in sein Leben. So wurde Einsamkeit und Isolation überwunden. In einem Fall schrieb ein über 90-jähriger, und er schrieb und schrieb und schrieb… daraus wurden zwei dicke Ordner mit über 600 handgeschriebenen Seiten. Für mich rief es doch geradezu danach, diese vielen Seiten mit Buchstaben über ein langes, erfülltes Leben aus den Ordnern zu nehmen, um sie in ein außergewöhnliches Buch als Hinterlassenschaft für seine Familie zu verwandeln.

Gesagt, getan nach dem Motto „Wer wagt gewinnt“ wurde aus den Aufzeichnungen eines ganzen Lebens nun eine besondere Chronik für kommende Generationen. Gedruckt nur für die Familie und Freunde. Beim 95. Geburtstag des Seniors wurde das Buch der großen Familie präsentiert und jeder bekam ein, vom Jubilar und nun Autor, signiertes Exemplar.

Im wunderbaren Wohnstift, in dem der rüstige Senior seit über fünf Jahren lebt, fand eine weitere Festivität anlässlich seines Geburtstages und der Bucherscheinung statt. Zusammengekommen sind Männer und Frauen die zusammen ein paar 100 Lebensjahre hinter sich haben und an diesem Tag motiviert wurden um ab sofort mit einem zufriedenen, freudigen Blick auf ihr gelebtes Leben zu sehen.

Mit diesem Projekt wurde ich Zeugin einer Zeitreise durch Jahrzehnte voller Veränderungen, Herausforderungen und persönlicher Bestätigung. Durch die Gespräche tauchte ich ein in ereignisreiche Leben, auch in eine Reflexion über die menschliche Natur und die Bedeutung von Resilienz, Liebe und Hoffnung. Es erinnert daran, dass das Alter keine Grenze für das Streben nach Glück und Erfüllung darstellt. Ich stellte fest, dass jeder seine Geschichte hat. Das es nie zu spät ist, seine eigene Geschichte zu erzählen und, dass jedes Leben eine Quelle der Inspiration sein kann. RH


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Schmierenkomödie Gesundheitssystem

Ich beschäftige mich publizistisch seit 17 Jahren mit unserem Gesundheitssystem und es war, ist und bleibt eine Schmierenkomödie. Was durch Medien angerissen wird und zur Diskussion steht, sind die Folgen von Systemfehlern, gut verpackt in politischen Rahmenbedingungen. Über die, von allen Betroffenen viel zu locker hinweggegangen wird. Genau, wegen dieser Systemfehler wurden aus Ärzten gezwungenermaßen Handelsvertreter, aus Patienten Schnäppchenjäger, aus Krankenkassen Machtmonopole. Unfair wäre es die Zunahme von Ärztefunktionären zu verschweigen. Denn nach meinen Erfahrungen sind die zu oft an der Besitzstandswahrung des Selbstbedienungsladens ihrer Zunft interessiert – genau wie die Kassenfunktionäre – als an einer Aufarbeitung und Aufdeckung der Systemfehler! Nach all den Jahren stelle ich fest, zu viele schweigen – um den Ast nicht abzusägen – von dem er/sie glaubt sicher zu sitzen!

Die negative Entwicklung im Gesundheitssystem wird durch einen Gesundheitsminister Lauterbach verschärft. Machtspiele von Krankenkassen und Ärztefunktionären, plus den zu erwartenden massiven Erhöhungen der Kassenzusatzbeiträge, sowie der Leistungskürzungen, nehmen zu. Aufgrund meiner Erfahrungen der letzten Jahrzehnte möchte ich einen Vorschlag machen:

Wir sollten uns aufraffen und uns gegenseitig motivieren, informieren, nicht alles so hinnehmen. In hunderten Einzelinformationen habe ich in den vergangenen Jahren Betroffenen, die im Strudel des Systems untergingen, helfen können. Doch möchte ich nach wie vor, wie 2008, einen Schulterschluss herstellen. Diesmal sollten wir uns die Technik zunutze machen. Im Moment überlege ich den Aufbau eines eigenen Kanals. Den können wir nutzen um den Betroffenen, ob Arzt, Therapeut und Patient Gehör zu verschaffen. Über meinen Blog https://direct.renate-hartwig.de/category/gesundheit/ werde ich Fakten öffentlich machen und zur Diskussion stellen. Wir waren vor 15 Jahren mit unseren regionalen – Patienten und Ärztestammtischen – sehr gut aufgestellt, haben uns vernetzt! Besondere Zeiten, brauchen ein besonderes Engagement. Weshalb vernetzen wir uns nicht über eine eigene Wathsapp Gruppe? Aus logistischen Gründen bitte ich Sie, Dich, Euch, mich nur noch über meine Mailadresse schulterschluss@renate-hartwig.de zu kontaktieren. Um Prioritäten zu setzen, bitte ich auch um ein Feedback zu meinen hier gemachten Vorschlägen. Die Frage steht im Raum: Mischen wir uns ein? Oder passen wir uns weiter an?

Gruß Renate Hartwig

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Wählen ist das Privileg der Demokratie

Pressemitteilung

AUFRUF ZUR STICHWAHL AM 28. JANUAR 2024

Es war Sonntag der 14. Januar 2024. Die Landratswahl im Landkreis Neu-Ulm stand an. Mein Mann und ich waren auf dem Weg zum Wahllokal um unsere Stimmen abzugeben. Da kam der Anruf von Bekannten für eine Einladung. Wir nahmen an und dies führte – beim anschließenden Treffen – zu einer längeren Diskussion im Kreis von Personen, die wir als politisch informiert kennen. Unsere Wahlbeteiligung wurde als völlig sinnlos und Zeitverschwendung abgetan. Das konnte ich so nicht stehen lassen. Mein Argument dagegen: Wer politische Entwicklungen und Entscheidungen vom Sofa aus kritisiert und dann die Möglichkeit es zu verändern nicht wahrnimmt, der verspielt demokratische Privilegien.

Das amtliche Endergebnis dieser Landtagswahl ist schon wegen der Wahlbeteiligung erschreckend. Von 136.203 Wahlberechtigten (100%) haben nur 50.395 (37%) dieses Privileg mitzuentscheiden genutzt. 

Nun kommt es zu einer Stichwahl. Und das ist mehr als nur ein Zahlenspiel. Es steht im Landkreis die Wahl zu einem Landrat/Landrätin an.  Der/oder diejenige übernehmen ihr Amt in einer Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche. Auch im Landkreis Neu-Ulm gibt es keinen Schutzwall, der uns von Verunsicherungen schützt. Deshalb braucht der/oder die bei Amtsübernahme außer guten Mitarbeiter/Innen, Durchhaltevermögen und Erfahrung, vor allem einen ganz klaren Auftrag der Wahlberechtigten. 

Wer die Landratswahl als sinnlos und Zeitverschwendung sieht, verkennt den Einfluss dieser Position auf unser tägliches Leben. Am kommenden Sonntag, den 28.Januar 2024 ist bei der anstehenden Stichwahl noch viel Luft nach oben, um mitzuwirken, wer die nächsten sechs Jahre dem Landkreis vorsteht!

Renate Hartwig

21.Januar 2024

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