Renate Hartwig

Dreikönigstag und die Geschenke

6. Januar 2022! In einigen Bundesländern ist heute sogar Feiertag! Dieser wird zwar von allen genossen, doch den dahinterstehenden Sinn, der wird – wenn überhaupt – lediglich oberflächlich wahrgenommen! Es geht heute um die heiligen drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar, die dem Jesuskind, zu seiner Geburt in Bethlehem Geschenke überbrachten. Und zwar: Weihrauch, Gold und Myrrhe. Diese galten damals auch als wertvolle Heilmittel.

Blicken wir einen Moment in die heutige Zeit. Wir gebärden uns zwar wie „Könige und Königinnen“ doch die „Geschenke,“ die wir auf unserer Lebensreise für unser Umfeld dabeihaben, heißen viel zu oft: Egoismus, Gier, Neid und Missgunst! Befeuert werden diese „Geschenke“ vom Machtstreben der/die Beste zu sein! In diesem beigefügten Video wird sichtbar was wir sind: Eine große, bunte Menschenfamilie…! Und das ist wunderbar! Nehmen wir den heutigen Dreikönigstag zum Anlass und schenken uns ebenso drei wichtige Geschenke: Statt Weihrauch – Menschlichkeit, statt Myrre – Toleranz und statt Gold – Liebe! Das sind Heilmittel für eine, in Schieflage kommende Welt!   

Darf‘s ein bisschen mehr sein?

Egal welche Nachrichten ich seit Monaten sehe, lese oder höre, immer wieder kommen mir dabei Situationen in den Sinn, wie ich sie vom Einkaufen kenne. Speziell erinnert es mich an den Blick von der Person, die hinter der Theke auf die Waage sieht und fragt ob es „ein bisschen mehr“ sein darf?

Seit 21 Monaten werden uns Informationen, Maßnahmen und Regeln verkauft, als befänden wir uns in einem Einkaufszentrum.

Nehmen wir nur die Aussagen der Herren Spahn, Lauterbach in ihrer Funktion als Gesundheitsminister und dem RKI Präsident Wieler, sowie einzelnen Landesfürsten, dann sind wir seit März 2020 gefühlsmäßig in einem Verkaufsladen. Im Angebot ist, laut Politik ein Freiheitsfahrplan, mit dem wir in unser altes Leben vor Corona, zurückfahren könnten!!

Nur umso mehr wir 2020 in Richtung Bundestagswahlkampf kamen, hieß es „ein bisschen mehr“ oder „viel zu wenig“ je nachdem wer gerade hinter der jeweiligen „Theke“ stand! Angst ist seit 21 Monaten im „Verkaufsladen“ der Regierung im Sonderangebot! Großzügig angeboten in allen Facetten. Geliefert wird dazu kostengünstig Verwirrung und Verunsicherung! Was jedoch in den „Regalen“ völlig fehlt, ist Ehrlichkeit, Hoffnung, Mut und Überzeugung das es der richtige Weg ist!

Angefangen mit der Maskenpflicht breitete sich Verunsicherung aus! Denn es wurden genau diese Masken forciert, mit denen einzelne Politiker/Innen auf „können es auch mehr sein“ pochten und persönlich dabei hohe Gewinne einfahren konnten!

Es folgten Kontaktsperren, Lockdowns, begleitet mit diesem Zusatz „müsste mehr sein“ irritierende Zahlenspiele über Inzidenzen, die je nach Interessenlage erklärt wurden! Vertrauensschwund machte sich breit.

Die gesellschaftliche Spaltung nahm mit dem, aus dem Boden gestampften Impfangebot, massiv an Fahrt auf! Hochsensible Fragen in der Bevölkerung blieben unbeantwortet. Maßnahmen wurden durch das Infektionsschutzgesetz legitimiert. Inzidenz- Berechnungen und politische Grabenkämpfe sorgten weiter für Verängstigung.

Dem Ruf aus dem politischen Lager „etwas mehr“ wurde statt gegeben. Abgesicherte Verwaltungsposten gingen sprunghaft in die Höhe. Der Bundestag plusterte sich nach der Wahl auf 735 Personen auf. In der Staatssekretärsebene schossen die Stellen in die Höhe. Neue Ministerien wurden geschaffen. Zeitgleich nahmen berechtigte Existenzängste in der Bevölkerung zu. Es gibt wenige Gewinner und viele Verlierer!

Soziologisch betrachtet, ist die gesellschaftliche Spaltung und wachsende Unruhe erklärbar. Aufgrund von Mutationen, über die sich selbst Wissenschaftler uneinig sind, kam es zur Impfkampagne mit dem Anspruch, „es muss mehr sein“ und es begann die dritte Impfung! Nachdem nun auch das Boostern nicht zu dem zugesagten Freiheitsplan führt, die Politik über Monate mit sich selbst und ihrer Besitzstand -Wahrung beschäftigt war und ist, wächst die gesellschaftliche Unruhe. Erschwerend kommen Gruppendynamik, Schuldzuweisungen und Stigmatisierung dazu.

Nach 21 Monaten Corona stehen wir vor einem völlig unsicheren Jahr 2022 – dem ich zurufe: Die Gier nach Macht und Geld muss gestoppt werden, und es darf endlich mehr sein, an Wahrheit, Menschlichkeit und Verständnis. Nur so können wir miteinander Gräben überwinden!

Das Christkind beim Finanzamt – sehr realistisch!

Denkt Euch, ich habe das Christkind gesehen,

es war beim Finanzamt zu betteln und fleh`n.

Das Finanzamt ist gerecht und teuer,

verlangt vom Christkind Einkommensteuer.

Das Amt will noch wissen, ob es angehen kann,

dass das Christkind so viel verschenken kann.

Das Finanzamt hat es nicht kapiert,

wovon das Christkind dies finanziert.

Das Christkind rief: „Die Zwerge stellen die Geschenke her“,

da wollte das Finanzamt wissen, wo denn die Lohnsteuer wär.

Für den Wareneinkauf müsste es Quittungen geben,

und die Erlöse wären anzugeben.

„Ich verschenke das Spielzeug an Kinder“ wollte das Christkind sich wehren,

dann wäre die Frage der Finanzierung zu klären.

Sollte das Christkind vielleicht Kapitalvermögen haben,

wäre dieses besser jetzt zu sagen.

„Meine Zwerge besorgen die Teile,

und basteln die vielen Geschenke in Eile“.

Das Finanzamt fragte wie verwandelt,

ob es sich um innergemeinschaftliche Erwerbe handelt.

Oder kämen die Gelder, das wäre ein besonderer Reiz,

von einem illegalen Spendenkonto in der Schweiz?

„Ich bin doch das Christkind, ich brauche kein Geld,

ich beschenke doch die Kinder in der ganzen Welt“.

„Aus allen Ländern kommen die Sachen,

mit den wir die Kinder glücklich machen.“

Dieses wäre ja wohl nicht geheuer,

denn da fehle ja die Einfuhrumsatzsteuer.

Das Finanzamt von diesen Sachen keine Ahnung,

meinte dies wäre ein Fall für die Steuerfahndung.

Mit solchen Sachen, welch ein Graus,

fällt Weihnachten dieses Jahr wohl aus.

Denn das Finanzamt sieht es so nicht ein,

und entzieht dem Christkind den Gewerbeschein.

Autor unbekannt

Weihnachtsbeleuchtung

Sonntag, 1. Advent, 10.00 Uhr: In der Reihenhaussiedlung Önkelsteig lässt sich die Rentnerin Erna B. durch ihren Enkel Norbert 3 Elektrokerzen

auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß.

10 Uhr 14: Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante Weihnachtsoffensive und kontert umgehend

mit der Aufstellung des 10 armigen dänischen Kerzenset zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung

Önkelsteig im besinnlichen Glanz von 134 Fensterdekorationen.

19 Uhr 03: Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage registriert der wachhabende Ingenieur einen vermeintlichen Defekt der

Strommessgeräte für Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst arglos.

20 Uhr 17: Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten durch sämtliche Bäume

ihres Obstgartens ans Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.

20 Uhr 56: Der Discothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt seinerseits einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert

auf dem Flachdach seines Bungalows das Laser-Ensemble „Metropolis“, das zu dem leistungsstärksten Europa zählt. Die 40m Fassade angrenzender Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion kurz stand, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch zusammenbricht.

21 Uhr 30: Im Jubel einer Weihnachtsfeier im Kohlekraftwerk Sottrup Höcklage verhallt das Alarmsignal aus Generatorhalle 5.

21 Uhr 50: Der 85-jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs „Varta Volkssturm“ den Stern von Bethlehem an die tiefhängende Wolkendecke.

22 Uhr 12: Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Bekleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Önkelsteig, nachdem zuvor eine Boeing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sidney versehentlich auf der mit 3000 Neonröhren gepflasterten Garagenzufahrt der Bäckerei Bröhmeyer niedergegangen war.

22 Uhr 37: Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel, die Experten sind ratlos.

22 Uhr 50: Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage, der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.

23 Uhr 06: In der taghell erleuchteten Siedlung Önkelsteig erwacht Studentin Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um 23 Uhr 12 betätigt sie ihre Kaffeemaschine.

23 Uhr 12 und 14 Sekunden: In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld bricht die Explosion des Kohlekraftwerkes Sottrup-Höcklage wie Donnerhall. Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verwirrte Menschen, Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.

Quelle: NDR2, Geschichten aus „Stenkelfeld“

Einen besinnlichen Advent wünscht

Renate Hartwig – Autorin/Publizistin

Meine Freunde die Buchstaben

finden Sie zwischen zwei Buchdeckeln

für sich selbst, oder als Geschenk unter:

www.directverlag.de

Nicht nur ein Mittwoch – in der Mitte der Woche!

Wenn sich Nachdenklichkeit breit macht, uns die Vergangenheit überholt, die Gegenwart überfordert und die Zukunft überfällt – halten wir den Atem an!

Heute ist für mich so ein Tag, in der Mitte einer Woche im Dezember 2021.

Wenn ein Anruf, anstatt mit einem Hallo, mit dem Satz „sitzt du“ beginnt, schwankt die Erwartung was die Mitteilung betrifft, auf der Skala zwischen Begeisterung und Entsetzen hin und her!

In meinem Fall löste der Anruf zuerst Sprachlosigkeit und im selben Atemzug Nachdenklichkeit aus, die wurde von der Vergangenheit überholt. Ja, die Nachricht hat mich tatsächlich einen Moment überfordert und der Gedanke an die Zukunft hat mich überfallen! Und ich hielt tatsächlich den Atem an.

Nach der Mitteilung setzte ich mich tatsächlich hin. Dachte zurück an den Mittwoch vor fünf Wochen. Unser Freund Geert de Vries hatte sich auf die Reise über den Strom begeben und wir haben ihn heute vor genau fünf Wochen verabschiedet. Er wird als Mensch und Waldorflehrer große Spuren hinterlassen. Mehrere Generationen hat er ins Leben begleitet.  Dankbar bin ich für die Zeit, die wir ein großes Stück des Weges zusammen gegangen sind. Es waren genau fünf Wochen her, als ich bei Geerts Verabschiedung nach langer Zeit Peter Gersbach traf. Er, ebenfalls engagierter Waldorflehrer, mit dem mich nicht nur die gemeinsame Pionierarbeit, der Aufbau der Waldorfschule Wangen verband. Wir verabschiedeten uns mit „alles Gute“ und seinen Grüßen an meine Tochter, dessen Lehrer er war.

Die Grüße habe ich ausgerichtet. Niemand ahnte, dass es die letzte Begegnung, die letzten Grüße waren. Am 10. Dezember ist er mit 68 Jahren Geert gefolgt und nun findet an diesem heutigen Mittwoch fünf Wochen später, am selben Ort seine Verabschiedung statt!

Als gestern Abend der Anruf von meinem Sohn kam, in dem er mir mitteilte, dass am Montag auch Martha Materna ihren Kollegen Geert und Peter über den großen Strom gefolgt sei, musste ich mich tatsächlich erst hinsetzen! Mit allen dreien verbindet nicht nur mich eine unglaublich wichtige, prägende, wunderbare Lebenszeit.  Tatmenschen, die etwas bewegen wollten, trafen sich. Getragen von Willensstärke, Mut und Begeisterung entstand die Waldorfschule Wangen. Für mich war diese Zeit, viel mehr als die Schulzeit unserer Kinder. Auch wenn die Kinder von damals, als Erwachsene in verschiedensten Berufen und längst selbst Eltern, auf der ganzen Welt verstreut leben, die Kontakte sind nach wie vor vorhanden! Den Beweis über die enge Vernetzung untereinander, lieferte nicht nur der Anruf gestern.

Und wieder fällt mir als Trost nur ein, Hermann Hesse zu zitieren:

Es ist nie der richtige Zeitpunkt, es ist nie der richtige Tag, es ist nie alles gesagt, es ist immer zu früh! Mit dem Vertrauen, dass wir einander nie verloren gehen!

Sonntagsgedanken: Der Irrtum

Nach 16 Jahren Amtszeit von Angela Merkel (CDU) an der Spitze Deutschlands, hat die neue Regierung nun die Amtsgeschäfte übernommen. Im Bundestag wurde Olaf Scholz (SPD) als Kanzler der Bundesrepublik und 5 Bundes-Ministerinnen und 9 Bundes-Minister vereidigt!

Im Gespräch mit jungen Erwachsenen fiel er mir wieder auf, der Irrtum den auch ich in den neunziger Jahren hatte. Für uns Bürgerinnen und Bürgern suggeriert das Wort „vereidigt“ als handle es sich um einen „Eid“ der, bei Verstoß, rechtliche Folgen hat.

Nach Artikel 71 leisten unsere Politiker/Innen bei Amtsübernahme folgenden Eid: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des Volkes widmen, Verfassung und Gesetze wahren, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. “

Bei den Gesprächen mit den jungen Leuten kam die Frage auf, weshalb Politiker/Innen die gegen diesen Eid verstoßen, noch nie verurteilt wurden?! Da erinnerte ich mich an die neunziger Jahre, als ich mich publizistisch und mit Vorträgen, sehr massiv mit der Aufklärung über das Thema Scientology beschäftigte und über diesen Irrtum mit dem Eid stolperte!  

Denn nach massiven Auseinandersetzungen mit SC und die damit verbundenen Angriffe der Organisation, sowie der breiten gesellschaftlichen Diskussion, der Warnungen der Politik, den dutzenden von Planstellen die deswegen geschaffen wurden, fragte ich mich: Hat die Politik da etwas verschlafen? Etwas übersehen? Weshalb reagieren sie nicht? Immerhin hatten sie doch alle einen Eid abgelegt, vonwegen uns vor Schaden zu bewahren! Ihre Pflichten gewissenhaft wahr zu nehmen. Damals war ich aktiv in der SC Aussteigerhilfe, ununterbrochen mit Betroffenen in Kontakt. Es bewegte sich aber nichts um SC zu stoppen, ich fand da wurde doch vonseiten der Politik ein Meineid geschworen!? Da ich schon immer Klärungsorientiert war, wollte ich es wissen und zeigte den damaligen Bundeskanzler Kohl wegen Meineid beim Generalbundesanwalt an, das war damals Alexander von Stahl! Meine Anzeige wurde angenommen und an die zuständige Staatsanwaltschaft in Bonn weitergeleitet, dem damaligen Regierungssitz!

Eine Antwort weshalb meine Anzeige ins Leere ging, bekam ich vom damaligen Generalstaatsanwalt in NRW. Mir wurde mitgeteilt, dass dieser Eid, der im Fall meiner Anzeige von dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl bei der Ernennung zum Kanzler geleistet wurde, kein Eid sei mit juristischem Folgen! Es handele sich lediglich um einen promissorischen Eid!!! Was nichts anderes heißt, dass es sich dabei lediglich um ein Versprechen – ohne jegliche juristischen Folgen handelt.

Erinnert mich an Kinder, die auf ein ungehaltenes Versprechen antworten: Sie mussten das Versprechen nicht halten. Zwar hätten sie mit der einen Hand geschworen, jedoch hätten sie in der anderen Hand die Finger übereinandergelegt. Dies bedeute, man müsse sich nicht daranhalten! So betrachtet, wird so manche politische Fehlentscheidung erklärbar!

Wer weiß, ob die Damen und Herren in der Politik vielleicht genau diesen Trick mit übereinander gelegten Fingern anwenden? Übrigens auch wenn nicht, Probleme wegen Verstöße gegen den abgegebenen „Eid“ haben und hatten unsere Politiker/Innen nie. Ich finde nur gut zu wissen, um welchen „Eid“ es sich handelt, dann ist die Enttäuschung beim Verstoß dagegen nicht so groß!

Der andere Duft – aller guten Dinge sind drei!

Es war März 2020 und der Frühling zeigte sich. Aus der Politik wurde ein strenger Lockdown diskutiert. Mein Mann und ich waren in Ulm. Da ich eine Freundin von Düften bin, sagte ich mehr zum Spaß „ich kauf mir jetzt ein neues Parfüm, bevor alles dicht gemacht wird“ gesagt, getan!

Nachdem dann alles dicht gemacht wurde, nannte ich es mein „Corona Parfüm!“ Voll Optimismus war ich überzeugt, wenn die Flasche leer ist, gibt es Corona nicht mehr! Nachdem bei mir einige Parfüm-Flakons stehen und ich diese nach Stimmung benutze, kalkulierte ich eine längere Zeit für diesen Duft ein.

Doch es wurde Dezember 2020 und mein Parfüm wurde immer weniger, nur Corona verschwand nicht. Vielleicht hätte ich doch die größere Flasche nehmen sollen? Ich hatte bereits, durch die durch Corona entstandenen beruflichen Blockaden und Einbußen eine Ahnung, dass es noch länger gehen würde! Jetzt wollte ich es wissen. Zum Ende des Jahres 2020 leistete ich mir tatsächlich noch eine mittlere Flasche von meinem ganz persönlichen „Corona Parfüm!“

Nach dem Motto „täglich grüßt das Murmeltier“ sprachen alle nur noch von Corona! Es wurde Frühling und Sommer 2021 und Corona mit all den Folgen blieb stur an unserer Seite. Mal mehr mal weniger. Dieses haben wir ebenso täglich vom Meister der Zahlen, dem RKI Präsidenten Wieler erfahren. Als die Politik anfing den Bundestagswahlkampf, überwiegend auf Corona aufzubauen, wurde ich unruhig. Und ich fing an zu überlegen, weshalb ich mich so getäuscht haben konnte, dass Corona in den Griff zu kriegen sei? Ich war doch so überzeugt, wenn mein Corona Parfüm leer ist, dann ist der Spuk vorbei!

Nur das Murmeltier grüßte weiter jeden Tag aus allen Kanälen, in jedem Gespräch. Nicht nur der Katalog der verschiedenen Regeln, wurde laufend verändert, verlängert, verschärft. In Verbindung mit Corona, gab es ernüchternde Schlagzeilen. Namen von Personen, die sich als Saubermann präsentierten und sich gierig nebenher durch Corona die Taschen füllten. Genauso gab es Schlagzeilen, über gravierende Fehler im Beschaffen von Masken, Schutzanzügen usw.  Dann verkündete Jens Spahn als Gesundheitsminister, eine nahende Rettung. 60 Prozent der Bevölkerung müssten geimpft sein, dann hätten wir eine Herdenimmunität und Corona im Griff!  

Als der Herbst 2021 kam brach ein Kartenhaus zusammen, dass Eines nach dem dem Anderen, aufgebaut mit Versprechen bis hin zu Aussagen, die mehr verwirrten, als informierten! Das Hauptaugenmerk der Politik lag in dem vergangenen Frühjahr und Sommer, bis zu der Bundestagswahl am 26. September 2021, auf Stimmenfang. Danach auf Farbenspielen, wer kann mit wem. Nicht zu vergessen, der intensive Zeitaufwand, der in der Politik mit Stühlen rücken verbracht wurde! Corona lief nebenher, jedoch immer gut für Aussagen zu gebrauchen, die Schlagzeilen produzierten!

Heute am 7.Dezember 2021 frage ich mich, wo ist das Jahr geblieben? Wer trägt die Verantwortung für dieses Corona-Chaos und die zutiefst gespaltene Gesellschaft!? Wir haben dieselben Zahlenspiele, sowie dutzende, oft nicht nachvollziehbare Regelungen! Dazu kommen 16 Landesfürsten/Fürstinnen, die je nach Parteizugehörigkeit, mit Daumen nach oben oder unten agieren. Jetzt haben wir eine neue Regierung und viele neue Versprechungen für Verbesserungen!  

Dieses, im März 2020 von mir als Zeitanzeiger gekaufte Parfüm, neigt sich nach einem Jahr wieder dem Ende zu. Corona ist nach wie vor präsent! Aufgrund einiger – für mich kritische – Personalien in der Berliner Regierung, leiste ich mir nun doch noch eine neue Flasche von meinem speziellen, sehr guten Parfüm. Nenne es weiter, mein Corona Parfüm, hoffe weiter, denn aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei!!!!    

Sonntagsgedanken

Advent 2021

Wer kennt ihn nicht, den Wunsch einen schönen Moment für eine Weile festzuhalten. So wie eine Seifenblase, die schneller gefror, als sie platzen konnte und deshalb gute Chancen hat, bis zum nächsten Tauwetter bestehen zu bleiben. Lassen sich unsere persönlichen, besonderen Momente auch einfrieren? Ganz sicher, wenn sie in unserem Gedächtnis weiterleben. Uns daran erinnert, dass der oder die Momente, etwas Besonderes waren.
Advent ist eine besondere Zeit. Nur wird dieses Besondere zu oft vom Alltag weggetragen. In diesem Advent 2021 wünschen wir uns alle, ein kleines Stück Menschlichkeit zurück.
Ihr wisst, ich liebe diese Zeit. Es ist für mich, als wenn ich zum Ende eines Jahres den Akku auflade. Es fängt an, wenn ich bereits Mitte November auf dem Dachboden in Kisten und Schachteln krame um die Deko für Advent zusammenzusuchen. Und jedes Jahr versinke ich mit meinem leicht ramponierten, pausbäckigen Weihnachtsengel in der Hand, in Erinnerungen.

Ja, mein Mann Paul und ich freuen uns auf diese Zeit, in der unser ganzes Zuhause adventlich erstrahlt. Wie jedes Jahr haben wir ein Ritual. Beim Frühstück wird täglich, Blatt für Blatt aus einem etwas anderen Adventskalender gelesen. Und am Abend setzen wir uns hin, um uns gegenseitig ein Kapitel aus einem Buch vorzulesen, dass wir extra für die Adventszeit ausgesucht haben. Die Hektik bleibt vor der Türe. Nachdem auch dieses Jahr diese schöne Zeit von negativen Nachrichten überschattet wird, dachten wir, vielleicht findet jeder für sich so ein Ritual, pro Tag einen Moment inne zu halten und die Welt draußen zu lassen! Für uns ist es wie ein Kraftquell, den wir jedem wünschen.

Wir wünschen von Herzen eine schöne Adventszeit!

Viele Grüße von Haus zu Haus sendet Renate Hartwig

Max erste Zugfahrt allein

Im Moment gibt es viel zu wenig aufbauende, schöne Nachrichten. Nun habe ich eine gefunden, die ich nicht nur weitergeben möchte, sondern in der sich mir Bekanntes spiegelt. Ich habe diese wunderschöne Geschichte, die ich von Martin Smits erhielt, unten angehängt, einfach weil heute Dienstag ist. Sie berührte mich, da mich meine Eltern selbstbewusst ins Leben gehen ließen. Mir das Urvertrauen gaben, immer da zu sein, wenn es notwendig war! So habe ich es weitergegeben an meine Kinder. Die an ihre! Und nun wissen meine Enkelkinder, dass die Türe zu mir, als ihre Großmutter, immer offen ist, wann immer es gewünscht und gebraucht wird! Urvertrauen weiter geben durch alle Generationen, ein Schlüssel 🔑 für selbstbewusstes Leben!

🍀🍀🍀🍀
Jedes Jahr brachten Max Eltern ihn in den Sommerferien zu seiner Großmutter und fuhren am nächsten Tag mit dem gleichen Zug nach Hause.

Dann sagt der Junge eines Tages zu seinen Eltern:

′′Ich bin jetzt ziemlich groß. Wie wäre es, wenn ich dieses Jahr alleine zur Oma gehe?“

Nach kurzer Diskussion sind sich die Eltern einig.

Sie stehen am Bahnsteig, winken und geben ihm einen letzten Tipp aus dem Fenster, während Max denkt:

′′Ich weiß, das hast du mir schon hundertmal gesagt…!“

Der Zug fährt gleich ab und der Vater flüstert:

′′Mein Sohn, wenn du dich plötzlich schlecht oder verängstigt fühlst, dann ist das für dich!′′

Und er steckt ihm etwas in die Tasche.

Jetzt sitzt der Junge alleine, sitzt im Zug, ohne seine Eltern, zum ersten Mal…

Er sieht die vorbeiziehende Landschaft aus dem Fenster, Unbekannte um ihn herum hetzen, machen Lärm, kommen und gehen aus dem Abteil, der Schaffner spricht ihn an, dass er alleine ist… Ein Mensch wirft ihm sogar einen traurigen Blick zu…

So fühlt sich der Junge immer unwohler…

Und jetzt hat er Angst.

Er senkt seinen Kopf, kuschelt sich in eine Ecke des Sitzes, Tränen kommen ihm in die Augen.

Er erinnert sich daran, dass sein Vater ihm etwas in die Tasche gesteckt hat.

Mit zitternder Hand sucht er dieses Stück Papier, öffnet es:

′′Mein Sohn, ich bin im letzten Wagen…“


So ist es im Leben…

Wir müssen unsere Kinder laufen lassen und ihnen vertrauen…

Wir sollten aber immer im letzten Wagen sein, damit sie keine Angst haben…😊