Gesundheit

RKI Mathematik 6 oder arglistige Täuschung?

Es stellt sich bei den Angaben der Inzidenzen eine grundsätzliche Frage, die uns alle betrifft! Nehmen wir die Region Kaiserslautern. Dort leben rund 50.000 US-Soldaten mit ihren Familien. Statistisch werden die US-Amerikaner NICHT als Einwohner gezählt – aber deren POSITIVTESTUNG fließt in den vom RKI berechneten Inzidenzwert. Ähnlich ist die Situation bei Asylbewerbern. Dies führt automatisch zu einer Verzerrung des Inzidenzwertes mit teilweise absurden Folgen. In dem Video sehen wir einen Auszug aus einer Bundespressekonferenz. Nach den berechtigten Fragen eines informierten Journalisten, wird jeder aufmerksame Zuhörer*In sofort hellhörig! In den Beispielen werden die angesprochenen Gruppen NICHT in die Einwohnerzahl gerechnet!! Jedoch werden die positiv Getesteten mit in die Inzidenzen gezählt! Deshalb verschieben sich die Inzidenzwerte nach oben. Genau da staunen nicht nur Mathematiker, denn diese Berechnung hat in den Regionen massive Folgen für alle Bürger*Innen!  Während der Corona-Pandemie wird die 7-Tage Inzidenz betrachtet. Das heißt, wie viele Menschen haben sich pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen mit Corona angesteckt. Und wenn nun – wie im Fall Kaiserslautern – die 50 000 US Soldaten und deren Familien nicht als Einwohner registriert sind – jedoch deren positive Testung gerechnet wird, verschieben sich die Inzidenzen massiv nach oben. So betrachtet wird diese Art der Regierungs – Mathematik zum politischen Lenkungsinstrument! Die Antworten vom Regierungssprecher Seibert und der Sprecherin des Gesundheitsministeriums, entsetzen mich. Er versucht geschickt einer Antwort zu entgehen, sie sagt gleich, dass sie keine Ahnung hat! Zur Erinnerung: Es handelt sich um eine Bundespressekonferenz, wenn es nicht so ernst wäre, könnte man annehmen, es geht um die Vorstellung eines Berliner Kasperletheaters!

Macht um jeden Preis – auf welche Kosten!?

Aufgrund der momentan ständigen Diskussionen um die Macht in den politischen Gremien, fällt mir ein Satz von einem sehr weisen Mann ein. Ich war 24 Jahre und in der Sozialarbeit sowie politisch voll engagiert. Er sagte vergiss nie: “Politik ist eine Hure! Bevor du dich engagierst, schau genau hin wer der Zuhälter ist!!”Um was geht es in der Politik? Egal wer versucht, uns zu überzeugen am 26. September “IHN” oder “SIE” oder deren Partei zu wählen, überwiegt für mich heute der Gedanke: Sie haben uns aus dem Fokus verloren. Sie reden nicht mehr darüber, ob das was sie entscheiden etwas nutzt, sondern wie und ob es ihnen nutzt! Macht korrumpiert und klebt! Bestes Beispiel finden wir gerade in der CDU/CSU – nach der Devise “Was interessiert mich mein Wort von gestern” reizt Markus Söder alles aus. Es geht bis zum Wortbruch – denn es geht um Macht! Einmal mehr sinkt das Vertrauen und fördert Politikverdrossenheit! Die nächsten Monate werden wir erleben, wie für uns alles geschlossen bleibt und die Pandemie verwaltet wird. Kein Wort mehr über die Systemfehler im Gesundheitswesen. Auch nicht, wer sie ausbadet! Und schon gar nicht, wer dafür verantwortlich ist. Wir erleben wie das Land und mit ihm wir, erstarren. Dies alles wird nicht thematisiert! Wie gesagt, es geht nur noch um Macht – und um Besitzstandwahrung! Es geht hauptsächlich darum, die existenziell abgesicherten Sessel im Bundestag nicht verlassen zu müssen. Wer heute tatsächlich denkt, es gehe um uns, die Bevölkerung….. den frage ich jetzt, von was er/sie bei Nacht träumt!? Kurt Tucholsky hat es auf den Nenner gebracht: “Eine Regierung ist nicht der Ausdruck dessen, was ein Volk will, sondern der Ausdruck was ein Volk erträgt!”

Kanzlerin’s Abtauchen wenn es brenzlig wird!

Heute tagen sie wieder in Berlin. Unsere 16 Landtagsfürsten mit der Kanzlerin in ihrem Haus! Es geht um die Pandemie. Heute möchte ich einen Gedanken in die Runde geben, der mich seit längerem beschäftigt. Mir fällt seit 16 Jahren Merkel Kanzlerschaft folgendes auf: Immer, wenn es in ihrem Umfeld eng und unangenehm wird und von ihr, als Kanzlerin des Landes, eine Stellungnahme wichtig wäre, taucht sie ab. Zu den täglich vermehrten Infos über die Raffkes in der CDU/CSU hören wir von ihr nichts. Nicht einmal Steffen Seibert, Staatssekretär und Sprecher der Bundesregierung (ehemals ZDF Moderator) gibt ein Statement der Kanzlerin ab. Man(n) und Frau, hat sich zurückgezogen im Berliner Elfenbeinturm, es wird abgewartet. Lieber wird die Fahne der Unschuldsvermutung geschwenkt. In der Hoffnung, möge der Kelch bis zur Bundestagswahl vorübergehen. Ruhig halten, zu dem brisanten Thema, ist angesagt. Nur gut, dass es dieses Corona mit dem Auf und Ab gibt. Hier ist man seit über einem Jahr eingespielt, kann sich hinter einer inzwischen gewachsenen Zahl von Virus – Spezialisten zurückziehen – und hoffen! Auf was? Zynisch betrachtet: Dass dieses Wahlvolk sich mehr mit Covid beschäftigt, als mit der Frage, wer sind sie eigentlich wirklich, unsere VolksvertreterInnen? Und was und wen finanzieren wir in den Parlamenten mit unseren Steuergeldern? Sichern eine Heerschar von ParlamentariernInnen, Minister*Innen und deren Hofstaat, bis ins Alter und darüber hinaus ab? Im Blickwinkel der Raffkes, ist dies ein mathematisches Zahlenspiel der besonderen Art – in diesen besonderen Zeiten erst recht! Und wer denkt, dies seien Einzelfälle, womöglich nur von den C Parteien, hat das Spiel schon verloren.

Amigos Erben haben nichts gelernt!

Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier (Mahatma Gandhi) Kein Tag vergeht ohne das Durchsickern von Politikernamen, die sich über Masken- Deals bereicherten. Immerhin ermittelt die Generalanwaltschaft München in der Affäre gegen fünf Beschuldigte. Darunter ein Landtagsabgeordneter. Die Ausreden und Rechtfertigungen der Volksvertreter demaskierungen ihre Haltungen. Ganz oben steht der ehemalige bayrische CSU Justizminister Sauter. Er soll in seiner Kanzlei Verträge erstellt haben, auf deren Basis der ehemalige Bundestagsageordnete und Parteifreund Nüßlein Provisionen für die Masken -Vermittlung kassiert haben soll. Berichte des “Spiegels” und der “Augsburger Allgemeinen” bestätigen, dass es sich bei dem angegebenen Abgeordneten um den CSU-Parlamentarier Alfred Sauter handelt, der im CSU-Vorstand Vorsitzender der Finanzkommission ist. Die “Süddeutsche Zeitung” berichtete, Sauter könnte mit den Masken-Deals rund eine Million Euro eingenommen haben. Ich erinnere mich noch gut an Sauters Moralpredigten in Wahlkampfzeiten – bei Ärztetreffen in Bayern 2009! Reden wir heute über Sauters Moral, über seine Ausrede, er sei „nur“ als Anwalt tätig gewesen. Für mich eine billige Rechtfertigung. Ich hätte von ihm – gerade als Anwalt und ehemaliger Justizminister – erwartet, diese Deals zu stoppen. Und nicht in seiner Kanzlei die nötigen Verträge zu erstellen. Gier frisst Hirn. Mehr kann dazu nicht gesagt werden. Dazu diese gespaltene Denkweise, wenn etwas herauskommt, trennt man einfach die Richtung – der Anwalt Sauter hat nichts mit dem Politiker Sauter zu tun! Diese Denke hinkt für mich! Es riecht intensiv danach, dass der ehemalige Justizminister die anwaltlichen Schlupflöcher benutzt, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Es ist zu hoffen, dass im Jahr 2021 die alten Amigo Seilschaften keine Chance zum Vertuschen bekommen.

8.März: Weltfrauentag kritisch betrachtet!

Super Termin, also schauen wir einmal auf einzelne politische Frauenspiele und die Folgen. Nehmen wir als Beispiel unseren Senkrechtstarter Jens Spahn. Bei aller berechtigter Kritik an dem arroganten, wortbrüchigen Spahn, wir haben vergessen, genau hinzuschauen, weshalb er Gesundheitsminister ist! Wer ist für die Personalpolitik verantwortlich?
Also, wer hat die Verantwortung in der Berliner Gurkentruppe? Wer hat ihn auf einen Posten gesetzt, über den er 82 Millionen Bürger und Bürgerinnen schaden kann? Haben wir ihn in den Posten gewählt? Nein, wir werden gar nicht gefragt, und doch sind wir beteiligt! Denn wir baden seine Fehler aus.
Gesundheitsminister wurde er, durch eine längst bekannte Strategie von Angela Merkel. Ihre Kritiker beißt sie entweder weg, (z.B. u.a. wie damals Norbert Röttgen, Friedrich Merz, Roland Koch) oder sie hebt sie in Positionen, mit Schleudersitz. Jens Spahn war ein massiver Kritiker von Merkel, mit dem Webeißen ging nicht. Es gab da einige schützende Hände über Spahn. Und was geschah? Er wurde Gesundheitsminister!
Also stell ich die Frage andersherum: Welche Konsequenzen hat nun die Fehlerquote des Spahn? Für wen? Garantiert nicht für Spahn! Der hat nicht nur, durch unser politisches System, seine Brötchen bis ins Alter total abgesichert. Sondern sich beim Berliner Spiel, die Reise nach Jerusalem, bereits einen Stuhl, gesichert! Wie eine Mistel, hat er sich, bei der Wahl zum neuen CDU Vorsitzenden, an den Kanditen Armin Laschet gehängt. Und einer wie Spahn, hat auf dem politischen Schachbrett, längst eine Strategie wie er, notfalls einem anderen, den Stuhl wegzieht. Spahn ist schon zu lang in dem Kesselhaus Politik und weiß Zuviel über Gerüche, damit er sein eigenes Gschmäckle übertünchen kann!!
Um auf den Frauentag zurückzukommen, wann bitte führen eigentlich die Merkelinischen Spiele und Folgen, sowie diese seltsamen Besetzungen in Positionen, zu Konsequenzen? Wir könnten hier, anhand von Fakten der Unfähigkeiten, gleich weiter machen. Merkels Entscheidungen, Ursula von der Leyen aus der Schusslinie zu bringen, (Durch mysteriöse Beraterverträge stand sie kurz davor, dass ihre Immunität aufgehoben wird) Annegret Kramp – Karrenbauer, in ein Amt hoch zu jubeln, von dem klar war, dass sie ihm nicht gewachsen ist. Und dann, die zwar immer gut gekleidete, aber schwache Julia Klöckner, in ein von starken Lobbygruppen umgebenen Landwirtschaftsministerium zu setzen, zeigt: Man kann den Frauentag auch kritisch herum betrachten – in dem die Frauen, die in Positionen sind und etwas verändern zu könnten, Mist bauen!

Corona und die Gier! Gewinner und Verlierer der besonderen Art…..!

Es gibt sie, mehr als genug, die Corona Verlierer. Existenziell und sozial. Seit einem Jahr wird uns, dem Fuß – und Wahlvolk, täglich mit erhobenem Zeigefinger mitgeteilt, was wir dürfen, was wir sollen und vor allem was verboten ist! Dazu gleich, bei Verstößen, die Höhe der Strafzahlungen, Die überwiegende Masse hält sich Regelkonform! Denn, es geht, wie uns von oberster Stelle gesagt wird, um die Eindämmung von Covid 19 und nun auch noch um die Mutanten. Da reißen sich Millionen zusammen, halten sich an die Regeln. Kaufen in Mengen die vorgeschriebenen Masken. Millionen sind in Kurzarbeit, sparen wo immer es geht. Viel zu viele haben bereits ihre Existenz verloren. Doch wir halten durch, verzichten auf Kontakte.
Hoffen auf die großspurigen Versprechen der Politiker, von wegen keiner fällt durch das Raster.
Schauen wir mit diesem Blick auf einige Politiker und die Vorgänge in deren Zunft, dann werde ich wütend! In der üblichen Euphorie eines Wahljahres, wie 2021 eines ist, übertreffen sich die Landesfürsten im Muskelspiel der Verbote. Kaum sinken jedoch ihre Umfragezahlen, wird gelockert. Um was geht es jetzt eigentlich? Um die Bekämpfung der Pandemie, oder um Besitzstandswahrung? Um Wahlstimmen? Oder vor allem um die Befriedigung von Macht und Gier? Diese Frage stellt sich unweigerlich, blicken wir nur auf einige Politiker und Politikerinnen.

Eine Gewinnerin ist Melanie Huml (CSU) bis Januar Gesundheitsministerin in Bayern. Jeder Arbeitnehmer wäre aufgrund der Vorkommnisse unter ihrer Verantwortung, fristlos entlassen worden. Als Ministerpräsident Söder, ihre massiven Fehler in Sachen Pandemiebekämpfung nicht mehr decken konnte, wurde sie in die Staatskanzlei gehoben und zur Europaministerin ernannt! (Siehe Artikel Blog RH Glaubwürdigkeit)
Dumm gelaufen, denn nach ihrem Wegloben, kamen noch die Käufe von überteuerten FFP2-Masken und Schutzanzüge für den Freistaat von der Schweizer Firma Emix Trading auf. Weshalb fällt mir nun das Wort Amigo ein, als öffentlich wurde, dass der Handel von der Tochter des früheren CSU-Politikers Gerold Tandler, nämlich von Andrea Tandler, vermittelt wurde?
Klar, hat das Erinnerungsvermögen der Melanie Huml, was den Deal im März 2020 betrifft, in den Höhen der Staatskanzlei nachgelassen! Der SZ sagte sie: “Das ist alles auf Fachebene gelaufen und geprüft worden.” Damit ist es für sie erledigt! Nur sie war die verantwortliche Ministerin! Vergessen hat sie auch, wie Der Spiegel berichtete, dass der Freistaat, der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen auf Tandlers Vermittlung für Millionen-Summen überteuerte Schutzausrüstung bei Emix bestellt hatten. In der Schweiz war sogar von “Abzockern” und “Goldrausch” die Rede, sogar eine Anzeige wegen Wuchers sei gestellt worden. Außerdem hat Huml laut Spiegel den nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf Tandler und Emix hingewiesen. Auch hier versagte der neuen Europaministerin ihr Gedächtnis. An einen solchen Hinweis kann sie sich nicht erinnern!

Ein weiterer Gewinner, mit Wahlkampspenden, ist Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Wie war das noch? Für alle gilt, außer Einkauf, Arztbesuch und Arbeit heißt es Zuhause bleiben! Alle? Die Besuchs- Regel lautet: Lediglich eine Person von einem anderen Haushalt! Ja, klar für uns das Fußvolk. Nur für unseren Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gilt die Regel nicht! Diese wird aufgehoben, wenn es bei einem privaten Abendessen um Partei – Spenden für seinen Bundestags- Wahlkampf geht. Risiko hin oder her. Seine eigene Warnung löste sich für ihn, im Oktober 2020, in Leipzig einfach auf! Er nahm die Einladung zu einem „privaten“ Abendessen, mit zwölf Geschäftsleuten wahr!
Die Gäste wurden, laut einem Gast, dazu angehalten, evtl. als Dessert 9.999€ an Spahns Wahlkreis Münsterland 1 zu spenden. Die Gäste des Abendessens waren von Gastgeber Zimmermann dazu aufgefordert worden zu spenden, und so Spahns Bundestagswahlkampf zu finanzieren. Bitte gestückelt, denn Spenden ab einer Höhe von 10.000 Euro müssen die Parteien in Berichten offenlegen!!
Die danach beim Minister aufkommende Erkältung, entpuppte sich als positiver Corona Test! Danach begab Spahn sich in häusliche Quarantäne! Wie seine Spender vom Abendessen in Leipzig, falls sie informiert wurden, wohl auch! Über Teilnehmer wurde bekannt, Spahn hat die Maske bereits beim Stehempfang abgenommen. Nur für ein Erinnerungsfoto wurde sie wieder aufgesetzt! Irgendwelche Konsequenzen? Fehlanzeige! Oder hat jemand etwas von einer Anzeige, oder Bußgeld gehört!?
Ob der CSU Politiker Georg Nüsslein Gewinner bleibt, ist noch offen! Die angelaufenen Korruptionsermittlungen gegen ihn sind keine Kleinigkeit! Ermittelt wird unter anderem wegen des Anfangsverdachts der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern im Zusammenhang mit dem Ankauf von Corona-Atemschutzmasken. Immerhin hat die Generalstaatsanwaltschaft München am 25.02.2021, sage und schreibe 13 Objekte in Deutschland und in Liechtenstein durchsuchen lassen und Beweismittel sichergestellt. Wer sich juristisch ein wenig auskennt, weiß: Ein Antrag, um das Aufheben der Immunität in Gang zu setzen und Durchsuchungen zu veranlassen, bedarf es einen dringenden Anfangsverdacht. Allein in Bayern waren mehr als 30 Beamte von Landeskriminalamt und Steuerfahndung an den Durchsuchungen beteiligt. Um was geht es? Keine Frage, die Unschuldsvermutung gilt. Jedoch, was zu der staatsanwaltlichen Aktion geführt hat, ist ein Skandal. Für einen 14-Millionen-Euro-Auftrag für Corona-Masken, den das Unternehmen vom bayerischen Gesundheitsministerium bekam, sollen Provisionen geflossen sein. Über einen Zwischenhändler soll Nüsslein mit seiner eignen Firma 650.000 Euro Provision am Finanzamt vorbei kassiert haben.

Die Frage nach dem Warum, ist überflüssig. Es sieht so aus, als haben einige Volksvertreter/ Innen die Bodenhaftung verloren. Gier frisst Hirn, denn keiner unserer Politiker nagt am Hungertuch. Nur die geschilderten Vorgänge zeigen, wie sie über uns, das Volk denken. Wir, die durch unsere Arbeit Steuern zahlen, von denen sie – inclusive Altersversorgung – finanziert werden! Mir fällt dazu nur ein Wort ein: Charakterlos und Schäbig!

Wie Glaubwürdigkeit und Vertrauen verspielt wird…!

Dreikönig 2021! Minister Söder zieht die Reißleine und lobt seine Gesundheitsministerin Melanie Huml schnurstracks weg in die Staatskanzlei! Die unbeantwortete Frage lautet: Wie tickt eigentlich das Bayerischen Gesundheitsministeriums? Wer übernimmt Verantwortung für Handlungen? Niemand wie es aussieht. Nicht nur die Corona Test Fiaskos, es sind die aneinandergereihten Widersprüche, bis hin zu Oberflächlichkeiten, die in der Gesellschaft Verwirrung stiften. In Zeiten wie diesen, alles andere als hilfreich!
Beispiel: Im Bayernland konnte der Hersteller “Smile by Ego” einen gigantischen Umsatz für seine Klarsichtmaske verbuchen. Grund: Die schriftlichen Aussagen aus dem Hause der Ministerin Melanie Huml (CSU) für die Klarsichtmaske des Unternehmens. Damit wurde flächendeckend geworben!
Nun musste das Unternehmen Ende Dezember einem Großteil seiner Mitarbeiter kündigen. Denn am 10. Dezember 2020 machte das Gesundheitsministerium plötzlich eine Rolle rückwärts und verbot die Klarsichtmaske. Die Umsätze gingen auf null. Die schriftliche Bestätigung von dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, datiert vom 20.Juli 2020, „die Maske smile by ego sei eine Alternative zu der „Alltags/ Community – Maske“ zudem „sei der Fremdschutz des Gegenübers ähnlich gewährleistet wie bei anderen MNB“ so kam es, dass die Klarsichtmaske von einem Großteil der Bevölkerung gekauft wurde, sie war auch in Schulen zulässig. Immerhin, so das Ministerium, „sei das Tragen dieser Maske in Einrichtungen für Kinder und in der Gastronomie dienlich.“ In den Filialen der V-Märkte oder beim Künstlerbedarf Bösner, sowie weiteren Läden in ganz Bayern, wurden die Masken vom Personal getragen und auch zum Kauf, zwischen €10 und €14 angeboten.
Weiteres Beispiel: Das für die Impfstoff-Logistik in Bayern zuständige Gesundheitsministerium lies den empfindlichen Covid-19 Impfstoff von Biontech, in Camping – Kühlboxen mit Bierdosenhalter transportieren. So wurden hunderte Impfstoffdosen falsch gekühlt, somit unbrauchbar und mussten zerstört werden. Experten sind über das bayerische Logistik-Konzept entsetzt.
Zeitgleich agiert Ministerpräsident Söder als Vorreiter in Sachen Pandemiebekämpfung und spricht sich für eine Impfkampagne aus um die Bevölkerung vom Impfen zu überzeugen. In den Medien wird er mit folgender Aussage zitiert: “Es braucht Vorbilder aus dem öffentlichen Leben, auch aus der Politik, um klar zu machen, der Impfstoff ist sicher”
Sicher ist auf jeden Fall, dass jeder Arbeitnehmer, der solche Fehler wie Ministerin Melanie Huml CSU, sie zu verantworten hat, hochkantig aus jedem Job geflogen wäre! Nur in der Politik lauft es anders. Hier wird die verantwortliche Ministerin, vom Chef persönlich, am Dreikönigstag in die Staatskanzlei gehievt und in der Rundschau im BR für ihre „hervorragende Arbeit“ gelobt!

Renate Hartwig
Autorin & Publizistin

Hier dazu eine Betroffenenmeinung:

Zum Thema Kunststoffvisiere sind in Bayern nicht mehr erlaubt
Ärztlicherseits maskenbefreit, mit Diagnose im Attest stehend, trug ich wenigstens ein Visier, um den z.T. aggressiven Diskussionen und verachtenden Anfeindungen anderer Menschen zu entgehen. In einem großen Supermarkt wurde ich im September darauf hingewiesen, künftig nur noch bedient zu werden, wenn ich das Visier: Smile by ego trage, für 9,95 €. Nur dieses sei vom Bayerischen Gesundheitsministerium abgesegnet und erlaubt. Wieder gehorchte ich. Und nun lese ich in der Zeitung, dass Visiere in Bayern nicht mehr erlaubt sind. Welche Alternative wird uns Maskenbefreiten angeboten? Keine!! Es ist so, als wenn ich einem querschnittgelähmten Rollstuhlfahrer mitteile: Ab morgen Rollstuhlverbot, du gehst an Krücken! Kannst du nicht? Dein Problem. Vom Bayerischen Gesundheitsministerium erlaubt und jetzt verboten. Entscheidet die Gesundheitsministerin und ihr Team eigentlich mittels eines Würfelbechers?? Dieser Eindruck drängt sich mir auf! Wann gibt es mal personelle Konsequenzen für solch ungeeignete, überforderte Amtsinhaber, die jetzt der Herstellerfirma und den vielen, vielen Bestellern dieser Visiere enormen finanziellen Schaden zugefügt haben.

Ines Krauße

2015 – betrachtet mit einem Blick in den Rückspiegel!

Ihnen allen ein gutes neues Jahr 2016. Um vorwärts zu kommen, darf man auf keinen Fall vergessen in den Rückspiegel zu schauen! Aufgrund der Erfahrungen in diesem zu Ende gehenden Jahr, freue ich mich auf ein aktives Jahr 2016, in dem wir aufhören sollten, in diesem Monopolyspiel zwischen Konzernen, Kassen und
Ärztefunktionären Ambos zu sein und anfangen zu lernen endlich Hammer zu werden!
Die Beschleunigung im Jahr 2015 auf der Überholspur der Autobahn G (steht für Gesundheitssystem) war rasant! Als Ziel ist seit Jahren „Auscashen“ eingegeben, wie es eben in der Wirtschaft heißt. Ja, wir sind seit 2015 als Kassenpatienten noch schneller unterwegs, um als Produkt für weitere Plünderungen freigegeben zu werden. Klar, es geht uns schon längst an den Kragen, nur eben so subtil, dass es nur diejenigen bemerken, die sich aufgrund eigener Krankheit, oder durch Erfahrungen in ihrem sozialen Umfeld, gezwungenermaßen damit auseinandersetzen.
In Amerika gibt es das, auf was wir zurasen, alles schon. Ein Gesundheitssystem in der Hand von Konzernen. Der Mensch als Ware. Es ist noch einmal weit um die Hälfte teurer als unser deutsches System. Und es ist eines der schlechtesten Gesundheitssysteme der Welt. Leider wurde auch in diesem Jahr, in der Diskussion um das Thema TTIP, genau dieser Passus um die Folgen für unser Gesundheitswesen, nicht einmal im Ansatz thematisiert! Ja, wir werden es erfahren, keine Frage. Spätestens dann, wenn die Lobbyisten im Bundestag ihre Arbeit getan und unsere Volks(ver)treter in deren Sinne abstimmen! Der Betrug an uns als Kassenpatient hat einen Namen, den Sie sich gut merken sollten: Gewinnmaximierung! Und zwar für diejenigen, die uns in der Masse zwangsversicherter Kassenpatienten als Ware Mensch sehen. Zum Ende des Jahres will ich kurz zusammenfassen, was auf uns zukommt.
Die jeder Kontrolle beraubte Gesundheitsindustrie, der sich längst unsere Krankenkassen angepasst haben, wird radikal alles an sich reißen, was nur entfernt nach Gesundheit und Krankheit riecht und Rendite verspricht. Ziel ist alles zu bestimmen, alles im Sinne von Gewinn zu verändern und zu kontrollieren. 2015 war wieder ein Jahr, in dem das angepeilte, renditeorientierte System, mit Hilfe von Kassen – und Ärztefunktionären massiv an Fahrt aufgenommen hat. Um Gesundheit, um uns als Patienten, wird es immer mehr nur noch am Rande gehen. Das ist nur noch das Alibi, mit dem Geld gemacht wird. Wir, als Kassenpatienten sind nur noch Objekte einer lückenlosen Wertschöpfungskette, durch die wir ausgenommen werden wie die Weihnachtsgans! Mit allen Tricks wird man uns scheinbare Gesundheit, Leben, Jugend verkaufen. In Wahrheit werden wir nur um unser Geld – das wir einzahlen um „VERSICHERT“ zu sein – betrogen.
Aufgrund meiner jahrelangen Erfahrungen muss ich am Ende dieses Jahres eingestehen: Der von mir, als Lösung gegen diese Entwicklung, lange Zeit forcierte Schulterschluss zwischen Arzt und Patient, ist gescheitert! Die Masse der niedergelassenen „freien“ Ärzteschaft, die als Scheinselbstständige agieren, hat sich ebenso dieser Entwicklung angepasst. Deshalb wird es Zeit für uns Kassenpatienten, diese Autobahn zu verlassen und einen Neustart zu wagen. Das Ziel ist und bleibt ein humanes, gerechtes Gesundheitssystem. Bei dem wir ganz schnell lernen sollten, selbstsicher als dass aufzutreten, was wir sind: Die Finanziers des Gesundheitssystems! Und ab 2016 nicht mehr zulassen, wie über uns gesprochen und verhandelt wird, sondern, wir uns einmischen und uns weder vermarkten, verkaufen noch benutzen lassen.

Mama geht zu den Engeln

Abgestimmt haben sie heute, unsere Volksvertreter/Innen und zwar frei nach ihrem Gewissen. Dies zu betonen zeigt schon, wie sehr in anderen Entscheidungen und Abstimmungen das Gewissen weniger zählt, als der Fraktionszwang. Nur heute möchte ich jetzt mal gar nicht ein Haar in der Suppe benennen. Gut so, wie sie abgestimmt haben. Bei der Freigabe geschäftsmäßiger Sterbehilfe hätte ich massive Probleme gehabt. Bitte blicken wir einmal genau hin, was dieses Wort “Selbstbestimmung”, generell im Gesundheitssystem – für Arzt und Patient – bedeutet. Hier wäre der Ansatz zu einer breiten Diskussion um das bestehende System und die damit verbundenen Probleme. Wir dürfen die nicht vergessen, die aufgrund der Systemfehler den Weg Sterbehilfe als einzigen Ausweg und als Option sehen! Hier dazu ein Kapitel aus meinem Buch “Krank in Deutschland” Seite 152!

12 Mama geht zu den Engeln….
Zwei Frauen kommen aus einem alten Patrizierhaus und gehen langsam die Straße entlang. Der Himmel ist von der untergehenden Sonne rot gefärbt. Die jüngere der beiden hakt sich unter und zeigt zum Himmel: „Schau mal, oben backen die Engel bereits Kuchen für meinen Empfang.“ Die beiden Frauen kommen von einem der seit drei Monaten laufenden Gespräche bei einer Schweizer Sterbehilfefirma.
Wer die beiden Frauen des Weges gehen sieht, denkt, sie unterhalten sich über etwas Alltägliches, Banales. Doch es geht um den Tod. Genau gesagt um das Sterben der 39-jährigen Sandra. Fast elf Monate lang lag sie im Krankenhaus, vierzigmal auf dem Operiationstisch. Die Ärzte entfernten ihr immer mehrere Abszesse auf einmal. Inzwischen schlagen Antibiotika und Schmerzmittel bei ihr nicht mehr an. Es fehlen ihr auf Grund der ständigen Eingriffe regelrecht ganze Körperstücke. Aus purer Verzweiflung besucht sie ihre Tante in der Schweiz, die ihr nach längeren Gesprächen den Kontakt zu einer von zwei Sterbehilfefirmen vermittelt. So eine Entscheidung trifft man ja nicht aus heiterem Himmel. Zumal in Deutschland ein Ehemann mit zwei Kindern auf ihre Rückkehr wartet. Bis zu diesem Abend mit dem rot gefärbten Himmel wusste niemand, welchen Hintergrund die Besuche bei der Tante in der Schweiz hatten. Es geht bei diesem Spaziergang um die Frage, wo der tödliche Medikamentenmix, den die Firma besorgt, eingenommen werden soll. Weihnachten will sie noch bei der Familie verbringen. Das macht die Erklärung gegenüber den Kindern „Mama geht zu den Engeln und passt von dort oben auf euch auf“ glaubhafter.
Die Kliniken und die Ärzte, die sie bisher behandelt haben, zeigen sich ratlos. Alles hat sie erlebt, Ernährungsumstellung, extremes Fasten bis zu der Mutmaßung, sie bilde sich diese Krankheit nur ein. Sie begann im Internet zu recherchieren und stieß auf Krankheitsbilder, die ihren Zuständen ähnlich waren. Sandra arbeitete im medizinischen Bereich und hatte keine Mühe, sich zu informieren. So stößt sie bei den Recherchen auf eine Behandlungsmethode, von der ihr mehrere Ärzte bestätigen, dass bei 75 Prozent aller Patienten eine wesentliche Besserung und sogar Heilung eingetreten sei. Nur die Krankenkasse sagt, die Voruntersuchungen für die Behandlungsmethode und die Medikamente seien zu teuer. Sie würden zwar die Therapie bezahlen, bei der man sich sicher sein kann, dass sie eine Besserung bringt und eine Heilung in vielen Fällen möglich ist – aber sie zahlt nicht die Untersuchungen, die dafür nötig sind, um die Therapie zu beginnen. Sie zahlen auch nicht die Verlegung in eine Klinik, die auf dieses Krankheitsbild spezialisiert ist. Ihr Hausarzt steht ihr bei und greift nach jedem Strohhalm, den es in dieser Situation noch gibt. Ein teuflisches Karussell beginnt sich zu drehen.
Eines Morgens stellt sich heraus, dass sie auf das verabreichte Medikament und dessen Wirkstoff reagiert und sie erleidet einen anaphylaktischen Schock, eine extrem starke allergische Reaktion, die zum kompletten Versagen des Herz-Kreislauf-Systems führen kann.
Zu diesem Zeitpunkt reicht bei einer Operation die normale Dosis Narkosemittel nicht mehr aus. Das führt dazu, dass sie nach jeder OP auf die Intensivstation kommt, weil ihre Lunge versagt. Die ganze Situation steigert sich, weil sie teilweise jeden dritten Tag operiert wird und dadurch körperlich massiv abbaut. In dieser ausweglos erscheinenden Situation entscheidet sie sich für die Sterbeklinik in der Schweiz, da ihr keiner sagen kann, ob und wie ihr noch zu helfen ist.
Ihr größtes Problem mit ihrer Erkrankung aber war, dass sie viele Kliniken abwiesen. In den mir vorliegenden Unterlagen liest sich das alles wie ein Horrortrip, wie eine Geschichte aus einer anderen Welt.
Bei den ersten Erzählungen aus Sandras Umfeld halte ich das alles für ausgeschlossen. Der Arzt fragt nach dem 35. chirurgischen Eingriff, ob ihr die Operationen Spaß bereiten. Die ganzen Umstände lassen sie spüren: „Schon wieder die. Geh wo anders hin, du bist hier nicht erwünscht!“
Die Verzweiflung wird bei jedem Eingriff größer und größer. Sie fühlt sich nur noch als Belastung für ihr komplettes Umfeld. Sie sinkt in eine tiefe Depression. Antidepressiva werden verabreicht. Das Karussell dreht sich weiter. So glaubt sie, allen einen großen Gefallen zu tun, wenn sie sich von dieser Welt verabschiedet. Sie klammert sich an den Gedanken, wenn sie mich beerdigen, freuen sich alle und genau das wünscht sie sich – mit dem endgültigen Abgang ihrem Umfeld einen Gefallen tun. Der Gedanke nimmt sie gefangen und gibt ihr neue Kraft. So entsteht der Kontakt zum Schweizer Sterbeunternehmen.
Die ganze Aktion scheitert (Gott sei Dank) jedoch, weil das Sterbeunternehmen die Abtretung ihrer Lebensversicherung verlangt. Denn das geforderte Bargeld für diese „Dienstleistung“ kann sie nicht aufbringen. So fürchtet sie, dass sich ihr Wunsch nicht erfüllt und sich die Familie eben nicht freut, endlich ohne diese kranke Mutter weiterleben zu können. Die Angehörigen, so vermutet sie, denken vielmehr, sie erfülle sich ihre Wünsche auf Kosten der Hinterbliebenen.
Zeichnet man Sandras Leidensweg nach, sieht es so aus, als habe sich tatsächlich die komplette Welt gegen sie verschworen. Sie wird auch für die Krankenkasse – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Belastung. Die hohen Kosten haben zur Folge, dass die BKK ihr ganz genau die Behandlung vorschreibt. Freie Arztwahl ist für Sandra vorbei. Sogar das Krankenhaus kann sie nicht mehr wechseln.
Ein Gespräch mit ihrem Chef – Sandra arbeitete bis zu ihrer Erkrankung in einer Arztpraxis – verdeutlicht mir den ganzen Wahnsinn dieses Gesundheitssystems. Ihre Odyssee hat einen völlig absurden Hintergrund. Da weltweit bei viel zu wenigen Menschen diese Krankheit ausbricht, werden weder ihre Ursachen erforscht noch wirksame Therapien entwickelt. „Wirtschaftlich uninteressant“ wird mir mehrfach als Argument genannt.
Noch mal zum Mitschreiben: Sandra hat wie Manuela Akne inversa. Für dieses Leiden existiert noch nicht einmal eine eigene Codenummer des internationalen Verzeichnisses aller Krankheiten, kurz ICD-10 genannt. Und weil nur wenige Patienten erkranken, stellt auch die Pharmaindustrie kein möglicherweise hilfreiches Medikament her. Es wirft keinen ausreichenden Gewinn ab, um die Kosten der Innovation zu decken. Kann das sein? So wie sich die Ist-Situation im Mai 2010 darstellt, muss es wohl so sein.
Vier Jahre sind seit dem Ausbruch der Krankheit vergangen. Seit nunmehr sieben Wochen liegt Sandra in einer Klinik in Nordrhein-Westfalen. Ihr Mann hat niemand gefunden, der sich um die Kinder kümmert. Das Jugendamt hat sie inzwischen in einem Heim untergebracht. Die Tochter, kurz vor der Pubertät, besucht die Mutter nicht mehr. Der Sohn (12) kommt mit dem Fahrrad und gibt ihr wenigstens zu verstehen, dass er will, dass sie gesund wird. Sie fehlt ihm, er braucht sie.
Völlig absurde Entscheidungen der Krankenkassen führen zu diesen immer wiederkehrenden Krankenhausaufenthalten. Der medizinische Dienst der Kasse akzeptiert nicht, dass ein häuslicher Pflegedienst eingeschaltet wird, um der Mutter zu helfen. Die notwendige, teilweise großflächige Versorgung der Abszesse kann Sandra allein nicht bewältigen. Dadurch verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand, infiziert sie sich von Neuem und schwächt von Mal zu Mal ihr Immunsystem.
In den vielen nächtlichen Telefonaten mit Sandra im Krankenhaus, (sie liegt allein wegen der offenen Abzesse) erfahre ich, welch tiefer Graben zwischen Theorie und Praxis liegt. Wut über diese Zustände überkommt mich. Wir sind längst eine eiskalte, egoistische Gesellschaft, in der jegliche Schwäche mit sozialer Ausgrenzung bestraft wird. An Manuela und Sandra wird eindeutig ersichtlich, wohin sich unser Gesundheitssystem entwickelt. Beide leiden am gleichen Krankheitsbild, das übrigens bereits seit 1836 bekannt ist, wie Recherchen zeigen. Die Betroffenen werden doppelt bestraft. Einmal durch die Krankheit und ein zweites Mal durch den Umgang des Gesundheitssystems mit ihr. Auf Grund der Budgetüberschreitungen von Manuelas Hausärztin droht dieser ein Regress – die Krankenkasse fordert gegenüber der Ärztin Geld zurück, weil sie zu viele Hilfsmittel, sprich Verbandsmaterial, für die Behandlung von Manuelas Krankheit aufschreiben muss.
Die Vorstellung, dass Kassenversicherte jährlich Milliarden Euro in dieses System pumpen und wir generell als sehr reiches Land Kranken Verbandsmaterial verweigern, sollte jeden in dieser Republik zum Nachdenken bringen!
In diesem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, wartet Sandra auf ihre nächste Operation. Mein Päckchen, mit der ich versuche ihr zu zeigen, wir denken an dich, erreicht sie nicht mehr vor der OP. Ihr Immunsystem ist völlig zusammengebrochen, die Lungen versagen. Noch vor ein paar Tagen haben die Ärzte einen Eingriff abgebrochen. Herzrhythmusstörungen und Fieberschübe bis 41 Grad stoppen die Chirurgen. Sandra hat die Hälfte ihres Gewichts verloren und bekommt gegen die Schmerzen bereits Morphium. Die Lymphknoten sind alle entfernt worden. Dabei werden die Lymphbahnen durchtrennt. Für die notwendige Lymphdrainage müsste sie außerhalb des Krankenhauses um Geld betteln. Erst heute, 23. Mai 2010, sagt sie mir am Telefon: „Die Option in der Schweiz ist ja noch offen!“
Manuela, die tapfer und kraftvoll diese Krankheit meistert, versucht ebenfalls in vielen Telefonaten Sandra in irgendeiner Form ein Stück Hoffnung und Lebensmut zu geben. Ausgang ungewiss – Sandra redet viel zu viel und zu oft von den Kuchen backenden Engeln, die auf sie warten. (..)
Stand heute 6.November 2015 – Sandra lebt noch und ist nicht bei den Engeln…….und ich denke heute sehr intensiv an sie. Denn der Punkt weshalb viel zu viele Menschen sich für einen Freitod entscheiden, oder ihn als Option sehen, liegt auch an den Systemfehlern, über die im Bundestag weder diskutiert noch an eine Aufarbeitung gedacht wird! Jetzt wäre die Zeit dies auch gesellschaftlich anzugehen.

Da sind sie aber an den Falschen geraten

Herr W. holte wie jeden Tag gegen Mittag die Post in die Wohnung. Da der Briefkasten nicht vor lauter Werbesendungen überquellen sollte, hatte er einen entsprechenden Aufkleber am Postkasten angebracht. Außer einem Brief seiner Krankenkasse war heute keine Post eingetroffen. „Vielleicht erhalte ich heute Antwort auf meine Frage nach den dubiosen Zuzahlungen“, sprach er vor sich hin, als er zurück ins Haus ging. Seine Frau musste aufgrund einer Vorsorgeuntersuchung zur Abklärung geröntgt werden. Mit einem entsprechenden Überweisungsschein bekam sie nach mehreren Wochen Wartezeit einen Termin beim Radiologen. Dort verlangt man nach erfolgter Untersuchung 38 Euro Zuzahlung, da die Krankenkasse das so vorgesehen habe. Die Patientin war seinerzeit von ihrem Ehemann begleitet worden, der sich gegen die Zahlung dieses Betrages wehrte – vor allem, weil sie vor der Röntgenuntersuchung nicht über die Verpflichtung einer Zuzahlung, geschweige denn über die Höhe informiert worden waren. Was ist denn das für ein Gebaren, hatte er sich in der Praxis empört und nur ein Schulterzucken der Arzthelferin dafür geerntet.
Nun ist Herr W. einer der informierten Bürger – Patienten, denen es ums Prinzipielle geht. „Ich habe es satt, dieses ständige Abkassiertwerden ohne ausreichende Begründung!“ Er rief bei der Ärztekammer an. Dort erfuhr er, dass er sich doch mit der Krankenkasse ins Benehmen setzen sollte. Bei der Krankenkasse wiederum wurde ihm lapidar mitgeteilt, es würden Behandlungen mit einer notwendigen medizinischen Begründung immer bezahlt. „Und diese Röntgenuntersuchung war also nicht notwendig?“ Hörbares Schulterzucken. Die Telefonate zwischen Arzt, Krankenkasse und Ärztekammer häuften sich. Zur Klärung kam es nicht. Herr W. ließ sich Gesetzestexte, Vereinbarungen und Ausführungsbestimmungen zusenden und vertiefte sich in die komplexe Materie. Er stolperte über Sätze wie „freie Preisgestaltung“, „ausreichende und notwendige medizinische Begründung“. Und er fing an zu überlegen, ob man als Patient vor einem Arztbesuch erst einmal einen Kursus machen soll, wer welche Bestimmungen erlässt, um die Erkrankten vom Arztbesuch abzuhalten.
Es ging Herrn W. überhaupt nicht um die 38 Euro. Es ging ihm um die viel grundsätzlichere Frage, ob wir es als Bürger wirklich hinnehmen dürfen, dass eine Grauzone zwischen öffentlicher Leistung und klammheimlichem Geschäft entsteht, eine Grauzone, in der das Abkassieren immer dreister forciert wird, während die Berechtigung von Forderungen immer geschickter verschleiert wird. Sein Arzt erklärte ihm, dass seine Kasse die Bestimmungen schreibe, nicht er als Arzt. Und nun kam also ein Brief von seiner Kasse. Seine Erwartung, dass nun eine Klärung in Schriftform im Kuvert liege, erfüllte sich nicht. Die Krankenkasse gab sich dafür her, eine Werbung zu versenden, Werbung für eine Zusatzversicherung, genau gesagt für eine Zahnversicherung von der Hanse-Merkur. Herr W. packte die kalte Wut. Er rief bei der Kasse an: „Wenn Sie so weiter machen, schaffen Sie sich Ihre eigenen Patienten! Wegen Ihrem Umgang mit den Mitgliedern Ihrer Kasse bekomme ich bald mal einen Herzinfarkt.“ Er wolle keine Werbung für Zusatzversicherungen. Er wolle ganz einfach eine Klärung über die geforderten 38 Euro. Die Servicedame am Telefon vermittelte ihn weiter. Und nun passierte etwas, das man mit Herrn W. nicht machen sollte. Die Krankenkasse verfiel in plötzliche Freundlichkeit. Selbstverständlich, hieß es plötzlich, werde man die 38 Euro übernehmen und sie über einen „Sonderfonds“ finanzieren. Herr W. möge doch bitte die generöse Vorgehensweise als Zeichen einer langjährigen guten Geschäftsbeziehung betrachten und darüber Stillschweigen bewahren.

Der Mann legte grußlos auf und wählte meine Nummer: „Hallo, Frau Hartwig, soll ich Ihnen einmal ein Gaunerstück erzählen?“ Ob es nun ein gleich ein „Gaunerstück“ war, mag dahingestellt sein. Herr W. lebt offenkundig noch immer in der Vorstellung, eine Krankenkasse sei etwas ähnlich Solides wie die Passbehörde, auf der es nur zwei Alternativen gibt: Entweder Sie haben ein Recht auf etwas, oder Sie haben kein Recht. Dass eine Krankenkasse mittlerweile für jeden Kuhhandel gut ist, daran werden wir uns gewöhnen müssen. Denn es ist politisch so gewollt. Es ist traurig aber wahr: Wer sich wehrt und auf die Hinterfüße stellt, hat gewisse Chancen zu seinem Recht zu kommen oder sogar auch ungerechtfertigte Forderungen durchzusetzen. Die Kassenmitarbeiter sind auf eine Kosten-Nutzen-Rechnung eingestellt: Zahlen wir? Zahlen wir nicht? Man kommt Patienten – oder soll ich sagen „Kunden“? – entgegen, die etwas bringen, und man zeigt solchen auf schnöde, manchmal sogar schikanöse Weise die Schulter, die nur die Bilanz belasten. Die Dummen dieses Perspektivenwechsels im Gesundheitssystem sind an erster Stelle die Patienten. Sie sind, sofern sie sich nicht als Privatpatienten rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, diesem System auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Wer sind die Gewinner des Systems? Das sind unter anderem die Kassenfürstinnen und Kassenfürsten, die durch gezielte Desinformation ihre wahren Interessen verschleiern und ihre Abzockmethoden als Serviceleistung kaschieren. Das sind auch die Pharmakonzerne, die mehr Marketingmitarbeiter und Lobbyisten als Forscher beschäftigen, die den Politikern Incentives ins Haus und Gesetzesvorlagen in die Feder liefern und die es sich leisten können, Preise nach Gefühl zu bestimmen. Aber nicht nur die Politik wird von Lobbyisten gesteuert. Auch die Medien sind voll im Fokus der interessierten Kreise. Mich empört es immer wieder, dass es die teuer bezahlten Presselobbyisten der Gesundheitsmafia bis in die überregionalen Blätter der Republik schaffen. Ich lese einen Artikel und kann Ihnen auf den Kopf zusagen, wer ihn in Wirklichkeit bezahlt hat. Ich nenne das die stille Korruption in den Medien. Ginge es doch wenigstens in der unabhängigen Presse noch um das Wohl des Patienten! Aber auch dorthin reicht schon der Arm der Macht und des Geldes. Der kapitalorientierte Umbau des Gesundheitswesens kommt als Abzocke beim Einzelnen an. Aber weder die Klage des betrogenen Bürgers, noch die Offensichtlichkeit, mit der die Milliardenbeträge in andere Kanäle umgeleitet werden, spiegeln sich in einer wahrhaft kritischen Presse wider. Transparenz wird abgeblockt. Derjenige, der es versucht, muss mit massiven Angriffen rechnen. Ich weiß, von was ich rede! Ich weiß es von einer Handvoll mutiger, nicht käuflicher Journalisten und ich weiß es aus eigener journalistischer Erfahrung
Es wird Zeit, dass sich jeder einzelne Versicherte klar macht, auf welche Weise er Teil eines hoch prekären Systems ist. Wir sind in der Zange. Da sind eben nicht nur die monatlichen Beiträge zur Krankenversicherung. Daneben baut sich ein kaum mehr überschaubares System auf, dessen erpresserische, strukturelle Gewalt voll in den Blick kommen muss. Es beginnt mit irgendwelchen, mal mehr, mal weniger begründeten Zuzahlungen bei Ärzten und pflegerischen Einrichtungen; es geht weiter über die Praxisgebühr, bis wir bei den 19 % MwSt. sind, die auf jedes Medikament zu entrichten ist – auch auf ein 60.000 Euro teures Krebspräparat, von dem kein Mensch weiß, warum es 60.000 Euro kosten muss, wenn es im Nachbarland für eine weitaus geringere Summe zu haben ist. Die strukturelle Ent“geld“ung unter dem Vorwand „Gesundheit“ ist allseitig. Und das ist der Skandal. Einige sagen, ich würde „die Leute rebellisch machen“. Das mag sein. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, solange Unruhe zu stiften, solange ich erlebe, da lauft gründlich was schief…(..) RH (Auszug aus meinem Buch „Krank in Deutschland“ siehe http://www.direkt-zum-buch.de/shop/sachb%C3%BCcher/ )