Patient informiert sich

Der mündige Patient

Ein hehres Ziel, ein mündiger Patient zu sein! Bei genauer Betrachtung bleibt es ein Schlagwort mit Erklärungsbedarf. Mündig sein heißt nicht nur selbstverantwortlich handeln. Es heißt die Verantwortung für unser Handeln übernehmen.

Der Arzt stellt die Diagnose und die verschiedenen Möglichkeiten der notwendigen Therapien dar. In diesem Moment geht es nicht um mündig, sondern um informiert. Wir brauchen als Patient den Arzt als vertrauensvollen Partner, in einer mehr oder weniger schwierigen Lebenssituation, von uns in der Position Patient.

Wir haben nach der Diagnose eine Wahlfreiheit: z. B. Operation ja oder nein – oder Umstellen der Lebenssituation – evtl. Ernährungsumstellung – oder wir können uns für eine naturheilkundliche Therapie entscheiden. Auch die Möglichkeit verschiedene Spezialisten für das persönliche Krankheitsbild zu konsultieren, haben wir.

Nur das hat alles nichts mit mündig, sondern mit freier Entscheidung zu tun. Wir können nicht handeln ohne den Arzt! Wir sind als Patienten auf die Ärzte angewiesen, der/die uns in unserem Kranksein begleiten. Wir müssen darauf vertrauen können, dass wir als Patienten nicht nur als Abrechnungsmodul, oder als einzelnes Körperteil, sondern als ganzheitlicher Mensch wahrgenommen werden.

Der informierte Patient überlegt gemeinsam mit seinem behandelnden Arzt die verschiedenen Möglichkeiten auf dem Weg zur Gesundung. Dieses Vorgehen ist der Idealzustand. Und um diesen zu erreichen, zu festigen, nicht zu verlieren, bedarf es einer klar positionierten Patientenschaft mit hohem Informationsstand: Was die neue Gesundheitsreform sowie das Gesundheitssystem, für die Partner Arzt und Patient bedeutet!

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Aktion: Patientenhilfe für Hausärzte in Not

Unsere Aktion

Am 30.1. 2008  entscheiden die bayerischen Hausärzte in Nürnberg, ob sie alle aus dem Kassensystem aussteigen. Deshalb appelliere ich an alle PatientenInnen: „Rufen sie ihren Hausarzt an, schicken Sie ihm ein Fax, eine E-Mail oder einen Brief.“

ZUR INFORMATION

Es ist für uns Patienten enorm wichtig, dass die Aktion der bayerischen Hausärzte gelingt. Denn nur so werden sie in Zukunft überhaupt noch für uns da sein können. Derzeit ist nahezu jeder zweite bayerische Hausarzt über 58 Jahre alt, kein junger Arzt hat mehr Lust, in diesem VERFILZTEN System zu arbeiten.

Die Ärzte ersticken in Bürokratie und Arbeit und verdienen dabei nur noch einen Hungerlohn. Deshalb kann der einzige Weg nur noch so aussehen, raus aus dem System und das gemeinsam!

Einer für Alle und Alle für Einen ist die einzige Chance, wenn wir Patienten dem geplanten Verkauf an amerikanische Investoren entgehen wollen.

Der  kommende Ausstieg aus diesem korrumpierenden System hat bei Politik und Krankenkassen die Nerven blank gelegt.

Fast täglich flattern den Hausärzten derzeit Schreiben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns bei auf den Tisch, die eindringlich vor dem Systemausstieg warnt und alle möglichen Schreckensszenarien malt, in der Hoffnung, die Hausärzte würden klein bei geben.

Doch ich sage: Bange machen gilt nicht. Wir Patienten müssen jetzt Solidarität mit unseren Ärzten zeigen. Deshalb: Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin, bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie ihn oder sie unterstützen, weil Sie wollen, dass er auch morgen noch für Sie da ist. Informieren Sie auch möglichst viele andere Patienten und bitten Sie sie, das gleiche zu tun. Der Anfang ist bereits gemacht: Wache Bürger und Bürgerinnen starteten bereits diese Telefonaktion.

Schon heute erhielt ich einen Anruf einer Hausärztin, die mir sagte: „Ich bin seit 35 Jahren in diesem Job. Und auf einmal rufen mich gleich mehrere Patienten an und sagen mir, dass sie hinter mir stehen. Das ist ein unglaublich schönes Gefühl.“

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Ich frage mich warum….

Gastbeitrag Renate Hartwig in „durchblick gesundheit“ im Januar 2008

… haben wir es uns eigentlich abgewöhnt, zu fragen: „Wieso, wes- halb, warum?“ Lockt doch die Sesamstraße schon seit Jahrzehnten Tausende von Kindern mit diesen Fragen in die Sendung. Wir aber, als mündige Wähler und Bürger, haben sie uns abgewöhnt. Der Grund: Wir haben uns damit abgefunden, von Politikern sowieso keine sinnvollen Antworten mehr zu bekommen.

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Sicko sorgt für kontoverse Debatten

Die anwesenden Ärzte, aber auch viele Patienten nutzten nach der Präsentation des Films Sicko von Michael Moore, in dem es um die Verhältnisse im amerikanischen Gesundheitssystem geht, die Möglichkeit, ihre Befürchtungen, und auch die täglichen Erfahrungen mit dem deutschen Gesundheitssystem öffentlich zu machen. Landtagsabgeordneter Martin Sailer, Mitglied im Gesundheitsausschuss des bayerischen Landtags, stand als einziger Vertreter der Politik 140 Zuhörern, darunter vielen Hausärzten, gegenüber. Dr. Simone Strohmayr (SPD) konnte wegen Krankheit nicht teilnehmen. Um eine sachliche Haltung hatte Sailer gebeten.

„Wir sind emotional, es geht um unsere Existenz!“, betonte dagegen der Moderator der Podiumsdiskussion, Dr. Wolfgang Krombholz, stellvertretender Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands, und machte deutlich, womit die Hausärzte kämpfen müssten: Zeitlimits für Beratungen, die mit drei bis sechs Euro vergütet werden; Regressforderungen, wenn wirksame, aber zu teure Medikamente verschrieben würden; ständige Nachfragen, ob Verschreibungen wirklich notwendig seien. Krombholz: „Ärzte sollten eigentlich ihre Zeit zur Versorgung ihrer Patienten nutzen können.“

Auch in Deutschland gehe der Trend im Gesundheitssystem immer mehr in Richtung Gewinnerzielung, bedauerten die Ärzte. Das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung sei am 1. April in Kraft getreten. Es stehe im krassen Gegensatz zum Solidaritätsprinzip, das Grundlage des deutschen Gesundheitssystems sein sollte. „Nur 15 Prozent der Gesundheitsausgaben werden für die Versorgung verwendet. Was passiert mit dem Rest?“, fragte Renate Hartwig, die eine Aktion Patient-informiert-sich.de ins Leben gerufen hat und aufrütteln will. „Das Verhältnis zwischen Hausärzten und Patienten wird von hirnrissigen Regeln belastet“, tadelte Dr. Kurt Michl (Buttenwiesen). Dr. Roland Ziegler: „Hier sind Ärzte existenziell bedroht. Wir fordern ein Verhandlungsmandat, damit wir auf Augenhöhe verhandeln können.“

Vertragsärzte haben aufgrund des Sicherstellungsauftrags kein Streikrecht. Sie haben auch kein Recht, bestimmte Krankenkassen anzuprangern, die von heute auf morgen aus dem System aussteigen. „Wir sind mundtot gemacht“, so Berger.

Mediziner wollen Kassen-Zulassung zurückgeben

Auch von der Politik werde man nicht ernst genommen: „Wir werden nächstes Jahr geschlossen unsere kassenärztliche Zulassung zurückgeben. Die Patienten behandeln wir natürlich weiter.“ Als echte Vertragspartner für die Krankenkassen möchten die Hausärzte für die Rechte der Patienten kämpfen, damit eine bürgernahe Versorgung auf Dauer möglich ist.

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