Sonntagsgedanken – Krieg, mehr als nur ein Wort 

Es vergeht kein Tag, nicht einmal eine Stunde, in der zurzeit das Wort Krieg nicht ausgesprochen wird. Keine Nachrichtensendung, keine Zeitung fast keine Talkshow bis zu Diskussionsrunden und Gesprächen im privaten und geschäftlichen Bereich. Das Wort Krieg hat Hochkonjunktur. Diese fünf zusammengesetzten Buchstaben KRIEG, lösen weltweit bei den Menschen die verschiedensten Emotionen aus.

Es gibt immer mehr Menschen, die es auf die Straße treibt, um gegen Krieg zu demonstrieren. In einer Zeit in der immer mehr Lethargie und Null-Bock-Mentalität vorherrschen, ein Phänomen, das Hoffnung macht.

Krieg ist nie eine Lösung, sondern ein Armutszeugnis für Politik und Diplomatie ein Akt gegen Menschlichkeit. Vielleicht hat es die Politik verkannt, dass eine große Masse der weltweiten Bevölkerung erkannt hat, dass hinter Aufrüstung ein anderes Ziel steckt, als dass, was vorgegeben wird!

Aufrüstung wird von der Administration immer wieder als legitimes Mittel propagiert. Nur wird vergessen, es hat weltweit alle Politiker, männlich oder weiblich, in eine Entscheidungssituation gebracht, aus der sie nicht mehr mit Allgemeinplätzen herauskommen. Sie werden in der Zukunft an Ihren Entscheidungen, was das Wort – Krieg – betrifft, gemessen werden.

In den Diskussionen im privaten und beruflichen Umfeld fiel mir auf, dass dieses Wort „Krieg“ bildlich gesprochen, viele „Schwestern und Brüder“ hat, die wir als selbstverständlich in unserem Alltag akzeptieren. Da gibt es den Krieg, der sich bereits tagtäglich unter Kindern auf den Schulhöfen ereignet.  Dann gibt es den Krieg mit Worten, in dem über Diffamierungen, Verleumdungen und Rufmord, einem vermeintlichen Gegner oder Konkurrenten bewusst geschadet wird. Oder der sogenannte Rosenkrieg, wenn zwei Menschen aus welchen Gründen auch immer ihre Beziehung beenden und sich trennen. Der Krieg am Arbeitsplatz, den man Mobbing nennt, oder der Krieg um Aufträge, bei dem mit harten Bandagen und ohne Fairness gekämpft wird.

Krieg ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Wie diese fünf Buchstaben in unser aller Leben bereits eine massive Rolle spielen, nehmen wir alle immer mehr wahr. Krieg ist im täglichen Gespräch, irgendwie zur Gewohnheit geworden! Da gehört der alltägliche immer mehr dazu.

Vielleicht löst die große Angst vor Krieg, in der Folge auch eine Diskussion aus, wie man den alltäglichen Krieg in der Schule, im Arbeitsleben, auch im privaten Umgang miteinander, bis hin zu Trennungen, minimieren kann?

 Wer bei der Waagschale, beim Ja oder Nein zum Krieg, zuerst an die Menschen denkt, die es im Kriegsfall trifft, der ist nicht naiv, wenn er versucht mit den Menschen über ihre Ängste zu sprechen. Es zeigt nur, es gibt noch welche, die eure Ängste wahrnehmen, für die ihr nicht zur Sache werdet!

Kriegsvorbereitungen bedeuten, dass Waffen auch gegen das Volk gerichtet werden.

Doppelzüngigkeit ist im Spiel, wie heute in der Politik über Befreiung und Aufrüstung geredet wird. In der aufkommenden weltweiten Waffenproduktion geht es um Profit. Es interessiert niemand in diesen Kreisen, dass beim Einsatz immer Menschen darunter leiden.Die fünf Buchstaben Krieg haben etwas mit Macht und Geld, mit einem Vorteil für eine Seite zu tun. Sie stehen immer für Zerstörung Leid und Trauer.

Dies gilt, wie in den jetzigen kriegerischen Auseinandersetzungen, genauso im Alltag, im Umgang miteinander, ob im beruflichen, oder im privaten Leben.

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Mein Mittwoch Bergfest – Wochenhalbzeit im Blick!

Demaskierungen im Gesundheitssystem

Umso mehr ich am heutigen Bergfest, der Wochenteilung am 1. Oktober 2025 nachdenke, umso mehr kommt sie hoch…… die Lust noch einmal einzusteigen um den Deckel in diesem festgezurrten, stinkenden Fass Systemfehler in unserem Gesundheitsystem zu öffnen!

Unfassbar die täglichen Berichte über unser Gesundheitswesen, über die leeren Kassen der Krankenkassen, die Warnungen über den Rückgang der Hausärzte und die vielen konjunktiven Aussagen vonwegen was „man tun müsste, man tun wolle!“

Dummerweise sind es bereits Generationen von Gesundheitspolitikern, die diese Feststellungen treffen, sich dabei selbst im politischen Selbstbedienungsladen absichern und geändert ist nichts!  

Jeder der sich intensiv mit dem Gesundheitswesen auseinandersetzt, sei es beruflich oder als betroffener Patient/Patientin, hat garantiert wie ich im Moment tägliche Deja Vu Erlebnisse. Ich gebe, zu ich könnte bei jeder Meldung, egal wie sie rein rauscht, die glatten Wände hoch gehen. Es sind Wiederholungen, wie bei Wiederkäuern sind es dieselben Informationen über das Problem im Gesundheitssystem!

Beginnen wir mit einem Blick in das Jahr 2008/2009!  Seit 18 Jahren warne ich vor der Entwicklung in unserem Gesundheitswesen! Auch die Medien, die jetzt schlau daher reden und schreiben, wurden damals schon informiert. Und? Haben sie sich eingeklinkt? Nein! Haben sie 2008 und 2009 über die von uns initiierte Protestveranstaltungen und den Schulterschluss Arzt und Patient berichtet? Nein, hätten wir diese Veranstaltungen nicht privat dokumentiert, gebe es heute keinen Beweis, dass es damals – vor 17 Jahren – bereits die Probleme gab.

Es lohnt sich die Zeit zu nehmen für diesen Beweis siehe Link:

http://www.youtube.com/watch?v=B_8__ogbgSs!

Es war kurz vor der damaligen Bundestagswahl politisch nicht genehm, deshalb in der Breite journalistisch ignoriert! Meine Geduld ist zu Ende! Heute erlebe ich als Patientin die Systemfehler, wie Millionen andere auch.

Bevor es nun mit der neuen Gesundheitsministerin wieder anfängt, die Industrialisierungswelle über  „Reformen“ und halbherzige Arbeitsgruppen zu festigen, wird es endlich Zeit auch offen darüber zu berichten, welchen Anteil an Feigheit, Unsolidität, Angepasstheit, und blinden Mitläufertum, die Masse der Ärzteschaft und wir als uninformierte, schweigende Patientenschaft an dieser Entwicklung haben!

Diesen Spruch, die Patientenschaft geht zu oft zum Arzt, den hat bereits die damalige Bayerische Gesundheitsministerin Stewens 2008 als Grund von hohen Kosten genannt. Und unsere Plakate über die politischen Fehler, haben wir zu tausenden gedruckt in in Praxen wurden sie aufgehängt! Und das mit den Zuzahlungen, kennen wir auch. Die 10 € Praxisgebühr schwirrt nun mit anderen Vorstellungen der Zuzahlung in den Köpfen derjenigen, für die wir Patienten/Patientinnen längst Ware sind. Und es die Ideengeber der Zuzahlungen, die längst privat versichert sind, nicht betrifft!

Mein Entsetzen, wie die damals ausgesprochenen Warnungen, heute längst Realität sind, ist unbeschreiblich. Wir, die Patientenschaft, vorab gesetzlich Versicherte, wie das Pflegepersonal, sind dieser Entwicklung ausgeliefert und werden sie ausbaden müssen, wenn wir uns nicht gegenseitig unterstützen und wehren!

Meine Recherchen zum Thema „Verkaufte Patienten und Ärzte, Geld und viele Lügen“ habe ich in vier Büchern veröffentlicht. Nun könnte die Frage auftauchen, was hat sich seit damals an der Situation geändert?

Wahr ist, die nächsten Politiker sind bereits dabei sich ihren Abgang vergolden zu lassen, in dem sie sich den Heuschrecken aller Sparten anpassen, unterordnen und uns das Volk verkaufen. Ja, um sich nebenher im Gesundheitsmarkt eigene Pfründe zu sichern! Für Ihre Fehler müssen sie nicht einstehen. Denn es fehlt generell, eine Politikerhaftung für deren Entscheidungen und Handeln!

Dafür gibt es immer mehr Ärzte die aus dem Kassensystem aussteigen und als Privatärzte weiter machen, oder ins Ausland gehen. Und die im Kassensystem bleiben, die retten sich über ihren Frust, der stagnierenden Einnahmen bei Kassenleistungen, über die Selbstzahler Ebene. Die individuelle Gesundheitsleistungen, IGEL genannt, ist immer weiter im Vormarsch.

Alles was hier lauthals als Fehler verkündet wird, ob zu viel Arzttermine, der demografische Wandel, Personalmangel, zu wenig Ärzte/Ärztinnen, das alles hat mit den seit Jahrzehnten zementierten Systemfehlern in unserem Gesundheitsystem zu tun!

Mein Spruch: Gegenüber der Gier ist ein Menschleben nichts wert, bestätigt sich täglich.

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Sonntagsgedanken – Reden wir von Evolution

„Alles verändert sich, alles muss sich verändern, das war schon immer so und wird auch so bleiben.“ Hinter diesem Satz fehlt nur noch das Amen! Das ist die unkritischste Art mit negativen gesellschaftlichen Entwicklungen umzugehen.

Wir sind stolz darauf, aufrecht zu gehen, weil wir uns dadurch von den Affen unterscheiden. Die Spezies Mensch fühlt sich als Primate. Doch setzen wir es wirklich ein, unser Wissen, die Erfahrungen, die Weiterentwicklungen?

Weshalb fürchten sich Menschen vor negativen, gesellschaftlichen Entwicklungen wie Reißnägel vor einer Dampfwalze? Nein, nicht weil sie Entwicklungen aufhalten wollen, sondern weil sie erkennen, dass wir als Gesellschaft immer wieder unfähig sind, Böses zu stoppen. Wie mit einer Dampfwalze werden positive Werte, die Säulen unserer Gesellschaft, plattgemacht. Es reicht nicht zu sagen, es sei eben die Entwicklung!

Wer glaubt, dass spezielle Bekleidung angeschlossen an das Internet zur Entwicklung der kommunikationstechnischen Welt gehört, der muss auch wissen, dass bereits in Orwells „1984“ diese Art der Totalkontrolle beschrieben ist. Ob der Autor ahnte, dass sich seine Vision verwirklicht, ist nicht bekannt.

Wer nicht hinterfragt, weshalb es unseren Wissenschaftlern noch nicht aufgefallen ist, dass eine Biotechnologie weltweit um sich greift, beschäftigt sich nicht wirklich mit Entwicklung. Sonst wäre das ideologische Gefahrenpotential, das in der Geschichte seinesgleichen sucht, längst bekannt.

Weshalb boomt ein Weiterbildungsmarkt, in dem man darauf gedrillt wird, wie man die Sinnesorgane eines Mitmenschen besetzen kann, mit dem Ziel ihn zu führen, letztendlich zu beherrschen!? Weil das zur „Entwicklung“ unserer Gesellschaft gehört? Oder legen wir es darauf an, von unseren Nachfahren als negatives Beispiel im „Zeitalter der Egoisten“ beschrieben zu werden?

Definitionen von sozialem Miteinander, Rücksichtnahme, Achtung, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, sowie Respekt und Fürsorge, sind quer durch unsere Gesellschaft negativ und als altmodisch besetzt.

Die Werbeindustrie hat sich dem Trend des Zeitgeistes angeschlossen und hat es umgehend begründet: Wegen der Entwicklung! In einer Werbung heißt es „Ich und mein Magnum.“ Es hieß einmal „Der Esel nennt sich immer zuerst“, dass wir als gesamte Gesellschaft die Auswirkungen unseres Tuns ausbaden müssen, scheint der großen Masse nicht bewusst zu sein. Entwicklung hat auch etwas mit Verantwortung zu tun. Und zwar wenn wir zulassen, dass Gehirne, durch spezielle Technologien neu programmiert werden, die sich Fanatiker zu eigen machen. Dann handeln wir, wenn wir diese „Entwicklung“ nicht stoppen, unverantwortlich. Bei einem meiner Vorträge zu diesem Themenkreis meldete sich in der Diskussion ein Professor. Er erläuterte „Entwicklung“ am Beispiel eines Landwirts. Früher hätte man in mühevoller Arbeit das Heu auf Kreuzstangen getrocknet. Heute müssten sich die Landwirte nicht mehr auf den Feldern abplagen. Es gebe Maschinen und das sei Entwicklung.

Vor meinem geistigen Auge sah ich auf den Wiesen die folienverpackten, von Maschinen gefertigten Heuballen, fertig zum Abtransport. Dem Professor erwiderte ich, beim Abfragen als Schüler hätte er den Eintrag „Thema verfehlt“ erhalten. Denn sein Beispiel beschreibt den Fortschritt, nicht die Entwicklung. Ich gab diesem Mann zu bedenken, dessen Beruf es ist, an der Universität jungen Menschen Wissen zu vermitteln: Vielleicht sollten wir anhand dem Heuballen eine Studie machen. Möglicherweise würden wir uns über das Resultat wundern. Richtig ist, der Fortschritt hat Erleichterung gebracht. Doch, um bei dem Beispiel zu bleiben, bezweifle ich anhand von Aussagen aus der Landwirtschaft, dass die von mir thematisierte Entwicklung, glücklicher und erfolgreichen gemacht hat.

Aber vielleicht irre ich mich, und die Entwicklung geht dahin weiter, dass wir alle als technologisierte Gesellschaft eine Art Software als Gehirn bekommen. Indem vermutlich Gefühle und Kreativität, Vorstellung vom Glück, Mitgefühl, Freude, Streben nach Lebensqualität, Vertrauen und Mut, Zivilcourage und Risiko sofort ein Programm auslösen. Und diese Regungen und Gedanken, vor der Umsetzung als Virus im perfekt funktionalen Gehirn lokalisiert – wenn notwendig – aus Sicherheitsgründen gelöscht werden.

Sonntagsgrüße sendet

Renate Hartwig

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Powerfrau tritt ein für Gerechtigkeit, Würde und Leben

Tagespost – Artikel vom 31.07.20025 Katholische Wochenzeitung für Politik und Kultur

Während sich die deutsche Welt den Kopf zerbricht über das Für und Wider einer Frau, die vielen Menschen aus guten Gründen völlig unbrauchbar für das Richteramt am Bundesverfassungsgericht scheint, scharrte Renate Hartwig mal wieder mit den Füßen, um das Thema auf ihre Art zu verarbeiten und vor allem: um Menschen aufzurütteln, denen möglicherweise nicht ganz klar ist, dass beim Thema Menschenwürde und Lebensrecht niemand so sehr leidet, wie diejenigen, die es letztlich wirklich betrifft: die Schwächsten; in diesem Fall Babys. „Wenn diese Frau Richterin wird, die sagt, es sei ein biologistisch-naturalistischer Fehlschluss zu denken, die Menschenwürde gelte überall, wo menschliches Leben existiert – dann müssen wir Frauen auf die Straße!“ sagte sie gegenüber der „Tagespost“.

Dass dies nicht bloß Worte sind, weiß jeder, der Hartwig kennt: Eine Powerfrau, die immer wieder für Gerechtigkeit, Wahrheit und Leben einsteht und sich auch Gehör verschafft. „Mutter Courage“ haben manche sie deswegen genannt. Passend zum Thema „Brosius-Gersdorf“ hat sich „Mutter Courage“ an die Neuauflage eines Buches gesetzt, das lange in der Vergessenheit sein Dasein fristete: Das Buch „Du hast nichts zu verlieren, außer deiner Angst“. Mit anderen Worten: Hab Mut, dich für Gerechtigkeit und Wahrheit einzusetzen. Hab Mut, dein Kind auszutragen. Hab Mut, gegen den Strom zu schwimmen. Hab Mut, auf dein Herz zu hören! Denn was ist es, das den Menschen daran hindert, offen für Recht und Wahrheit einzutreten? Ist es nicht eine wie auch immer geartete Angst vor Menschen, Reaktionen, Nachteilen – und seien es verlorene Wählerstimmen?

„So viel kostet unsere Freiheit, ich zahl es“

Hartwig stockte das Buch von 60 auf 160 Seiten auf und widmete ein Kapitel der Causa Brosius-Gersdorf – freilich aus ihrer persönlichen Sicht, die zeigt, wie sie mit Menschen verfährt, die das Leben nicht zu schätzen wissen. Sie schreibt: „Wie schon als junge Mutter stehe ich auch heute noch vor der unbeantworteten Frage, ob wir ein Land für Kinder sind.“ Dieselben Politiker und Experten, die unserer Gesellschaft ständig statistische Zahlen über „zu wenige Kinder“ vor Augen hielten, bastelten derzeit am Lebensrecht herum

Was Hartwig davon hält, kommt im Kapitel „Wenn ich mich entscheide, dann mit allen Konsequenzen“ deutlich zum Ausdruck. Ungeniert erzählt sie, wie sie mit 19 Jahren zum Abtreiben überredet werden sollte: Bei einem Treffen im Café sagte ihr damaliger Freund, er könne sich vorstellen, Vater zu sein, jedoch nicht jetzt. „Er kam mit Berechnungen über seine geplante Karriere. Eine Abtreibung sei – für uns beide – für die existenzielle Zukunft zwingend notwendig“, erzählt Hartwig in ihrem Buch. Er habe versucht, ihr klar zu machen, dass dieses „Problemchen“ einfach aus der Welt zu schaffen sei und legte ihr kurzerhand einen Umschlag mit 700 D-Mark und der Adresse einer „Engelmacherin“ auf den Tisch, begleitet von den Worten: „So viel kostet unsere Freiheit, ich zahl es.“

„Diskussion über Gleichberechtigung endet, wenn Würde des Menschen antastbar wird!“

Da hatte er die Rechnung allerdings ohne Hartwig gemacht, die ihn dafür kurzerhand mit einer klatschenden Ohrfeige bedachte. Sie nahm das Geld, zerknüllte den Zettel mit der Adresse noch vor Ort und verabschiedete sich mit den Worten: „Du hast die alte Formel vergessen, wer etwas rein gibt, muss damit rechnen, dass wieder etwas rauskommt. Was du von mir verlangst, kann und will ich nicht. Ich nehme jedoch das Geld für den Kinderwagen, da ist es besser angelegt.“ Und im Gespräch mit dieser Zeitung ergänzte sie: „Die Diskussion über Gleichberechtigung endet, wenn die Würde des Menschen antastbar wird!“

Jener Mann war keiner fürs Leben, sagt sie und erzählt, was sie auch im Buch schreibt: Angst vor der Zukunft fühlte sie nicht, nur ein unbeschreibliches Glücksgefühl. In Sichtweite des Cafés befand sich das „kleine Elisabethen-Krankenhaus“, in dem Hartwig geboren worden war. Dort kam wenige Monate später ihr Sohn zur Welt.

Im Einsatz für Schwächere

Diese kleine Episode aus dem Leben der heute betagteren Dame ist ein Beispiel von vielen, mit denen die Bestsellerautorin ihren Lesern Mut machen möchte, nicht einfach alles hinzunehmen. „Geht nicht gibt’s nicht“ lautet eines ihrer Lebensmottos oder besser: ihrer Lebenshaltungen, die sie von ihren Eltern geerbt und vorgelebt bekommen hat.

Schon in der Schule setzte sie sich für die Schwachen ein. Eine Zigeunerin, Rosa, kam neu in die Klasse. Niemand wollte mit ihr zu tun haben, weil Zigeuner stehlen und klauen würden, so die Vorurteile ihrer Klassenkameraden. Nur Hartwig setzte sich prompt neben sie und lud sie zum Spielen zu sich nach Hause ein. Als sie nicht kam, erzählte sie ihrem Vater davon. „Zwei Stunden später saß ich mit meinem Vater bei Rosa zu Hause. Rosa wurde wirklich meine beste Freundin“, schreibt Hartwig.

Ein anderes Mal kam ihr Vater ins Klassenzimmer und nahm sich den Lehrer ordentlich vor, der seine Tochter verspottet, geohrfeigt und an den Haaren gezogen hatte. Damit hatte Hartwig überhaupt nicht gerechnet, zumal sie kurz zuvor aus der Schule nach Hause gerannt war mit dem Willen, nie wieder dorthin zurückzukehren. Statt ihr zu helfen, wie sie es erwartet hatte, ermutigte sie ihr Vater jedoch, in die Schule zurückzugehen. Vor Schwierigkeiten laufe man nicht weg, hatte er ihr eingebläut, denn „sie laufen dir immer hinterher“.

Hartwig hat ein Kämpfer-Gen

Hartwig liegt die kämpferische Natur in der DNA. „Meine Eltern haben mir vorgelebt, was es heißt, aufzustehen und sich einzumischen“, sagt sie der „Tagespost“. Und dazu gehöre, wie jetzt in der Causa Brosius-Gersdorf, „unabdingbar das Lebensrecht“. Keine wissenschaftliche Verklausulierung tauge dazu, dieses Recht auszuhebeln! „Genau das steht uns bevor und deshalb gilt es für uns Frauen ohne Wenn und Aber dagegen JETZT aufzustehen.“ Dann setzt sie hinzu: Das Thema sei auch nicht erledigt, „wenn sie nicht Richterin wird. Als Hochschulprofessorin hat sie auch Einfluss“. Aufgeben und zuschauen seien keine Option.

So ermutigt Hartwig heute andere, ehrlich, gerecht und mutig zu sein und spricht mit ihrem Buch jedem, der es liest, zu: „Du hast nichts zu verlieren, außer deiner Angst“ – übrigens ein Satz, den ihr der Vater auf dem Sterbebett zuraunte, wenige Augenblicke vor seinem Tod. Hartwig höchstpersönlich hatte sich mit ihren 14 Jahren beim Oberarzt dafür eingesetzt, dass er ein Einzelzimmer bekam, wo er in Ruhe lesen und seinen Gedanken nachhängen konnte. Um den Aufpreis für das Zimmer zu bezahlen, arbeitete sie nach der Schule im Krankenhaus. „Geht nicht gibt’s nicht.“

Ihr Buch ist ein wunderbar erfrischender und ermutigender Beitrag (nicht nur) für die Diskussion um Brosius-Gersdorf und die gefährliche Entwicklung, die zu erwarten ist, wenn Menschenwürde und Lebensrecht voneinander entkoppelt würden. Es ist darüber hinaus auch Einladung und Anstoß, sich zu fragen, ob man sich duckt und nachgibt oder für das Gute kämpft, auch wenn es etwas kostet.

Nicht das Gescheite tun, sondern das Bessere

Die persönlichen Situationen aus dem Leben der Autorin machen viel Mut. Der Witz und Humor, mit dem die Autorin ihre eigene Geschichte betrachtet und ihr Optimismus für die Zukunft stecken an. Wie wahr, was Hartwig schreibt: „Das Rechte erkennen und es nicht tun, ist Mangel an Mut“; ein Satz von Konfuzius zu Beginn eines ihrer Kapitel. Jedes Kapitel wird mit einem Zitat von klugen Denkern aus der ganzen Welt eröffnet, Sätze von Marcus Aurelius, Novalis, Erich Kästner und anderen, die man auswendig lernen und sich zu eigen machen sollte. So findet sich dort auch ein Zitat von Adolph Kolping: „Der Mut wächst immer mit dem Herzen und das Herz mit jeder guten Tat.“

Hartwigs Mut hat schon so manches bewegt. Für sie heißt Mut: „Jetzt erst recht!“ Nicht streitlustig, sondern mit offenem Visier kämpfte sie beispielsweise für Spielplätze, „um gesellschaftliche Werte, gegen die völlig verrückte Bildungspolitik, gegen den Raubzug der Konzerne im Gesundheitswesen und immer wieder gegen offensichtliches Unrecht“, zählt sie selbst auf. „Und ja, ich kämpfe mit harten Bandagen, wenn es um Bürgerrechte und die Benachteiligung von Menschen geht.“

Mit Hartwig gibt es immer Licht am Ende des Tunnels

Im aktuellen Fall geht es um die Kinder, die, kaum gezeugt, wieder aus dem Leben katapultiert werden. Menschen, die wer weiß welche wichtige Aufgabe in dieser Welt hätten übernehmen sollen – die jetzt aber fehlen. Das Buch ist ein Aufruf zum Einsatz für Menschenwürde, Lebensrecht und echte Kommunikation. Mit Hartwig gibt es immer Alternativen, immer Licht am Ende des Tunnels. Dies ist ihre tiefste Überzeugung, ungeachtet des Spotts und Hasses, der auch ihr entgegengeschlagen ist. Aber sie wurde gehört.

Im Gespräch erzählt sie: „Eines möchte ich hier festhalten: Ich war beruflich mehrmals in einer Männerdomäne. Noch nie wurde mir etwas verweigert, streitig gemacht, weil ich eine Frau bin. Auch privat gab und gibt es bei mir keinerlei Diskussionen, was Frauen- oder Männerarbeit ist. Glück gehabt, sagen einige. Ich sage: Klar und unmissverständlich Standpunkt vertreten – funktioniert auch.“

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Brosius-Gersdorf, die scheinbar keine Alternative zu legalisierten Spätabtreibungen sieht, sollte man ausrufen: „Geht nicht gibt’s nicht!“ Hartwig legt auch hier den Finger in die Wunde, aber nur, damit die Wunde heilen kann, die schlechten Keime herauskommen und ersetzt werden durch das Gute. „Du hast nichts zu verlieren, außer deiner Angst“ – Hartwig spricht aus Erfahrung. Sie zeigt, wie aus Tiefpunkten Höhepunkte und Kraftquellen nicht nur für sich selbst werden. Denn, wie sagte noch der verstorbene österreichische Schriftsteller Karl Kraus, den auch Hartwig zitiert: „Man muss nicht das Gescheite tun, sondern das Bessere.“

Renate Hartwig: Du hast nichts zu verlieren, außer deiner Angst,

Hamburg: Tredition Verlag, 2025, 160 Seiten, 15, –

Artikel: Dorothea Schmidt ist freie Journalistin und Mitglied in der Gemeinschaft Emmanuel. verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

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Von Ameisen lernen

Danke Simone Voss, dass Du uns an Deinem wichtigen Erlebnis mit den Ameisen teilhaben lässt. Ja, es wird Zeit innezuhalten um von den Ameisen zu lernen! Nicht nur der Ameisenfleiss, auch die Weitsicht und ihre Baukünste sind faszinierend und wichtig!

Hier bitte Simones Erlebnis:

Vorgestern Abend habe ich versehentlich eine Wasserflasche offengelassen. Gestern Morgen bemerkte ich, dass Dutzende von Ameisen hineingefallen waren. Sie zitterten auf der Wasseroberfläche und klammerten sich ans Leben.

Auf den ersten Blick sah es aus, als würden sie sich gegenseitig nach unten drücken, um selbst zu überleben. Von einem Telefonat abgelenkt, ging ich weg. Es waren ja nur Ameisen 🐜 …

Einige Stunden später schaute ich noch einmal nach – und was ich sah, erschütterte mich zutiefst.

Die Ameisen lebten noch.

Sie hatten eine lebendige Pyramide gebildet: Die unteren trugen die oberen. In aller Ruhe wechselten sie ihre Positionen. Keine Panik. Kein Chaos. Niemand versuchte, sich selbst zuerst zu retten.

Jede Ameise schien bewusst dorthin zu gehen, wo es am schwersten war – um andere zu stützen.

Ich war tief berührt von dieser stillen Form der Zusammenarbeit. Vorsichtig tauchte ich einen Löffel ins Wasser. Eine nach der anderen kletterten die Ameisen hinauf und entkamen.

Doch als eine gerade dabei war, sich in Sicherheit zu bringen, rutschte sie aus und fiel zurück.

Was dann geschah, bewegte mich mehr als jeder Film es je könnte:

Die letzte Ameise – bereits in Sicherheit – drehte sich um, sprang zurück ins Wasser und umarmte die Gefallene.

Gemeinsam, mit meiner Hilfe, kletterten sie wieder hinaus – lebendig. G e – m e i n – s a m …

Ich stand da, demütig. Und irgendwie beschämt.

Denn wir Menschen vergessen so oft, zu helfen. So selten kehren wir zurück, um jene zu retten, die zurückgeblieben sind.

Wahre Stärke liegt nicht darin, allein aufzusteigen. Sie liegt in der Einheit. Im Miteinander. Im Nicht-Zurücklassen.

Und wenn wir je vergessen, wie man mit Würde lebt – dann ist es vielleicht an der Zeit, von den Ameisen zu lernen.


 
 

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Sommertriologie – Buch I.

Das erste Buch meiner Sommer Trilogie ist absofort lieferbar!

Wegen hoher Nachfrage, eine um 100 Seiten erweiterte Neuauflage von:
Du hast nichts zu verlieren, außer deiner Angst“ – ISBN: 978-3-384-64320-9

Erhältlich in jedem Buchladen sowie online auf Tredition.

„Renate Hartwig beschreibt mit Beispielen aus ihrem eigenen Leben, wie mutige Entscheidungen ihren Lebensweg geprägt haben: Nur wer wagt, kann gewinnen. Dieses Wagen durchzieht ihr Leben. Spannend, oft aufregend, vor allem voll ausgefüllt mit prallem tollem Leben, für das sie täglich dem Himmel dankt!
Von diesem Leben erzählt Renate Hartwig ein paar sehr persönliche Geschichten.“

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Geburtstagsgedanken

Ein Tag wie jeder andere? Eigentlich schon, denn ich komme täglich ganz gut mit mir zurecht!

Mit meinen Fehlern und Schwächen habe ich einen Waffenstillstand geschlossen.

Normen und Konventionen sind oft Anzüge, in die man sich hineinzwängt. Heute kann ich sagen: Dank meiner Eltern habe ich sehr früh gelernt, mich um-zu-ziehen, frei zu machen von den Zwängen, vom Angepasstsein und Bequemes zu tragen!

Von Jahr zu Jahr habe ich gelernt JA zu sagen, zu den Fähigkeiten die in mir angelegt sind, die mir viel Freude bereiten und mich weiterbringen. Von Kindesbeinen an ist mir Schreiben über Menschen und der Kontakt mit Menschen wichtig. 

Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Der ist schon eine Weile her. Nun bin ich im Spätsommer angekommen. Vom Lebenszyklus her, gehe ich in Richtung Oktober. Na und?

Da wird geerntet und neu gepflanzt! Ich pflanze jetzt einige neue Bäume. An denen hängen Buchstaben, die ich weiter pflücke und zwischen zwei Buchdeckel setze – dies wird so bleiben. Auch wenn der goldene Herbst und der Winter kommt!

Jeden Tag danke ich für mein bisher gelebtes Leben. Möchte keine Höhen und Tiefen missen! Keine Frage, diese haben mich geprägt, stark gemacht um auch, wie jetzt im Spätsommer des Lebens weiterhin voll durchstarten zu können.

Denn wer schreibt – bleibt!

Herzliche Grüße von meinem Start ins neue Lebensjahr sendet

Renate Hartwig

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Generationenkonflikt

Nicht aufgeben

Der Konflikt der Generationen ist ein langjähriger und anhaltender Streit zwischen verschiedenen Altersgruppen. Es geht um die unterschiedlichen Werte, Überzeugungen und Verhaltensweisen, die in verschiedenen Generationen vorherrschen.

Ein Hauptaspekt des Konflikts der Generationen ist die Kluft zwischen älteren und jüngeren Menschen. Ältere Menschen haben oft eine andere Lebenserfahrung und Ereignisse erlebt, die ihre Einstellungen und Werte geprägt haben. Jüngere Menschen hingegen wachsen in einer anderen Zeit auf und haben andere Erfahrungen gemacht, die ihre Wahrnehmung der Welt beeinflussen. Dies führt oft zu Meinungsverschiedenheiten und Konflikten in Bezug auf soziale und politische Themen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der technologische Fortschritt. Ältere Generationen haben oft Schwierigkeiten, mit der schnellen Entwicklung von Technologie und den Sozialen Medien Schritt zu halten, während jüngere Generationen mit diesen neuen Technologien aufgewachsen sind und sie als selbstverständlich betrachten. Dies kann zu Spannungen führen, wenn ältere Menschen das Gefühl haben, von der technologischen Entwicklung abgehängt zu werden, während jüngere Menschen das Gefühl haben, dass ältere Menschen technologisch rückständig sind.

Darüber hinaus gibt es auch Unterschiede in Bezug auf politische Ansichten, Religion, Arbeitsmoral, Freizeitverhalten und in vielen anderen Bereichen. Jede Generation hat ihre eigenen einzigartigen Merkmale und diese können zu Konflikten führen, wenn die Meinungen und Überzeugungen aufeinanderprallen.

Es ist wichtig, dass Menschen aller Generationen offen für neue Erfahrungen und Perspektiven sind und versuchen, die Unterschiede zwischen den Generationen zu überbrücken, um Konflikte zu vermeiden. Und das geht nur mit Kontakten. Ein respektvoller Dialog und gegenseitiges Verständnis sind der Schlüssel zur Lösung des Generationenkonflikts. Nicht immer leicht, manchmal sehr schwer, sogar ab und zu nicht machbar……und doch lohnt es sich nicht aufzugeben. RH

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Frauentag 2025

Internationaler Frauentag, Weltfrauentag oder Frauentag sind Namen von einem Tag, der jährlich am 8. März gefeiert wird. Er entstand vor dem Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung. Es waren sozialistische Organisationen die das Wahlrecht für Frauen sowie für die Rechte von Arbeiterinnen kämpften. Damals richtig und wichtig. Wahlrecht für Frauen erkämpften Frauen. Doch nun schaue ich 2025 – gerade am Tag der Frauen – mit gerunzelter Stirn auf einige unserer Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts.

Nein, wir brauchen heute weder für Wahlrecht noch für Gesetze zu kämpfen, in denen die Rechte für Frauen festgeschrieben werden. Die gibt es. Da ich schon längere Zeit auf der Welt bin, habe ich so einige Etappen als Frau hinter mir. Nur eins möchte ich hier festhalten, ich begab mich beruflich nicht nur einmal in eine Männerdomäne und noch nie wurde mir etwas verweigert, streitig gemacht, weil ich eine Frau bin. Auch privat gab und gibt es keinerlei Diskussionen was Frauen oder Männerarbeit ist. Glück gehabt, sagen einige.

Ich erlebte vor über 50 Jahren die Welle der Emanzipation. Die Pille kam 1961 aus den USA bei uns auf den Markt. Zuerst war sie nur für verheiratete Frauen erhältlich. Sie galt, trotz Nebenwirkungen, als Meilenstein der Unabhängigkeit. Ich nahm sie wohl wegen den Erzählungen der unangenehmen Nebenwirkungen nie. Doch erinnere ich mich noch gut an meine erste, streng gläubige Schwiegermutter und deren Frage, ob ich die Pille nehme. Sehe noch ihre Freude bei meinem Nein.

Heute kommt des Öfteren von der weiblichen Enkelgeneration der Vorwurf, wir die Großmuttergeneration, habe dieses hormonelle Verhütungsmittel zu verantworten. Stimmt, auch ich habe damals die Pille begrüßt – auch in meiner politischen Arbeit dafür gestritten. Der Grund waren diese Abtreibungen auf dem Küchentisch im Hinterzimmer der sogenannten „Engelmacherinnen“! Sie agierten mit übelsten Methoden um einen Schwangerschaftsabbruch herbeizuführen. Die Todesfälle der jungen Frauen häuften sich. Das war der Anlass, sich damals damit auseinanderzusetzen.

Heute kann bei uns jede Frau selbst über ihren Körper entscheiden und das ist richtig so.     

Doch stellt sich mir die Frage, ob wir Frauen es nicht oft selber vermasseln mit unserer Gleichstellungsdiskussion? In einer unserer „Begegnung der Generationen“ sprach ein Mann (Mitte 40) aus, was alle anwesenden Männer bestätigten. Frauen wollen beides: Gleichberechtigte Partnerinnen sein, zeitgleich benehmen sie sich wie Prinzessinnen die alles abgenommen haben wollen, was ihrer Ansicht nach „Männersache“ ist. Finden es selbstverständlich mit Blumen oder Geschenken verwöhnt zu werden, weil sie ja Frauen sind. Sehen sich benachteiligt bei Familiengründung und missverstanden, wenn sie sich im Beruf auf eine höhere Position bewerben.

Mein Einwand war, Gleichberechtigung heißt für mich im beruflichen wie im privaten Bereich, Hinhören, Verständnis, Toleranz, Wertschätzung und Rücksicht.  

Den Frauen, die annehmen, es sei ein Zeichen ihrer Emanzipation, wenn der Mann seine Hemden selber bügelt, denen sag ich aus meiner Lebenserfahrung leise ins Ohr, dünnes Eis. Ich kenne so manche Beziehung, die wegen einer falsch verstandenen Emanzipation in die Brüche ging.  

2025 steht bei uns für die jungen Frauen die Welt offen. Und das ist richtig und wichtig!

Es gibt sie dennoch weiterhin, die notwendigen Diskussionen über Gleichberechtigung. Und genau dabei fällt mir aus dem Lied „Männer“ von Grönemeyer die Frage ein „Wann ist ein Mann ein Mann“?

Gerade am Frauentag möchte ich nicht versäumen aus meinem Nähkästchen zu plaudern.   

Mit der Definition Vollweib kann ich mich identifizieren. Es hat mir weder beruflich noch privat geschadet. Vielleicht kommt sie daher, meine Zufriedenheit und mein Glück im Privaten, wie im Beruf.  Meine Mutter und mein Vater haben in ihrer Generation eine ganz andere schwere Zeit erlebt. Doch sie haben mir tatsächlich das vorgelebt, was man heute Emanzipation nennt. Dafür danke ich heute noch.

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Selbstverwaltung – eine geschlossene Gesellschaft

Um zu verstehen, wie und weshalb das „Unternehmen Arztpraxis“ so tickt, weshalb es verschiedene Patienten – Kategorien gibt. Weshalb der Türöffner für einen Termin die Kernfrage „Gesetzlich“ oder „Privat“ versichert“ ist, bedarf es vorab einen Blick hinter die Kulissen eines schrägen Gesundheitssystems.

Eigentlich ist es ein schlechter Witz. In der offiziellen Sichtweise sind die gesetzlichen Krankenkassen unsere Vertreter. Sie sollen in unserem Interesse mit den Ärztevertretern die Kosten unserer Behandlung diskutieren und festlegen. Die Politik nennt es Selbstverwaltung, denn die Kassen sind keine Behörden, nur Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie sind keine staatlichen Einrichtungen, übernehmen aber staatliche Aufgaben. Für dieses System fühlt sich die Politik nicht verantwortlich, nur dann, wenn es offenkundig falsch läuft und neue Regeln aufgestellt werden müssen.

Das ist hervorragend, weil so kein Politiker für die aktuellen Entwicklungen haftbar gemacht werden kann.

Patienten, Kassen, Ärzte und Krankenhäuser sind selbst verantwortlich dafür, wie das System mit den momentanen 318,2 Milliarden Euro jährlichem Beitragsgeld auskommt. Ein ständiges Wachstum ist ersichtlich. Im Jahr 2014 waren es 204,1 Milliarden. Dazu gibt es seit 2004 ein oberstes Entscheidungsgremium, die Chefetage des Solidarsystems.

Die Politik hat dieses Gremium beschlossen, hat aber offiziell nichts damit zu tun. Weshalb fallen mir dabei jedes Mal Mafiastrukturen ein? Der Club heißt «Gemeinsamer Bundesausschuss», und in ihm sitzen Vertreter der Krankenkassen, Kassenärzte, Kassenzahnärzte und Krankenhäuser zusammen und bestimmen, welche Leistungen für uns Kassenpatienten, von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

Klar ist, wir Patienten finanzieren die Runde durch Systemzuschläge: Beim Arztbesuch werden dafür etwa vier Cent abgezogen und beim Krankenhausaufenthalt 1,27 Euro. Aber leider haben die Kassenmitglieder überhaupt nichts zu melden.

Es gibt zwar männliche und weibliche Patientenvertreter, die von vier Verbänden entsandt werden, die das Gesundheitsministerium großzügig als Patientengruppen anerkannt hat das sind:

Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V., Bundes -Arbeitsgemeinschaft der Patienten (BAGP) und Deutscher Behindertenrat (DBR).

Man könnte jetzt ernsthaft überlegen, ob diese vier Verbände tatsächlich unsere Interessen als Kassenmitglieder vertreten. Doch sich darüber zu ärgern, ist es nicht wert, denn die Patientenvertreter dürfen zwar Vorschläge machen, aber – wer ahnt es – nicht abstimmen! So bleibt die Entscheidung über den Geldfluss ungestört. Und nach außen wird offiziell das Mäntelchen getragen, als gebe es eine Mitsprache.

Entscheidungen treffen allein Kassen, Ärzte und Krankenhäuser. Ist es nochmals notwendig, daran zu erinnern, dass die Kassenmitglieder nicht nur diesen Offiziersclub bezahlen, sondern das gesamte Gesundheitssystem? Aber anscheinend haben wir gerade genug Hirnkapazität, um einen Geldbeutel auf- und zuzuklappen. Mitbestimmung wäre – aus Sicht der Clubmitglieder – definitiv etwas, das über unser Verständnis hinausgeht!

Doch es geht in unserem Gesundheitssystem nicht um das Verständnis der Kassenmitglieder. Es geht um Macht und Geld, und darum ist ein UNINFORMIERTER Beitragszahler der BESTE, den sich Politiker und Kassen wünschen können. Das deutsche Gesundheitssystem dient auch anno 2025 noch immer vorzüglich dazu, Geldflüsse und Verantwortung bestmöglich zu vertuschen.

Da ich jahrelang als Referentin für das Bundesministerium für Wirtschaft tätig war und vor Sicherheitschefs von deutschen Firmen gesprochen habe, bin ich über nichts mehr verwundert. Damals hatte ich intensiv über die Machenschaften von Psychogruppen wie Scientology (SC) in der deutschen Wirtschaft recherchiert und diese Fakten in meinen Büchern und Vorträgen öffentlich gemacht. Ich habe mich viel mit feindlichen Übernahmen beschäftigt und den Tricks, Gelder verschwinden zu lassen. Das Thema SC habe ich 2001 abgeschlossen und mich erst sechs Jahre später mit dem Gesundheitssystem befasst.

Aber als ich wissen wollte, wie die Geldströme unserer Beiträge laufen und wie sie genau verwendet werden, dachte ich an die damals sehr schwierigen und mühsamen Recherchen zurück. Das Finanzsystem der gesetzlichen Krankenversicherung habe ich als abgeschottet und verwirrend kennen gelernt, schwer zu verstehen und noch schwerer zu vermitteln. RH

Fortsetzung folgt

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