Ins Auge gefallen

Ein Artikel vom 22.4.2016 in der Südwestpresse Ulm zeigt den roten Faden,der sich durch das ganze widersprüchliche Gesundheitssystem zieht. Einerseits wird uns vorgegaukelt, wir hätten ein Solidarsystem. Andrerseits wurde unser System längst umgedreht in Richtung Gesundheitswirtschaft. In den Krankenkassen wurden wir zu Kunden, aus Krankenkassen wurden Gesundheitskassen. Egal wo wir gehen und stehen, wohin wir sehen überall Werbung der Kassen. Und nun haben sich logischerweise auch Ärzte angepasst. Nur die dürfen es nicht. Der momentane Zankapfel in Neu-Ulm ist das Wort AUGE im Fenster einer Augenarztpraxis. Werbung ist Ärzten nicht erlaubt. Aha aber den Kassen, gehts noch!!?? Und nun sagt die Praxismanagerin des Ärzte – Unternehmens, es sei Kunst! Und genau das stinkt mir mächtig. Weil es schlicht weg feig ist! Denn anstatt sich durchzusetzen und sich zu wehren, ja einfach zuzugeben, es ist Werbung, taucht man ab und bezeichnet es als Kunst! Genau deshalb, weil sich niemand tatsächlich wehrt, auf Klärung pocht, deshalb funktioniert das Spiel Befehl und Gehorsam im ganzen System. Wenn die Kassen als Körperschaft des öffentlichen (Un) Rechts Werbung mit den Beiträgen ihrer Mitglieder betreiben dürfen, dann dürfen Ärzte das auch. Ja, ja ich weiß es ist ja verankert im Standesgesetz….das Ärzte nicht werben dürfen. Also Ihr Doktors, organisiert Euch und lasst Luft in verstaubten Hinterzimmer der Macht, in denen außer dem nicht werben dürfen noch einige andere Standesdünkel festgeschrieben sind! Oder steht mit uns Kassenpatienten auf um die millionenschweren Werbeaktionen der Kassen ebenfalls verbieten zu lassen. Alles ginge natürlich viel leichter, wenn Ärzte sich mit ihren Patienten im Schulterschluss zusammen tun würden…gemeinsam die Unglaublichkeiten der K-Kartelle, Kassen und Kassenärztlichen Vereinigungen thematisieren und sich diese Machtspiele, inklusive Volksverdummung, nicht mehr gefallen lassen würden.

http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/Blaues-Auge;art4329,3798481