Gesellschaft

Die Flaschen-Wette

Heute genau vor zwei Jahren, am 24. November 2021, einigten sich SPD, GRÜNE, und FDP auf den Koalitionsvertrag der 20. Wahlperiode des Bundestages und wir bekamen eine Ampelregierung.

In meinem Kalender ist die Einladung zu einem Wirtschaftstreffen am 27.November 2021 dokumentiert. Bei diesem Treffen habe ich öffentlich gewettet, dass diese „Ampel“ spätestens nach zwei Jahren zu blinken beginnt und auseinanderbricht. Ich sehe noch heute die fragenden Blicke einiger Unternehmer. Einer forderte mich heraus und wettete dagegen, dass diese Regierung die ganze Legislaturperiode hält! Nach kurzer Diskussion wetteten wir um eine Kiste Wein mit 12 Flaschen – die wir später auf 16 Flaschen erhöhten – da das Kabinett Scholz über 16 Ministerien verfügt.

Seit Monaten bekomme ich aus dem Wirtschaftskreis immer wieder den Hinweis „Deine Wette hat Aussichten auf Erfolg“. In Anbetracht der gesellschaftlichen Situation, wäre mir lieber, mein spontanes Gefühl vom November 2021 hätte mich getäuscht. Zwar ahnte damals niemand  was auf uns zukommt – doch mir war 2021 klar – um die Geschicke von über 80 Millionen Menschen zu steuern, braucht es mehr als nur die Lust Macht auszuüben!  

Heute, zwei Jahre später stelle ich fest: Trotz reichlicher Experteninfo-  sowie einem Heer von Beratern in der Regierung, war es nicht möglich, Gesetze erst dann zu verabschieden, wenn sie verfassungskonform sind. Dazu kommt für mich, die durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes offen gelegte grenzwertige, kriminelle Energie dieser Regierung. Dieser längst nachgewiesene Hang zur Ausgaben – und Schuldenpolitik beweist, wie unsere Steuergelder, in Selbstbedienungsmanier verteilt werden. 

Aus Regierungskreisen ist seit dem Urteilsspruch eine peinliche Rechtfertigens – und Schuldzuweisungsmaschine angelaufen. Kanzler Scholz, der Ideengeber dieser 60 Milliarden Transferoperation, stellt sich der Situation nicht. Der Blindflug geht weiter, da es keinen Plan B gibt! Zwar schockierend, jedoch auch klärend! Die ersten Stimmen vonwegen Kanzler Rücktritt und Misstrauensvotum gegenüber der Ampelregierung werden laut.

Seit dem Urteil denk ich an Grimms Märchen: „Tischlein deck dich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack“  Wir Steuerzahler haben den Tisch reichlich gedeckt, von dem diese Ampel ihre Art der Politik finanziert. Wir waren und sind auch die Esel, keine Frage und wie sich das im Moment anhört, bleiben wir das auch. Aber die Frage was kommt,  wenn ich die Wette gewinne, treibt mich um. Die neuesten Umfragewerte müssten sich massiv ändern, damit mir der gewonnene Wein dann tatsächlich mundet!

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Auruf an alle Frauen!

Lasst uns alle aufstehen um Frieden zu schaffen ohne Waffen!

Wir gebären Leben – und wir haben die Kraft, Frieden zu schaffen, ohne Waffen!!!

Lasst uns gemeinsam dem sinnlosen Töten die Stirn bieten!

Ein kleines Wunder ist geschehen, das von den Medien fast völlig ignoriert wurde: Tausende von jüdischen, muslimischen und christlichen Frauen sind in Israel gemeinsam für den Frieden gelaufen.

Im neuen offiziellen Video der Bewegung „Women Wage Peace“ singt die israelische Sängerin Yael Deckelbaum gemeinsam mit Frauen und Müttern aller Religionen das Lied „Prayer of the Mothers“ und zeigt, was Musik verändern kann. Ein weibliches Wunder, das mehr als tausend Worte sagt. Deshalb möchte ich Euch dieses Video nicht vorenthalten!

https://www.youtube.com/watch?v=YyFM-pWdqrY

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Das Alter und die Nachhaltigkeit

Es gibt bei uns zwei Haushaltsgeräte, die ständig benutzt werden. Über deren Alter und deren Aussortieren haben wir uns noch nie Gedanken gemacht. Es ist einmal unser Entsafter, der seit 55 Jahren ohne einen Mucks uns frische Säfte presst, sowie die Brotmaschine, die alles was Geschnitten werden muss, schon im Haushalt meiner Mutter super erledigte. Keine Frage, beide Geräte sind alt, was für uns nie ein Thema war.

Bis auf den Tag, als mich bei unserem Generationentreff eine junge Frau mit 32 in der Küche völlig irritiert fragte, weshalb wir diese alten Geräte nicht entsorgen!?

Vielleicht war es mein Staunen, weshalb sie ausholte. Ich erwartete jetzt eine Standpauke von wegen Stromverbrauch. Zur Vorsicht konterte ich gleich, dass wir erst im Frühjahr einen Fachmann im Haus hatten, der für uns alle Endgeräte prüfte. Und unser Entsafter und die Brotmaschine seien, laut seiner Überprüfung, keine Stromfresser. Aber nein, kam als Antwort, es gebe modernere pfiffigere Geräte. Und wir – also mein Mann und ich – ständen doch NOCH mitten im Leben, zu uns würden so „alte Geräte“ einfach nicht passen.  Ja, aus der Sicht habe ich unsere Geräte tatsächlich noch nicht betrachtet.

Natürlich nahm ich das Thema umgehend mit in die Runde. Fragte, wer mir die Definition des strapazierten Wortes „Nachhaltigkeit“ aus der Sicht ihrer Generation sagen kann? Und zeitgleich gab ich noch folgende Erklärung ab: „Aufgrund von dem Hinweis, dass wir so alte Geräte benutzen, stell ich die Gegenfrage, was ist für euch ALT? Bestimmt eine Zahl, wer in welche Schublade kommt? Bleiben wir bei den Geräten kann ich sagen, für mich spielt eine Zahl generell keine Rolle. Im Gegenteil, ich bin geradezu begeistert, von unserem Entsafter und der Brotmaschine. Und nicht nur, weil sie das, was sie tun – nach über 50 Jahren immer noch können.“  

Und schon waren wir mitten im Sortieren von Begriffen. Schnell war klar, in der gesellschaftlichen Umsetzung klaffen Theorie und Praxis noch weit auseinander. Meine Frage welcher „pfiffige Entsafter“ zu uns passen würde, ging im Gelächter unter. Da kam mir die Idee, unsere beiden alten Geräte zu personifizieren.

Aufgrund meiner momentanen Recherchen über das „Alter und Altersdiskriminierung“ benutzte ich den Vergleich zwischen einem alten Menschen und einer alten Maschine. Gesellschaftlich haben wir weder die Geduld, noch nehmen wir wahr, wenn ältere Menschen MITLEBEN möchten und aufgrund ihrer Kondition es auch könnten. Sehen eine Lebenszahl und nach dieser wird deren MITLEBEN beurteilt.

Genauso, wie es Wenige wundern oder stören würde, wenn wir unseren wunderbaren Entsafter und die Brotmaschine aufgrund eines – durchaus hohen Alters –– entsorgten.

Und so wundert auch niemand das Wort „Versorgt sein“ in Verbindung mit Altenheim, wenn es um Senioren in den Familien geht.

Übrigens, aufgrund meiner Erfahrungen und durch Recherchen hinkt mein Vergleich, zwischen dem lockeren Entsorgen von alten Geräten und dem Versorgen von Verwandten in Altenheimen, leider nicht!

Völlig spontan haben unsere alten Geräte das Tabuthema „Alt und nun“ beim September- Generationentreff, in unsere Gesprächsrunde geschafft.

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Zufallsbegegnungen

Wir waren kurz nach Schulbeginn, zur Hauseinweihung bei Geschäftskunden meines Mannes eingeladen. Dort trafen rein zufällig Eltern und Lehrer aufeinander. Keiner der Lehrkräfte kannte die Kinder und Jugendlichen, deren Eltern anwesend waren. Genauso wenig wussten die Eltern, von Lehrkräften unter den Gästen. Was letztendlich keine Rolle spielen sollte. Um Missverständnisse zu vermeiden, ist diese Info aufgrund folgender Kommunikation wichtig.

 Man sollte annehmen, nach nunmehr sechs Wochen Ferien, trifft man auf ausgeruhte Lehrkräfte. War auch in der Begrüßungsphase so. Bis, ja bis sich ein Lehrer zu dem gerade begonnen Schuljahr 2023 äußerte. Er zähle immer die Tage bis zu den nächsten Ferien.

Blicke gingen hin und her. Ein Vater fand es gut auf einen Lehrer zu treffen. Er stellte ihm eine Frage, die ihn umtreibt!  Gerade habe die Schule begonnen. Seine Tochter gehe in ein Gymnasium in BW. Er suche eine Erklärung, weshalb der Stundenplan zwar vorliege, jedoch der Nachmittagsunterricht erst eine Woche später anfängt? Und schon war sie offen, die Frust – Schleuse.  

Die zwei Lehrerehepaare sahen sich an. Zuckten mit den Schultern. Realisierten nicht, dass es die Aussage des anwesenden Lehrers war, vonwegen er zähle die Tage bis zu den nächsten Ferien, die genau diese Fragerunde auslöste. Weshalb z.B. nach dem gerade begonnen Schulbeginn 2023, mit all den nicht aufgearbeiteten Lücken, der Unterricht eines Gymnasiums wegen einem Lehrerausflug lediglich bis zu der großen Pause geht? Kopfschütteln in der Runde.  Die Frage: Weshalb der Ausflug der Lehrkräfte nicht in der letzten Ferienwoche stattfinden könne – wurde leider von einer Lehrerin sehr dumm beantwortet.

Weil da noch Ferien sind und diese Ferien den Lehrern zusteht! Bingo!  Was diese Lehrkraft – wie übrigens die meisten – vergessen hat: Lehrkräfte haben lediglich 30 Tage Urlaubsanspruch. Im Schnitt sind jedoch ca. 12-13 Wochen im Jahr Schulferien. Große Sommerferien sind bundesweit 6 Wochen. Damit ist für die Lehrkräfte der offizielle Urlaubsanspruch abgegolten. Dazu haben sie Ostern und Pfingsten, Weihnachten und meistens noch in der Faschingszeit frei, nicht zu vergessen, die Brückentage!  Deshalb fand ich die Fragen, weshalb der Lehrerausflug nach Schulbeginn stattfindet und Lehrkräfte Meetings und Weiterbildungen während der Unterrichtszeit abgehalten werden, berechtigt.

Ich versuchte mit dem Argument, es entscheiden ja nicht die einzelnen Lehrkräfte, Sachlichkeit rein zu bringen. Es klappte nicht!  Mein Adrenalin stieg massiv, als ich erkannte, Deeskalation stand wohl in Lehrkräfte – Weiterbildungen nicht auf dem Programm. Eine anwesende Gymnasiallehrerin warf schnippisch in die Runde: „Wir sind ja gezwungen zu mehr Urlaub, wie er uns offiziell zusteht. Keine Kinder kein Unterricht, basta“ es schien, das waren fünf Buchstaben zu viel.

Ein Unternehmer fühlte sich von dem „Basta“ provoziert. Ohne Umschweife kam er auf den weltweit einmaligen Status, dass nur bei uns Lehrkräfte verbeamtet sind. Mit der Folge von gesicherten Pensionen, die aus dem, von der Allgemeinheit gefüllten Steuersäckel kommen und Lehrkräfte automatisch Privatversichert sind.  

Mir war klar: Wir als Gesellschaft sollten uns einfach mehr mit den Hintergründen einiger Berufsgruppen auseinandersetzen. Dazu gehören für mich ganz oben verbeamtete Lehrkräfte und die damit zusammenhängende Ungerechtigkeit! Für mich gibt es nicht DIE Lehrkräfte, es gibt Systemfehler, die gezielt von – leider viel zu vielen – egoistisch ausgenutzt werden. Und diejenigen, die aus Überzeugung Lehrer und Lehrerin wurden, die durch die Systemfehler massiv belastet sind, die sind tatsächlich in der Minderheit. Nach Jahrzehnten im Bildungsbereich, erst über die Sozialarbeit, dann über Projekte, kenne ich nicht nur beide Seiten der Medaille, sondern auch die entstandene Problematik. An den negativen Entwicklungen haben wir alle unseren Beitrag geleistet – egal auf welcher Seite wir stehen.  

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Meine Freunde die Buchstaben

Nach meinem SWR Interview im August 2023, bekam ich viele Anfragen wie ich zu den Geschichten in meinen Büchern komme. Ganz einfach, die Geschichten kommen zu mir. Meine eigene Biografie würde mehrere Bände geben. Meine jahrzehntelangen Engagements in vielen gesellschaftlichen Bereichen, vor allem meine Devise: Einmischen ist Bürgerpflicht, hat dazu beigetragen, dass Langeweile in meinem Leben keinen Platz hatte und hat! So betrachtet, ist der Fundus unendlich. Dazu kommt, Schreiben und Lesen ist meine Welt. Bereits als Kind faszinierten mich Bücher. Wenn ich gesucht wurde, fand man mich garantiert hinter einem Buchdeckel. Fairerweise muss ich zugeben, ich komme aus einem Elternhaus in dem Lesen wie Essen zum Alltag gehörte. Mit Begeisterung widme ich mich Tabuthemen. Mache auch nicht vor Risiken halt. Die Flut der Zuschriften nach meinem Tatsachenroman „Erbschleicher und sonstige Verwandte“ (3.Auflage) hat mir bestätigt: Hinter schönen Fassaden bröckelt der Putz. Und genau mit diesen übertünchten Fassaden habe ich mich beschäftigt. Mein neues Buch heißt „Brüchige Fassaden“ und ich freue mich, wenn ich es Ihnen Ende Oktober präsentieren darf.

Gerne erfülle ich die Bitten den Link zu dem SWR Interview zu veröffentlichen.

Liebe Grüße aus meinem Schreibzimmer

Renate Hartwig

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/interview-autorin-renate-hartwig-ueber-entfremdung-von-generationen-100.html

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Begegnungen

Es geht nichts über die direkte Kommunikation. Freue mich immer wieder auf die Begegnungen, auf die Gespräche danach. RH

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Schulbeginn 2023

World Literacy Day, auch Weltbildungstag wird am 08. September 2023 begangen. Der Tag soll jährlich an die Problematik des Analphabetismus erinnern. Wenn ein Mensch weder schreiben noch lesen kann, ist er ein Analphabet. Seit langem beschäftigt mich die Frage, wie es sein kann, dass die Zahl der Analphabeten steigt? Als vor den Sommerferien öffentlich wurde, wie Grundschüler im Lesen und Schreiben massive Einbrüche haben, startete ich eine private Umfrage zum Thema Lesen.

Und mir fiel auf: Dieses Vorlesen, wie ich es als Kind und unsere Kinder erlebten, hat massiv nachgelassen und ist oft out! Wir hatten Besuch, der kleine Sohn ist knapp 2 Jahre alt. Als ich ihm in einem Buch die Bilder zeigte und vorlesen wollte, wischte er sehr gekonnt über das Blatt, als sei es ein Handy.

Um Missverständnisse zu vermeiden. Ich bin keine Gegnerin der digitalen Welt, kann selbst damit super umgehen und möchte nichts davon missen. Jedoch das hat nichts damit zu tun, dass Vorlesen und Lesen der Vergangenheit angehören muss. In der frühkindlichen Bildung lohnt sich jede Investition, das bestätigen auch Ökonomen: Diesen Bereich zu vernachlässigen, kommt auf lange Sicht teuer zu stehen. In 22 Jahren entstanden über unser Kinderkreativprojekt mit meinen Mutmachgeschichten 58 Kinderbücher, die bundesweit von Kindern in Kindereinrichtungen und Grundschulen illustriert wurden.   https://autorin-rh.jimdofree.com/projekte/ 

Allein diese Erfahrungen mit Kindern, Eltern und hauptsächlich Grundschullehrkräften, sprengen einen solchen Blogbeitrag. Seit über 20 Jahren erlebe ich in der Projektarbeit die Systemfehler und eine problematische Entwicklung in Sachen Bildung. Zwar wundern mich Aussagen nicht mehr, vonwegen Lese – und Schreibschwäche in den Grundschulen, jedoch machen sie mich nachdenklich.

Da war dieser Tag in der 8. Klasse einer Gemeinschaftsschule. Ich wurde eingeladen, um mit den Jugendlichen über „Einsturzgefährdet“ zu diskutieren. Das ist der Jugendroman, den ich mit einer 7.Klasse des Hilda Gymnasiums Pforzheim über ein ganzes Schuljahr erarbeitet habe. Im Inhalt geht es um Ausgrenzung um ein gestörtes Miteinander.

Fazit war bei der Diskussion mit diesen Jugendlichen der 8. Klasse: Grammatik ist nicht so wichtig, denn das Handy hat ein Korrekturprogramm. Lesen, nur wenn man aufgrund Notengebung muss. Auf meine Frage nach beruflichen Zielen, vonwegen Ausbildung, kam mehrfach – wird schon klappen, wenn nicht, werden wir „Harzler“!!!!

Die Diskussion um fehlende Fachkräfte bekommt in dem Konsens eine ganz neue Sichtweise. Und genau jetzt wird es Zeit die Systemfehler im Bildungssystem nicht zu verdrängen, sie anzugehen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Rechtfertigung vonwegen Personalmangel akzeptiere ich nur bedingt.

Solange wir zig Millionen für 173 Lehrstühle in Sachen Genderforschung ausgeben, in der sich abgesicherte Professuren mit Frauen und Geschlechterforschung/ Genderstudien beschäftigen, ist für mich der Ansatz zu wenig Mittel für die Bildung eine Farce!

Wir haben ein Gesetz, in dem Eltern einen Kitaplatz einklagen können. So ein gerichtliches Verfahren gewinnen die Eltern. Dann haben sie zwar ein Urteil, jedoch noch lange keinen Kitaplatz!

Hunderte von ausgefallenen Schulstunden, wegen Lehrkräftemangel, oder wegen Weiterbildung der Lehrkräfte in Schulzeiten, zeigt über ein ganzes Schuljahr hinweg, systembedingte Fehlzeiten in Sachen Bildung.

2023 beginnt ein Schuljahr, in dem die Bürokratisierung immer mehr Fahrt aufnimmt, anstatt sie abgebaut – wie durch sämtliche Regierungen versprochen wurde und wird.

Dieses Zitat von John F. Kennedy bleibt nach wie vor durch alle Generationen richtig.

 „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.“

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Erste Woche in Ausbildung geschafft 🍀

Seit über 20 Jahren bin ich an jedem 1. September frühmorgens unterwegs zur WÜRTH Gruppe nach Künzelsau. Es ist Ausbildungsbeginn!

Dieser Tag ist für mich immer wieder ein positiver Input. Ein Tag der Generationen Es ist mir immer eine Freude, diese jungen Menschen an ihrem ersten Tag der Ausbildung begleiten zu dürfen. Dieses Jahr traf ich auf 317 Auszubildende.  Sie kommen aus dem ganzen Bundesgebiet von den Standorten des Würth Unternehmens. Bleiben eine ganze Woche am Hauptsitz von WÜRTH in Künzelsau – auf Kosten des Unternehmens – super untergebracht in Einzelzimmer in Hotels. Sie werden von professionellen Ausbildern/Ausbilderinnen ins Berufsleben eingeführt und individuell gefördert.

In dutzenden Gesichtern steht jedes Jahr die Frage, was kommt jetzt auf mich zu? Aus meiner jahrelangen Erfahrung kann ich sagen: Diese erste Woche Ausbildung in der Würth Gruppe ist für jeden eine spannende Zeit, mitten ins Leben.

Wie jedes Jahr gebe ich diesen jungen Menschen auf ihren privaten und beruflichen Weg folgendes mit: Egal was auf sie zukommt, sie sollen nie vergessen: Mut heißt, jetzt erst recht! Vor allem niemals JA sagen, wenn man NEIN meint! Und dass nichts schlimmer ist als Langeweile und nach 28 Jahren als Referentin im WÜRTH Konzern, kann ich versichern, Langeweile kommt nie auf!

In der gesamten WÜRTH Gruppe wird, dank hohen finanziellen und sehr professionellen, personellen Aufwands, individuell gefördert und – ja keine Frage – auch gefordert.

Es ist wunderbar zu erleben, wenn ich an diesem Tag auf Menschen treffe, von denen ich weiß, deren erster Ausbildungstag ist bereits seit mehr als einem, oft zwei Jahrzehnten vorbei. Und wenn dann im Gespräch klar wird, von diesem damaligen ersten Tag, ist eine gute Erinnerung geblieben, dann kann doch für alle Beteiligten nur von einem rundum guten Tag gesprochen werden. Allen Auszubildenden wünsche ich nach dieser gelungenen Startwoche alles Gute für die Zukunft. 🍀 🎈

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Großmutter Erna wehrt sich!

In dem Einfamilienhaus, kam Erna nach dem Tod ihres Mannes alleine gut zurecht. Das soziale Umfeld hatte Bestand. Der Kontakt zu den erwachsenen Kindern war sporadisch.

Bei einem der „wir sind gerade in der Nähe“ Besuche ihrer Tochter, kam es zum Thema Erbschaftssteuer. Intensiv wurden die allgemeinen Teuerungen beklagt, bis endlich das Wort „Hausüberschreibung“ fiel. Großmutter Erna stand kurz vor ihrem 81. Geburtstag. Laut Statistik blieben ihr noch drei Jahre. Natürlich wurde dies nicht ausgesprochen.  Die Tochter verpackte es in den Worten „Vorsorge, man weiß ja nie was kommt“!

Großmutter Erna besprach es mit ihren Freunden, die rieten ihr dies unbedingt auch mit ihrem Sohn zu besprechen. Der hatte zwar keine Ahnung von den Gedankengängen seiner Schwester, konnte jedoch dem Umstand der Erbschaftssteuer zu entgehen, etwas abgewinnen. Da er seine Schwester und deren Drang vonwegen „alles haben wollen“ von Kindesbeinen her kannte, informierte er sich.

Er wollte den Wunsch seiner Mutter, in ihrem Haus zu bleiben, festigen. Deshalb schlug er vor zusammen mit der Überschreibung, das lebenslange Wohnrecht und den Nießbrauch für die Mutter einzutragen. Bei diesen Vorbereitungen sickerte die Devise seiner Schwester durch „man weiß ja nie“ und sie beharrte darauf, auf sie eine Generalvollmacht auszustellen! Das wurde mit der Corona Pandemie und den Kontaktproblemen begründet.

Großmutter Erna war nicht wohl dabei und sie bestand darauf, wenn eine solche Generalvollmacht, dann auf ihre beiden Kinder, mit dem Zusatz, einer allein kann nicht entscheiden! Dies verzögerte erst einmal den Vorgang.

Erst als beim Notar, zeitgleich mit der Hausüberschreibung, die Generalvollmachten, im Sinne von Großmutter Erna unterzeichnet wurden, war sie zufrieden. 

Die Zeit ging ins Land. Großmutter Erna erwähnte Monate später gegenüber ihrer Tochter, die Lesebrille sei nicht mehr so gut. Innerhalb kürzester Zeit wurde von der Tochter ein Augenarzttermin organisiert, zu dem sie sich als Begleitperson anmeldete. Ganz nebenbei erwähnte die Tochter, es mache Sinn, nach dem Arzttermin dieses Altenheim anzusehen, bei dem – laut Zeitung – einige Plätze frei seien. 

Erna fühlte sich unwohl, empfand es als unangenehm. Sprach es auch aus und es kam zu einer Auseinandersetzung. Sie wollte gar nicht zum Augenarzt. Ihr Plan war eine neue günstige Lesebrille zu kaufen, wie sie es seit Jahren praktizierte. Dementsprechend war Erna beim Arzt auch sehr zurückhaltend, sprach nicht viel. Dafür übernahm die Tochter das Wort und Erna entging nicht, dass diese den Arzt gut kannte. Die Unterhaltung der beiden ging um die Vorteile im Alter in einem guten Heim unterzukommen. Erna hörte gar nicht mehr zu, für sie war das kein Thema. Sie hatte ihr Zuhause, konnte selbst einkaufen, kochen und hatte Kontakte. Wusste um die Situationen, in denen die Einlieferung ins Altenheim notwendig sein kann, nämlich wenn Sicherheit und Wohlbefinden des älteren Menschen nicht gewährleistet sind. Nur das war bei ihr nicht der Fall. Deshalb fühlte sie sich auch nicht angesprochen.

Wer konnte ahnen, dass ihre Teilnahmslosigkeit bei der Unterhaltung zwischen dem Arzt und der Tochter, als beginnende Demenz auf einem Schreiben des Arztes über ihren Gesundheitszustand auftaucht?!

Bei der Rückfahrt vom Arzt wunderte sich Großmutter Erna als ihre Tochter auf dem Parkplatz des Altenheims anhielt. Auf Rückfrage kam die Antwort: „Lass uns doch einfach mal reinschauen, man weiß ja nie“ um einen weiteren Konflikt zu vermeiden, willigte sie ein.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte die Seniorin nicht, dass ihr Umzug ins Altenheim von ihrer Tochter fest eingeplant war und sie längst in Gesprächen mit dem Altenheim war. Ernas Desinteresse bei der Besichtigung, war ein weiteres Puzzlestück, den Verdacht einer beginnenden Demenz zu festigen.

Nur über diesen Weg war es möglich, den Wunsch der Tochter umzusetzen das Haus zu verkaufen. Nach der Berechnung der Tochte, reichte die Rente von Erna und das Barvermögen aus, um die letzten Jahre im Heim finanzieren zu können.

Ernas stabiler Gesundheitszustand, ihre Sicherheit, allein leben zu können, musste Stück für Stück ins Wanken gebracht werden. So konnte der 300 km weiterlebende Bruder von der Notwendigkeit, Mutter muss ins Altenheim, überzeugt werden. Erst dann, würde die Klausel Wohnrecht wegfallen. Und das Elternhaus könnte bereits zu Lebzeiten veräußert werden.

Da der Sohn seine Schwester und ihre Ziele ahnte, besuchte er spontan für ein paar Tage die Mutter. Verwundert stellte er fest, wie offen Erna aussprach, dass sie überzeugt sei, es gehe der Tochter um den Gewinn beim Hausverkauf, der nicht möglich wäre, wenn sie nicht auszieht. Deshalb habe sie sich bei einer Beratungsstelle über gesetzliche Bestimmungen in Bezug auf Einlieferung ins Altenheim, sowie über Entmündigung informiert. Außerdem bestehe sie auf einer Untersuchung, nach der ihr körperlicher und geistiger Zustand diagnostiziert werde. Sie wolle dokumentiert haben, dass sie in der Lage sei, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

Im Gespräch mit der Schwester gab diese zu, dass sie das Elternhaus über ihren Sohn, der bei der Bank arbeitete, schätzen lies. Sie wusste auf den Cent genau, was der Verkauf – für jeden der Geschwister – bringen würde.

Der Fall von Großmutter Erna, ging nur gut aus, da der Sohn sich auf die Seite der Mutter stellte. Bei ihm die Lebensleistung der Eltern an erster Stelle stand. Er wusste, nur über diese kam zukünftiges Erbe zustande. Vor allem wollte er die Bedürfnisse und Wünsche der Mutter respektieren und ihre Würde geschützt sehen.

Großmutter Erna war, mit nun über achtzig Jahren eine wichtige Erfahrung reicher. Blut ist nicht immer dicker, wie Wasser. Insbesondere kommt dies vor, wenn es ums Erben geht! Durch Ernas Drängen, das Umschreiben im Grundbuch und die Generalvollmacht nur zu akzeptieren, indem beide Kinder eingetragen werden und einer allein nichts entscheiden kann, dazu ihr Sohn sie unterstützte, konnte sie in ihrem Haus weiter wohnen bleiben.  RH

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Bundestag – über Diäten, Fresssucht und Gier

Passend zu der heutigen Diskussion der Bundesregierung, über Sparmaßnahmen im Haushalt, wieviel Geld die Regierung in den nächsten Jahren ausgeben will, richte ich heute den Blick auf den größten Berliner Selbstbedienungsladen. Was sich dort abspielt, ist die Methodik der Redefinition. Begriffe sinnverdrehend anders zu verwenden. Fest mache ich dies an dem Wort „Diäten“ wie die Bezahlung der 736 weiblichen, männlichen und diversen Abgeordneten genannt wird.

Die Abgeordneten des Bundestags haben im Juli wieder allen Grund zum Jubeln. Von Sparen ist da nicht die Rede. Denn sie erhöhen sich automatisch ihre Diäten einmal mehr – und das kräftig! Es wartet sogar die dickste Erhöhung seit 2015 auf die Bundestagsabgeordneten. Da wird trotz leerer Kassen kräftig zugelangt. Immerhin gibt es 351 Euro im Monat.

3,4 Prozent mehr Geld für jeden Abgeordneten

Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung der Nominallöhne im vergangenen Jahr hervor. Die Lohnentwicklung ist nach dem Abgeordnetengesetz maßgeblich für die Diätenerhöhung im folgenden Jahr. Das automatische Erhöhungsverfahren wurde 2016 eingeführt. Seither muss der Bundestag nur einmal zu Beginn der Legislaturperiode beschließen, an dem Automatismus festzuhalten. Eine neue Debatte im Bundestag oder eine Abstimmung darüber ist nicht nötig.

Die Diäten klettern ab Juli 2023 von 10.323,29 € auf 10.674,28 € im Monat.

Diese sogenannten Diäten gibt es in Deutschland seit 1906, davor war die Mitgliedschaft im Parlament ehrenamtlich. 1975 wurden die Abgeordneten vom Bundesverfassungsgericht durch ein „Diäten-Urteil“ verpflichtet, selbst über die Höhe ihrer Entschädigung öffentlich zu beschließen. Das Urteil besagt, die Abgeordneten erhalten für ihr Mandat eine Entschädigung, mit der Verdienstausfälle ausgeglichen werden sollen! Übrigens auch für die Abgeordneten, die vor ihrem Eintritt in den Bundestag, gar keinen Verdienst hatten!

Die Abgeordnetenentschädigung beträgt seit dem 1. Juli 2023 monatlich 10.674,28 € neben den „Diäten“ haben diese 736 Personen einen Anspruch auf Amtsausstattung und sie bekommen eine steuerfreie Kostenpauschale. Diese wird jährlich zum 1. Januar an die Lebenshaltungskosten angepasst und liegt im Moment monatlich steuerfrei bei 4.725,48 €. 

Und hier eine kleine Aufstellung der „Diäten“ rückwirkend nur bis 2012, weshalb ich – allein durch die Geschwindigkeit der Erhöhungen – auf den Begriff „Fresssucht“ und „Gier“ kam.   

Die monatlichen Diäten 2012: 3.369 Euro – 2013: 3.477 Euro – 2014: 3.498 – 2015: 3.526 Euro -2016: 3.601 Euro –2017: 3.742 Euro- 2018 monatlich 3.840 Euro

Seit dem 1. Januar 2020 gab es einen sichtbaren Sprung bei den „Diäten“ für die Mitglieder des Abgeordnetenhauses nämlich eine Grundentschädigung über 6.250 Euro. Dies „Entschädigung“ soll Verdienstausfälle ausgleichen, die durch die Ausübung des Mandates entstehen.

Die sonstigen „Vergünstigungen“ wie Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln usw. sowie zusätzliches Einkommen, sind hier noch gar nicht berücksichtigt.

Ein Blick auf die zusätzlichen „Diäten“ einiger Personen bestätigt das Parlament in Berlin ist ein Selbstbedienungsladen. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) kassiert als Amtszulage noch ca. 700 Euro mehr.  Auch die fünf Bundestagsvizepräsidenten/Innen erhalten, aufgrund einer Recherche von Bild noch eine halbe Diät als Zulage. „Ihre Bezüge steigen um 525 Euro auf 16.011 Euro“, lässt Bild wissen. Es geht keiner leer aus. Die Vorsitzenden der Bundestagsausschüsse, Enquetekommissionen und des Parlamentarischen Kontrollgremiums erhalten zusätzlich 404 € mehr – insgesamt 12.275 Euro/Monat.

In diesem Parlament, macht keiner einen Handschlag umsonst! Auch die Pensionen der Abgeordneten erhöhen sich. Nach einer Legislaturperiode bekommen die Parlamentarier dann schon 1068 Euro Pension. Das entspricht der Rente eines Durchschnittsverdieners nach knapp 30 Jahren!

Im Berliner Parlament stimmt das Sprichwort: „Die Gier wird niemals satt, bis sie das Maul voll Erde hat“

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