Heute vor genau 32 Jahren, am 7.März 1994, war für mich und den Pattlochverlag kein normaler Tag. Mein Buch „Scientology – ich klage an“ wurde in heimlicher Mission im Ausland gedruckt und kam erst am Abend vor dem Erscheinungstag über die Grenze. Die Medien wurden kurzfristig informiert. Hintergrund war, dem Versuch der SC zu entgehen, das Buch über einstweilige Verfügungen zu stoppen. Das gedruckte Buch hatte ich noch nicht gesehen, als ich am Morgen des 7. März in Berlin im ZDF Morgenmagazin saß und von Maybrit Illner interviewt wurde. Perfekt vom Verlag organisiert, wurde das Buch am selben Morgen in die Buchläden ausgeliefert. Es wurde innerhalb weniger Wochen, zu meinem ersten Bestseller!
Noch heute fragt mich meine Leserschaft, was es damals war und heute ist, was mich zu Veröffentlichungen treibt, die oft mit Auseinandersetzungen verbunden sind? Damals war es ein Kampf, den viele als einen Kampf zwischen David und Goliath bezeichneten. Ja, es war eine Aktivität in der Öffentlichkeit, die für ein sogenanntes Privatleben nur noch wenig Spielraum ließ. Und zu einem Leben, das eben auch im privaten Bereich durch notwendige Sicherheitsmaßnahmen eingeschränkt war.
Elf Jahre und insgesamt sieben Bücher lang beherrschte mein Leben die Aufklärung um das Thema SC. Betroffen davon war unsere ganze Familie. Sechs Jahre davon war ich mit dem Thema Referentin für Unternehmen und deren Sicherheitsbeauftragte im Wirtschaftsministerium.
Als 2003 die damalige Regierung – SPD/ Bündnis 90/ die Grünen – basierend auf einer Entscheidung des Bundesamtes für Finanzen, infolge eines Abkommens zwischen Deutschland und USA Scientology Deutschland von Steuern befreite, konnte und wollte ich diese Diskrepanz nicht akzeptieren. Für mich völlig absurd, Scientology per Verfassungsschutz wegen den Lehren von Hubbard und deren Umsetzung zu beobachten, jedoch zeitgleich den Vertrieb dieser Lehren steuerlich zu befreien!!
Ich kündigte meine Referententätigkeit im Ministerium und machte in meinem Buch „Die Schattenspieler“ Hintergründe und Zusammenhänge der Szene der Aufklärung und des Staates öffentlich. Keine Frage, nicht ohne den Versuch, mich dann von Seiten der sogenannten „Aufklärungsszene“ zum Schweigen zu bringen. Auch dies gelang nicht.
Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, zeigt sich, dass ich immer wieder ähnliche Situationen durchlebte, zwar mit jeweils verschiedenen Themen und Menschen. Sobald ich irgendwo spüre, hier wird Freiheit eingeschränkt, bin ich nicht mehr zu halten.
Es ist die Leidenschaft für Freiheit und Gerechtigkeit, die mich noch immer bewegt, mit aller Kraft gegen Ideologen und Mechanismen zu wehren, die wie ein Schlachtermesser in das Leben anderer stoßen.
Es ist die Wahrnehmung, die mich empfindsam für den drohenden Verlust der Individualität macht. Die mich antreibt, gegen Menschenverachtung immer und überall Widerstand zu leisten. Es ist die Leidenschaft für die Freiheit, die mich erkennen lässt, dass es der Tod unserer Individualität und unserer Gesellschaft ist, wenn wir den Zielen von Ideologen nicht Zivilcourage entgegensetzen. Der größte Kumpan von Ungerechtigkeit und Freiheitsverlust heißt Egoismus, der zweitegrößte heißt Gleichgültigkeit, der allergrößte heißt Geld- und Machtgier!
Dem gegenüber steht Zivilcourage, die zwar im Durchhalten nicht leicht ist und auch nie war, doch bleibe ich nach wie vor aus Erfahrung dabei: Einmischen ist Bürgerpflicht!
Übrigens, so kann die oft gestellte Frage von nachkommenden Generationen – was hast du dagegen gemacht – durch Wahrnehmung und notwendiges Einmischen, in jedem Fall und jederzeit, beantwortet werden!
