Es vergeht kein Tag, nicht einmal eine Stunde, in der zurzeit das Wort Krieg nicht ausgesprochen wird. Keine Nachrichtensendung, keine Zeitung fast keine Talkshow bis zu Diskussionsrunden und GesprĂ€chen im privaten und geschĂ€ftlichen Bereich. Das Wort Krieg hat Hochkonjunktur. Diese fĂŒnf zusammengesetzten Buchstaben KRIEG, lösen weltweit bei den Menschen die verschiedensten Emotionen aus.
Es gibt immer mehr Menschen, die es auf die StraĂe treibt, um gegen Krieg zu demonstrieren. In einer Zeit in der immer mehr Lethargie und Null-Bock-MentalitĂ€t vorherrschen, ein PhĂ€nomen, das Hoffnung macht.
Krieg ist nie eine Lösung, sondern ein Armutszeugnis fĂŒr Politik und Diplomatie ein Akt gegen Menschlichkeit. Vielleicht hat es die Politik verkannt, dass eine groĂe Masse der weltweiten Bevölkerung erkannt hat, dass hinter AufrĂŒstung ein anderes Ziel steckt, als dass, was vorgegeben wird!
AufrĂŒstung wird von der Administration immer wieder als legitimes Mittel propagiert. Nur wird vergessen, es hat weltweit alle Politiker, mĂ€nnlich oder weiblich, in eine Entscheidungssituation gebracht, aus der sie nicht mehr mit AllgemeinplĂ€tzen herauskommen. Sie werden in der Zukunft an Ihren Entscheidungen, was das Wort â Krieg – betrifft, gemessen werden.
In den Diskussionen im privaten und beruflichen Umfeld fiel mir auf, dass dieses Wort âKriegâ bildlich gesprochen, viele âSchwestern und BrĂŒderâ hat, die wir als selbstverstĂ€ndlich in unserem Alltag akzeptieren. Da gibt es den Krieg, der sich bereits tagtĂ€glich unter Kindern auf den Schulhöfen ereignet. Dann gibt es den Krieg mit Worten, in dem ĂŒber Diffamierungen, Verleumdungen und Rufmord, einem vermeintlichen Gegner oder Konkurrenten bewusst geschadet wird. Oder der sogenannte Rosenkrieg, wenn zwei Menschen aus welchen GrĂŒnden auch immer ihre Beziehung beenden und sich trennen. Der Krieg am Arbeitsplatz, den man Mobbing nennt, oder der Krieg um AuftrĂ€ge, bei dem mit harten Bandagen und ohne Fairness gekĂ€mpft wird.
Krieg ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Wie diese fĂŒnf Buchstaben in unser aller Leben bereits eine massive Rolle spielen, nehmen wir alle immer mehr wahr. Krieg ist im tĂ€glichen GesprĂ€ch, irgendwie zur Gewohnheit geworden! Da gehört der alltĂ€gliche immer mehr dazu.
Vielleicht löst die groĂe Angst vor Krieg, in der Folge auch eine Diskussion aus, wie man den alltĂ€glichen Krieg in der Schule, im Arbeitsleben, auch im privaten Umgang miteinander, bis hin zu Trennungen, minimieren kann?
Wer bei der Waagschale, beim Ja oder Nein zum Krieg, zuerst an die Menschen denkt, die es im Kriegsfall trifft, der ist nicht naiv, wenn er versucht mit den Menschen ĂŒber ihre Ăngste zu sprechen. Es zeigt nur, es gibt noch welche, die eure Ăngste wahrnehmen, fĂŒr die ihr nicht zur Sache werdet!
Kriegsvorbereitungen bedeuten, dass Waffen auch gegen das Volk gerichtet werden.
DoppelzĂŒngigkeit ist im Spiel, wie heute in der Politik ĂŒber Befreiung und AufrĂŒstung geredet wird. In der aufkommenden weltweiten Waffenproduktion geht es um Profit. Es interessiert niemand in diesen Kreisen, dass beim Einsatz immer Menschen darunter leiden.Die fĂŒnf Buchstaben Krieg haben etwas mit Macht und Geld, mit einem Vorteil fĂŒr eine Seite zu tun. Sie stehen immer fĂŒr Zerstörung Leid und Trauer.
Dies gilt, wie in den jetzigen kriegerischen Auseinandersetzungen, genauso im Alltag, im Umgang miteinander, ob im beruflichen, oder im privaten Leben.
Umso mehr ich am heutigen Bergfest, der Wochenteilung am 1. Oktober 2025 nachdenke, umso mehr kommt sie hochâŠâŠ die Lust noch einmal einzusteigen um den Deckel in diesem festgezurrten, stinkenden Fass Systemfehler in unserem Gesundheitsystem zu öffnen!
Unfassbar die tĂ€glichen Berichte ĂŒber unser Gesundheitswesen, ĂŒber die leeren Kassen der Krankenkassen, die Warnungen ĂŒber den RĂŒckgang der HausĂ€rzte und die vielen konjunktiven Aussagen vonwegen was âman tun mĂŒsste, man tun wolle!â
Dummerweise sind es bereits Generationen von Gesundheitspolitikern, die diese Feststellungen treffen, sich dabei selbst im politischen Selbstbedienungsladen absichern und geÀndert ist nichts!
Jeder der sich intensiv mit dem Gesundheitswesen auseinandersetzt, sei es beruflich oder als betroffener Patient/Patientin, hat garantiert wie ich im Moment tĂ€gliche Deja Vu Erlebnisse. Ich gebe, zu ich könnte bei jeder Meldung, egal wie sie rein rauscht, die glatten WĂ€nde hoch gehen. Es sind Wiederholungen, wie bei WiederkĂ€uern sind es dieselben Informationen ĂŒber das Problem im Gesundheitssystem!
Beginnen wir mit einem Blick in das Jahr 2008/2009! Seit 18 Jahren warne ich vor der Entwicklung in unserem Gesundheitswesen! Auch die Medien, die jetzt schlau daher reden und schreiben, wurden damals schon informiert. Und? Haben sie sich eingeklinkt? Nein! Haben sie 2008 und 2009 ĂŒber die von uns initiierte Protestveranstaltungen und den Schulterschluss Arzt und Patient berichtet? Nein, hĂ€tten wir diese Veranstaltungen nicht privat dokumentiert, gebe es heute keinen Beweis, dass es damals â vor 17 Jahren – bereits die Probleme gab.
Es lohnt sich die Zeit zu nehmen fĂŒr diesen Beweis siehe Link:
Es war kurz vor der damaligen Bundestagswahl politisch nicht genehm, deshalb in der Breite journalistisch ignoriert! Meine Geduld ist zu Ende! Heute erlebe ich als Patientin die Systemfehler, wie Millionen andere auch.
Bevor es nun mit der neuen Gesundheitsministerin wieder anfĂ€ngt, die Industrialisierungswelle ĂŒber âReformen“ und halbherzige Arbeitsgruppen zu festigen, wird es endlich Zeit auch offen darĂŒber zu berichten, welchen Anteil an Feigheit, UnsoliditĂ€t, Angepasstheit, und blinden MitlĂ€ufertum, die Masse der Ărzteschaft und wir als uninformierte, schweigende Patientenschaft an dieser Entwicklung haben!
Diesen Spruch, die Patientenschaft geht zu oft zum Arzt, den hat bereits die damalige Bayerische Gesundheitsministerin Stewens 2008 als Grund von hohen Kosten genannt. Und unsere Plakate ĂŒber die politischen Fehler, haben wir zu tausenden gedruckt in in Praxen wurden sie aufgehĂ€ngt! Und das mit den Zuzahlungen, kennen wir auch. Die 10 ⏠PraxisgebĂŒhr schwirrt nun mit anderen Vorstellungen der Zuzahlung in den Köpfen derjenigen, fĂŒr die wir Patienten/Patientinnen lĂ€ngst Ware sind. Und es die Ideengeber der Zuzahlungen, die lĂ€ngst privat versichert sind, nicht betrifft!
Mein Entsetzen, wie die damals ausgesprochenen Warnungen, heute lĂ€ngst RealitĂ€t sind, ist unbeschreiblich. Wir, die Patientenschaft, vorab gesetzlich Versicherte, wie das Pflegepersonal, sind dieser Entwicklung ausgeliefert und werden sie ausbaden mĂŒssen, wenn wir uns nicht gegenseitig unterstĂŒtzen und wehren!
Meine Recherchen zum Thema „Verkaufte Patienten und Ărzte, Geld und viele LĂŒgen“ habe ich in vier BĂŒchern veröffentlicht. Nun könnte die Frage auftauchen, was hat sich seit damals an der Situation geĂ€ndert?
Wahr ist, die nĂ€chsten Politiker sind bereits dabei sich ihren Abgang vergolden zu lassen, in dem sie sich den Heuschrecken aller Sparten anpassen, unterordnen und uns das Volk verkaufen. Ja, um sich nebenher im Gesundheitsmarkt eigene PfrĂŒnde zu sichern! FĂŒr Ihre Fehler mĂŒssen sie nicht einstehen. Denn es fehlt generell, eine Politikerhaftung fĂŒr deren Entscheidungen und Handeln!
DafĂŒr gibt es immer mehr Ărzte die aus dem Kassensystem aussteigen und als PrivatĂ€rzte weiter machen, oder ins Ausland gehen. Und die im Kassensystem bleiben, die retten sich ĂŒber ihren Frust, der stagnierenden Einnahmen bei Kassenleistungen, ĂŒber die Selbstzahler Ebene. Die individuelle Gesundheitsleistungen, IGEL genannt, ist immer weiter im Vormarsch.
Alles was hier lauthals als Fehler verkĂŒndet wird, ob zu viel Arzttermine, der demografische Wandel, Personalmangel, zu wenig Ărzte/Ărztinnen, das alles hat mit den seit Jahrzehnten zementierten Systemfehlern in unserem Gesundheitsystem zu tun!
Mein Spruch: GegenĂŒber der Gier ist ein Menschleben nichts wert, bestĂ€tigt sich tĂ€glich.
âAlles verĂ€ndert sich, alles muss sich verĂ€ndern, das war schon immer so und wird auch so bleiben.â Hinter diesem Satz fehlt nur noch das Amen! Das ist die unkritischste Art mit negativen gesellschaftlichen Entwicklungen umzugehen.
Wir sind stolz darauf, aufrecht zu gehen, weil wir uns dadurch von den Affen unterscheiden. Die Spezies Mensch fĂŒhlt sich als Primate. Doch setzen wir es wirklich ein, unser Wissen, die Erfahrungen, die Weiterentwicklungen?
Weshalb fĂŒrchten sich Menschen vor negativen, gesellschaftlichen Entwicklungen wie ReiĂnĂ€gel vor einer Dampfwalze? Nein, nicht weil sie Entwicklungen aufhalten wollen, sondern weil sie erkennen, dass wir als Gesellschaft immer wieder unfĂ€hig sind, Böses zu stoppen. Wie mit einer Dampfwalze werden positive Werte, die SĂ€ulen unserer Gesellschaft, plattgemacht. Es reicht nicht zu sagen, es sei eben die Entwicklung!
Wer glaubt, dass spezielle Bekleidung angeschlossen an das Internet zur Entwicklung der kommunikationstechnischen Welt gehört, der muss auch wissen, dass bereits in Orwells â1984â diese Art der Totalkontrolle beschrieben ist. Ob der Autor ahnte, dass sich seine Vision verwirklicht, ist nicht bekannt.
Wer nicht hinterfragt, weshalb es unseren Wissenschaftlern noch nicht aufgefallen ist, dass eine Biotechnologie weltweit um sich greift, beschÀftigt sich nicht wirklich mit Entwicklung. Sonst wÀre das ideologische Gefahrenpotential, das in der Geschichte seinesgleichen sucht, lÀngst bekannt.
Weshalb boomt ein Weiterbildungsmarkt, in dem man darauf gedrillt wird, wie man die Sinnesorgane eines Mitmenschen besetzen kann, mit dem Ziel ihn zu fĂŒhren, letztendlich zu beherrschen!? Weil das zur âEntwicklungâ unserer Gesellschaft gehört? Oder legen wir es darauf an, von unseren Nachfahren als negatives Beispiel im âZeitalter der Egoistenâ beschrieben zu werden?
Definitionen von sozialem Miteinander, RĂŒcksichtnahme, Achtung, NĂ€chstenliebe und Hilfsbereitschaft, sowie Respekt und FĂŒrsorge, sind quer durch unsere Gesellschaft negativ und als altmodisch besetzt.
Die Werbeindustrie hat sich dem Trend des Zeitgeistes angeschlossen und hat es umgehend begrĂŒndet: Wegen der Entwicklung! In einer Werbung heiĂt es âIch und mein Magnum.â Es hieĂ einmal âDer Esel nennt sich immer zuerstâ, dass wir als gesamte Gesellschaft die Auswirkungen unseres Tuns ausbaden mĂŒssen, scheint der groĂen Masse nicht bewusst zu sein. Entwicklung hat auch etwas mit Verantwortung zu tun. Und zwar wenn wir zulassen, dass Gehirne, durch spezielle Technologien neu programmiert werden, die sich Fanatiker zu eigen machen. Dann handeln wir, wenn wir diese âEntwicklungâ nicht stoppen, unverantwortlich. Bei einem meiner VortrĂ€ge zu diesem Themenkreis meldete sich in der Diskussion ein Professor. Er erlĂ€uterte âEntwicklungâ am Beispiel eines Landwirts. FrĂŒher hĂ€tte man in mĂŒhevoller Arbeit das Heu auf Kreuzstangen getrocknet. Heute mĂŒssten sich die Landwirte nicht mehr auf den Feldern abplagen. Es gebe Maschinen und das sei Entwicklung.
Vor meinem geistigen Auge sah ich auf den Wiesen die folienverpackten, von Maschinen gefertigten Heuballen, fertig zum Abtransport. Dem Professor erwiderte ich, beim Abfragen als SchĂŒler hĂ€tte er den Eintrag âThema verfehltâ erhalten. Denn sein Beispiel beschreibt den Fortschritt, nicht die Entwicklung. Ich gab diesem Mann zu bedenken, dessen Beruf es ist, an der UniversitĂ€t jungen Menschen Wissen zu vermitteln: Vielleicht sollten wir anhand dem Heuballen eine Studie machen. Möglicherweise wĂŒrden wir uns ĂŒber das Resultat wundern. Richtig ist, der Fortschritt hat Erleichterung gebracht. Doch, um bei dem Beispiel zu bleiben, bezweifle ich anhand von Aussagen aus der Landwirtschaft, dass die von mir thematisierte Entwicklung, glĂŒcklicher und erfolgreichen gemacht hat.
Aber vielleicht irre ich mich, und die Entwicklung geht dahin weiter, dass wir alle als technologisierte Gesellschaft eine Art Software als Gehirn bekommen. Indem vermutlich GefĂŒhle und KreativitĂ€t, Vorstellung vom GlĂŒck, MitgefĂŒhl, Freude, Streben nach LebensqualitĂ€t, Vertrauen und Mut, Zivilcourage und Risiko sofort ein Programm auslösen. Und diese Regungen und Gedanken, vor der Umsetzung als Virus im perfekt funktionalen Gehirn lokalisiert â wenn notwendig â aus SicherheitsgrĂŒnden gelöscht werden.
Tagespost – Artikel vom 31.07.20025 Katholische Wochenzeitung fĂŒr Politik und Kultur
WĂ€hrend sich die deutsche Welt den Kopf zerbricht ĂŒber das FĂŒr und Wider einer Frau, die vielen Menschen aus guten GrĂŒnden völlig unbrauchbar fĂŒr das Richteramt am Bundesverfassungsgericht scheint, scharrte Renate Hartwig mal wieder mit den FĂŒĂen, um das Thema auf ihre Art zu verarbeiten und vor allem: um Menschen aufzurĂŒtteln, denen möglicherweise nicht ganz klar ist, dass beim Thema MenschenwĂŒrde und Lebensrecht niemand so sehr leidet, wie diejenigen, die es letztlich wirklich betrifft: die SchwĂ€chsten; in diesem Fall Babys. âWenn diese Frau Richterin wird, die sagt, es sei ein biologistisch-naturalistischer Fehlschluss zu denken, die MenschenwĂŒrde gelte ĂŒberall, wo menschliches Leben existiert â dann mĂŒssen wir Frauen auf die StraĂe!â sagte sie gegenĂŒber der âTagespostâ.
Dass dies nicht bloĂ Worte sind, weiĂ jeder, der Hartwig kennt: Eine Powerfrau, die immer wieder fĂŒr Gerechtigkeit, Wahrheit und Leben einsteht und sich auch Gehör verschafft. âMutter Courageâ haben manche sie deswegen genannt. Passend zum Thema âBrosius-Gersdorfâ hat sich âMutter Courageâ an die Neuauflage eines Buches gesetzt, das lange in der Vergessenheit sein Dasein fristete: Das Buch âDu hast nichts zu verlieren, auĂer deiner Angstâ. Mit anderen Worten: Hab Mut, dich fĂŒr Gerechtigkeit und Wahrheit einzusetzen. Hab Mut, dein Kind auszutragen. Hab Mut, gegen den Strom zu schwimmen. Hab Mut, auf dein Herz zu hören! Denn was ist es, das den Menschen daran hindert, offen fĂŒr Recht und Wahrheit einzutreten? Ist es nicht eine wie auch immer geartete Angst vor Menschen, Reaktionen, Nachteilen â und seien es verlorene WĂ€hlerstimmen?
âSo viel kostet unsere Freiheit, ich zahl esâ
Hartwig stockte das Buch von 60 auf 160 Seiten auf und widmete ein Kapitel der Causa Brosius-Gersdorf â freilich aus ihrer persönlichen Sicht, die zeigt, wie sie mit Menschen verfĂ€hrt, die das Leben nicht zu schĂ€tzen wissen. Sie schreibt: âWie schon als junge Mutter stehe ich auch heute noch vor der unbeantworteten Frage, ob wir ein Land fĂŒr Kinder sind.â Dieselben Politiker und Experten, die unserer Gesellschaft stĂ€ndig statistische Zahlen ĂŒber âzu wenige Kinderâ vor Augen hielten, bastelten derzeit am Lebensrecht herum
âDiskussion ĂŒber Gleichberechtigung endet, wenn WĂŒrde des Menschen antastbar wird!â
Da hatte er die Rechnung allerdings ohne Hartwig gemacht, die ihn dafĂŒr kurzerhand mit einer klatschenden Ohrfeige bedachte. Sie nahm das Geld, zerknĂŒllte den Zettel mit der Adresse noch vor Ort und verabschiedete sich mit den Worten: âDu hast die alte Formel vergessen, wer etwas rein gibt, muss damit rechnen, dass wieder etwas rauskommt. Was du von mir verlangst, kann und will ich nicht. Ich nehme jedoch das Geld fĂŒr den Kinderwagen, da ist es besser angelegt.â Und im GesprĂ€ch mit dieser Zeitung ergĂ€nzte sie: âDie Diskussion ĂŒber Gleichberechtigung endet, wenn die WĂŒrde des Menschen antastbar wird!â
Diese kleine Episode aus dem Leben der heute betagteren Dame ist ein Beispiel von vielen, mit denen die Bestsellerautorin ihren Lesern Mut machen möchte, nicht einfach alles hinzunehmen. âGeht nicht gibtâs nichtâ lautet eines ihrer Lebensmottos oder besser: ihrer Lebenshaltungen, die sie von ihren Eltern geerbt und vorgelebt bekommen hat.
Schon in der Schule setzte sie sich fĂŒr die Schwachen ein. Eine Zigeunerin, Rosa, kam neu in die Klasse. Niemand wollte mit ihr zu tun haben, weil Zigeuner stehlen und klauen wĂŒrden, so die Vorurteile ihrer Klassenkameraden. Nur Hartwig setzte sich prompt neben sie und lud sie zum Spielen zu sich nach Hause ein. Als sie nicht kam, erzĂ€hlte sie ihrem Vater davon. âZwei Stunden spĂ€ter saĂ ich mit meinem Vater bei Rosa zu Hause. Rosa wurde wirklich meine beste Freundinâ, schreibt Hartwig.
Ein anderes Mal kam ihr Vater ins Klassenzimmer und nahm sich den Lehrer ordentlich vor, der seine Tochter verspottet, geohrfeigt und an den Haaren gezogen hatte. Damit hatte Hartwig ĂŒberhaupt nicht gerechnet, zumal sie kurz zuvor aus der Schule nach Hause gerannt war mit dem Willen, nie wieder dorthin zurĂŒckzukehren. Statt ihr zu helfen, wie sie es erwartet hatte, ermutigte sie ihr Vater jedoch, in die Schule zurĂŒckzugehen. Vor Schwierigkeiten laufe man nicht weg, hatte er ihr eingeblĂ€ut, denn âsie laufen dir immer hinterherâ.
Hartwig hat ein KĂ€mpfer-Gen
Hartwig liegt die kĂ€mpferische Natur in der DNA. âMeine Eltern haben mir vorgelebt, was es heiĂt, aufzustehen und sich einzumischenâ, sagt sie der âTagespostâ. Und dazu gehöre, wie jetzt in der Causa Brosius-Gersdorf, âunabdingbar das Lebensrechtâ. Keine wissenschaftliche Verklausulierung tauge dazu, dieses Recht auszuhebeln! âGenau das steht uns bevor und deshalb gilt es fĂŒr uns Frauen ohne Wenn und Aber dagegen JETZT aufzustehen.â Dann setzt sie hinzu: Das Thema sei auch nicht erledigt, âwenn sie nicht Richterin wird. Als Hochschulprofessorin hat sie auch Einflussâ. Aufgeben und zuschauen seien keine Option.
So ermutigt Hartwig heute andere, ehrlich, gerecht und mutig zu sein und spricht mit ihrem Buch jedem, der es liest, zu: âDu hast nichts zu verlieren, auĂer deiner Angstâ â ĂŒbrigens ein Satz, den ihr der Vater auf dem Sterbebett zuraunte, wenige Augenblicke vor seinem Tod. Hartwig höchstpersönlich hatte sich mit ihren 14 Jahren beim Oberarzt dafĂŒr eingesetzt, dass er ein Einzelzimmer bekam, wo er in Ruhe lesen und seinen Gedanken nachhĂ€ngen konnte. Um den Aufpreis fĂŒr das Zimmer zu bezahlen, arbeitete sie nach der Schule im Krankenhaus. âGeht nicht gibtâs nicht.â
Ihr Buch ist ein wunderbar erfrischender und ermutigender Beitrag (nicht nur) fĂŒr die Diskussion um Brosius-Gersdorf und die gefĂ€hrliche Entwicklung, die zu erwarten ist, wenn MenschenwĂŒrde und Lebensrecht voneinander entkoppelt wĂŒrden. Es ist darĂŒber hinaus auch Einladung und AnstoĂ, sich zu fragen, ob man sich duckt und nachgibt oder fĂŒr das Gute kĂ€mpft, auch wenn es etwas kostet.
Nicht das Gescheite tun, sondern das Bessere
Die persönlichen Situationen aus dem Leben der Autorin machen viel Mut. Der Witz und Humor, mit dem die Autorin ihre eigene Geschichte betrachtet und ihr Optimismus fĂŒr die Zukunft stecken an. Wie wahr, was Hartwig schreibt: âDas Rechte erkennen und es nicht tun, ist Mangel an Mutâ; ein Satz von Konfuzius zu Beginn eines ihrer Kapitel. Jedes Kapitel wird mit einem Zitat von klugen Denkern aus der ganzen Welt eröffnet, SĂ€tze von Marcus Aurelius, Novalis, Erich KĂ€stner und anderen, die man auswendig lernen und sich zu eigen machen sollte. So findet sich dort auch ein Zitat von Adolph Kolping: âDer Mut wĂ€chst immer mit dem Herzen und das Herz mit jeder guten Tat.â
Hartwigs Mut hat schon so manches bewegt. FĂŒr sie heiĂt Mut: âJetzt erst recht!â Nicht streitlustig, sondern mit offenem Visier kĂ€mpfte sie beispielsweise fĂŒr SpielplĂ€tze, âum gesellschaftliche Werte, gegen die völlig verrĂŒckte Bildungspolitik, gegen den Raubzug der Konzerne im Gesundheitswesen und immer wieder gegen offensichtliches Unrechtâ, zĂ€hlt sie selbst auf. âUnd ja, ich kĂ€mpfe mit harten Bandagen, wenn es um BĂŒrgerrechte und die Benachteiligung von Menschen geht.â
Mit Hartwig gibt es immer Licht am Ende des Tunnels
Im aktuellen Fall geht es um die Kinder, die, kaum gezeugt, wieder aus dem Leben katapultiert werden. Menschen, die wer weiĂ welche wichtige Aufgabe in dieser Welt hĂ€tten ĂŒbernehmen sollen â die jetzt aber fehlen. Das Buch ist ein Aufruf zum Einsatz fĂŒr MenschenwĂŒrde, Lebensrecht und echte Kommunikation. Mit Hartwig gibt es immer Alternativen, immer Licht am Ende des Tunnels. Dies ist ihre tiefste Ăberzeugung, ungeachtet des Spotts und Hasses, der auch ihr entgegengeschlagen ist. Aber sie wurde gehört.
Im GesprĂ€ch erzĂ€hlt sie: âEines möchte ich hier festhalten: Ich war beruflich mehrmals in einer MĂ€nnerdomĂ€ne. Noch nie wurde mir etwas verweigert, streitig gemacht, weil ich eine Frau bin. Auch privat gab und gibt es bei mir keinerlei Diskussionen, was Frauen- oder MĂ€nnerarbeit ist. GlĂŒck gehabt, sagen einige. Ich sage: Klar und unmissverstĂ€ndlich Standpunkt vertreten â funktioniert auch.â
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Brosius-Gersdorf, die scheinbar keine Alternative zu legalisierten SpĂ€tabtreibungen sieht, sollte man ausrufen: âGeht nicht gibtâs nicht!â Hartwig legt auch hier den Finger in die Wunde, aber nur, damit die Wunde heilen kann, die schlechten Keime herauskommen und ersetzt werden durch das Gute. âDu hast nichts zu verlieren, auĂer deiner Angstâ â Hartwig spricht aus Erfahrung. Sie zeigt, wie aus Tiefpunkten Höhepunkte und Kraftquellen nicht nur fĂŒr sich selbst werden. Denn, wie sagte noch der verstorbene österreichische Schriftsteller Karl Kraus, den auch Hartwig zitiert: âMan muss nicht das Gescheite tun, sondern das Bessere.â
Renate Hartwig: Du hast nichts zu verlieren, auĂer deiner Angst,
Danke Simone Voss, dass Du uns an Deinem wichtigen Erlebnis mit den Ameisen teilhaben lĂ€sst. Ja, es wird Zeit innezuhalten um von den Ameisen zu lernen! Nicht nur der Ameisenfleiss, auch die Weitsicht und ihre BaukĂŒnste sind faszinierend und wichtig!
Hier bitte Simones Erlebnis:
Vorgestern Abend habe ich versehentlich eine Wasserflasche offengelassen. Gestern Morgen bemerkte ich, dass Dutzende von Ameisen hineingefallen waren. Sie zitterten auf der WasseroberflÀche und klammerten sich ans Leben.
Auf den ersten Blick sah es aus, als wĂŒrden sie sich gegenseitig nach unten drĂŒcken, um selbst zu ĂŒberleben. Von einem Telefonat abgelenkt, ging ich weg. Es waren ja nur Ameisen đ âŠ
Einige Stunden spĂ€ter schaute ich noch einmal nach â und was ich sah, erschĂŒtterte mich zutiefst.
Die Ameisen lebten noch.
Sie hatten eine lebendige Pyramide gebildet: Die unteren trugen die oberen. In aller Ruhe wechselten sie ihre Positionen. Keine Panik. Kein Chaos. Niemand versuchte, sich selbst zuerst zu retten.
Jede Ameise schien bewusst dorthin zu gehen, wo es am schwersten war â um andere zu stĂŒtzen.
Ich war tief berĂŒhrt von dieser stillen Form der Zusammenarbeit. Vorsichtig tauchte ich einen Löffel ins Wasser. Eine nach der anderen kletterten die Ameisen hinauf und entkamen.
Doch als eine gerade dabei war, sich in Sicherheit zu bringen, rutschte sie aus und fiel zurĂŒck.
Was dann geschah, bewegte mich mehr als jeder Film es je könnte:
Die letzte Ameise â bereits in Sicherheit â drehte sich um, sprang zurĂŒck ins Wasser und umarmte die Gefallene.
Gemeinsam, mit meiner Hilfe, kletterten sie wieder hinaus â lebendig. G e – m e i n – s a m âŠ
Ich stand da, demĂŒtig. Und irgendwie beschĂ€mt.
Denn wir Menschen vergessen so oft, zu helfen. So selten kehren wir zurĂŒck, um jene zu retten, die zurĂŒckgeblieben sind.
Wahre StĂ€rke liegt nicht darin, allein aufzusteigen. Sie liegt in der Einheit. Im Miteinander. Im Nicht-ZurĂŒcklassen.
Und wenn wir je vergessen, wie man mit WĂŒrde lebt â dann ist es vielleicht an der Zeit, von den Ameisen zu lernen.
Das erste Buch meiner Sommer Trilogie ist absofort lieferbar!
Wegen hoher Nachfrage, eine um 100 Seiten erweiterte Neuauflage von: „Du hast nichts zu verlieren, auĂer deiner Angst“ â ISBN: 978-3-384-64320-9
ErhÀltlich in jedem Buchladen sowie online auf Tredition.
„Renate Hartwig beschreibt mit Beispielen aus ihrem eigenen Leben, wie mutige Entscheidungen ihren Lebensweg geprĂ€gt haben: Nur wer wagt, kann gewinnen. Dieses Wagen durchzieht ihr Leben. Spannend, oft aufregend, vor allem voll ausgefĂŒllt mit prallem tollem Leben, fĂŒr das sie tĂ€glich dem Himmel dankt! Von diesem Leben erzĂ€hlt Renate Hartwig ein paar sehr persönliche Geschichten.“
Ein Tag wie jeder andere? Eigentlich schon, denn ich komme tÀglich ganz gut mit mir zurecht!
Mit meinen Fehlern und SchwÀchen habe ich einen Waffenstillstand geschlossen.
Normen und Konventionen sind oft AnzĂŒge, in die man sich hineinzwĂ€ngt. Heute kann ich sagen: Dank meiner Eltern habe ich sehr frĂŒh gelernt, mich um-zu-ziehen, frei zu machen von den ZwĂ€ngen, vom Angepasstsein und Bequemes zu tragen!
Von Jahr zu Jahr habe ich gelernt JA zu sagen, zu den FĂ€higkeiten die in mir angelegt sind, die mir viel Freude bereiten und mich weiterbringen. Von Kindesbeinen an ist mir Schreiben ĂŒber Menschen und der Kontakt mit Menschen wichtig.Â
Der lÀngste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Der ist schon eine Weile her. Nun bin ich im SpÀtsommer angekommen. Vom Lebenszyklus her, gehe ich in Richtung Oktober. Na und?
Da wird geerntet und neu gepflanzt! Ich pflanze jetzt einige neue BĂ€ume. An denen hĂ€ngen Buchstaben, die ich weiter pflĂŒcke und zwischen zwei Buchdeckel setze â dies wird so bleiben. Auch wenn der goldene Herbst und der Winter kommt!
Jeden Tag danke ich fĂŒr mein bisher gelebtes Leben. Möchte keine Höhen und Tiefen missen! Keine Frage, diese haben mich geprĂ€gt, stark gemacht um auch, wie jetzt im SpĂ€tsommer des Lebens weiterhin voll durchstarten zu können.
Denn wer schreibt â bleibt!
Herzliche GrĂŒĂe von meinem Start ins neue Lebensjahr sendet
Der Konflikt der Generationen ist ein langjĂ€hriger und anhaltender Streit zwischen verschiedenen Altersgruppen. Es geht um die unterschiedlichen Werte, Ăberzeugungen und Verhaltensweisen, die in verschiedenen Generationen vorherrschen.
Ein Hauptaspekt des Konflikts der Generationen ist die Kluft zwischen Ă€lteren und jĂŒngeren Menschen. Ăltere Menschen haben oft eine andere Lebenserfahrung und Ereignisse erlebt, die ihre Einstellungen und Werte geprĂ€gt haben. JĂŒngere Menschen hingegen wachsen in einer anderen Zeit auf und haben andere Erfahrungen gemacht, die ihre Wahrnehmung der Welt beeinflussen. Dies fĂŒhrt oft zu Meinungsverschiedenheiten und Konflikten in Bezug auf soziale und politische Themen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der technologische Fortschritt. Ăltere Generationen haben oft Schwierigkeiten, mit der schnellen Entwicklung von Technologie und den Sozialen Medien Schritt zu halten, wĂ€hrend jĂŒngere Generationen mit diesen neuen Technologien aufgewachsen sind und sie als selbstverstĂ€ndlich betrachten. Dies kann zu Spannungen fĂŒhren, wenn Ă€ltere Menschen das GefĂŒhl haben, von der technologischen Entwicklung abgehĂ€ngt zu werden, wĂ€hrend jĂŒngere Menschen das GefĂŒhl haben, dass Ă€ltere Menschen technologisch rĂŒckstĂ€ndig sind.
DarĂŒber hinaus gibt es auch Unterschiede in Bezug auf politische Ansichten, Religion, Arbeitsmoral, Freizeitverhalten und in vielen anderen Bereichen. Jede Generation hat ihre eigenen einzigartigen Merkmale und diese können zu Konflikten fĂŒhren, wenn die Meinungen und Ăberzeugungen aufeinanderprallen.
Es ist wichtig, dass Menschen aller Generationen offen fĂŒr neue Erfahrungen und Perspektiven sind und versuchen, die Unterschiede zwischen den Generationen zu ĂŒberbrĂŒcken, um Konflikte zu vermeiden. Und das geht nur mit Kontakten. Ein respektvoller Dialog und gegenseitiges VerstĂ€ndnis sind der SchlĂŒssel zur Lösung des Generationenkonflikts. Nicht immer leicht, manchmal sehr schwer, sogar ab und zu nicht machbarâŠâŠund doch lohnt es sich nicht aufzugeben. RH
Internationaler Frauentag, Weltfrauentag oder Frauentag sind Namen von einem Tag, der jĂ€hrlich am 8. MĂ€rz gefeiert wird. Er entstand vor dem Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung. Es waren sozialistische Organisationen die das Wahlrecht fĂŒr Frauen sowie fĂŒr die Rechte von Arbeiterinnen kĂ€mpften. Damals richtig und wichtig. Wahlrecht fĂŒr Frauen erkĂ€mpften Frauen. Doch nun schaue ich 2025 â gerade am Tag der Frauen â mit gerunzelter Stirn auf einige unserer Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts.
Nein, wir brauchen heute weder fĂŒr Wahlrecht noch fĂŒr Gesetze zu kĂ€mpfen, in denen die Rechte fĂŒr Frauen festgeschrieben werden. Die gibt es. Da ich schon lĂ€ngere Zeit auf der Welt bin, habe ich so einige Etappen als Frau hinter mir. Nur eins möchte ich hier festhalten, ich begab mich beruflich nicht nur einmal in eine MĂ€nnerdomĂ€ne und noch nie wurde mir etwas verweigert, streitig gemacht, weil ich eine Frau bin. Auch privat gab und gibt es keinerlei Diskussionen was Frauen oder MĂ€nnerarbeit ist. GlĂŒck gehabt, sagen einige.
Ich erlebte vor ĂŒber 50 Jahren die Welle der Emanzipation. Die Pille kam 1961 aus den USA bei uns auf den Markt. Zuerst war sie nur fĂŒr verheiratete Frauen erhĂ€ltlich. Sie galt, trotz Nebenwirkungen, als Meilenstein der UnabhĂ€ngigkeit. Ich nahm sie wohl wegen den ErzĂ€hlungen der unangenehmen Nebenwirkungen nie. Doch erinnere ich mich noch gut an meine erste, streng glĂ€ubige Schwiegermutter und deren Frage, ob ich die Pille nehme. Sehe noch ihre Freude bei meinem Nein.
Heute kommt des Ăfteren von der weiblichen Enkelgeneration der Vorwurf, wir die GroĂmuttergeneration, habe dieses hormonelle VerhĂŒtungsmittel zu verantworten. Stimmt, auch ich habe damals die Pille begrĂŒĂt â auch in meiner politischen Arbeit dafĂŒr gestritten. Der Grund waren diese Abtreibungen auf dem KĂŒchentisch im Hinterzimmer der sogenannten âEngelmacherinnenâ! Sie agierten mit ĂŒbelsten Methoden um einen Schwangerschaftsabbruch herbeizufĂŒhren. Die TodesfĂ€lle der jungen Frauen hĂ€uften sich. Das war der Anlass, sich damals damit auseinanderzusetzen.
Heute kann bei uns jede Frau selbst ĂŒber ihren Körper entscheiden und das ist richtig so.
Doch stellt sich mir die Frage, ob wir Frauen es nicht oft selber vermasseln mit unserer Gleichstellungsdiskussion? In einer unserer âBegegnung der Generationenâ sprach ein Mann (Mitte 40) aus, was alle anwesenden MĂ€nner bestĂ€tigten. Frauen wollen beides: Gleichberechtigte Partnerinnen sein, zeitgleich benehmen sie sich wie Prinzessinnen die alles abgenommen haben wollen, was ihrer Ansicht nach âMĂ€nnersacheâ ist. Finden es selbstverstĂ€ndlich mit Blumen oder Geschenken verwöhnt zu werden, weil sie ja Frauen sind. Sehen sich benachteiligt bei FamiliengrĂŒndung und missverstanden, wenn sie sich im Beruf auf eine höhere Position bewerben.
Mein Einwand war, Gleichberechtigung heiĂt fĂŒr mich im beruflichen wie im privaten Bereich, Hinhören, VerstĂ€ndnis, Toleranz, WertschĂ€tzung und RĂŒcksicht. Â
Den Frauen, die annehmen, es sei ein Zeichen ihrer Emanzipation, wenn der Mann seine Hemden selber bĂŒgelt, denen sag ich aus meiner Lebenserfahrung leise ins Ohr, dĂŒnnes Eis. Ich kenne so manche Beziehung, die wegen einer falsch verstandenen Emanzipation in die BrĂŒche ging.
2025 steht bei uns fĂŒr die jungen Frauen die Welt offen. Und das ist richtig und wichtig!
Es gibt sie dennoch weiterhin, die notwendigen Diskussionen ĂŒber Gleichberechtigung. Und genau dabei fĂ€llt mir aus dem Lied âMĂ€nnerâ von Grönemeyer die Frage ein âWann ist ein Mann ein Mannâ?
Gerade am Frauentag möchte ich nicht versÀumen aus meinem NÀhkÀstchen zu plaudern.
Mit der Definition Vollweib kann ich mich identifizieren. Es hat mir weder beruflich noch privat geschadet. Vielleicht kommt sie daher, meine Zufriedenheit und mein GlĂŒck im Privaten, wie im Beruf.  Meine Mutter und mein Vater haben in ihrer Generation eine ganz andere schwere Zeit erlebt. Doch sie haben mir tatsĂ€chlich das vorgelebt, was man heute Emanzipation nennt. DafĂŒr danke ich heute noch.
Immer wieder werde ich gefragt, wie ich eigentlich dazu kam, mich so intensiv in unser Gesundheitssystem einzuarbeiten. Als 2007 alles begann hatte ich keine Krankheitsgeschichte. Die muss man auch nicht haben, um sich fĂŒr eine Sache zu interessieren und sich dafĂŒr einzusetzen. Ich kam aus keiner Selbsthilfegruppe, arbeitete nicht im Gesundheitswesen, also was war der Anlass, um mich mit dem völlig absurden Gesundheitswesen zu befassen? NatĂŒrlich gibt es ein SchlĂŒsselerlebnis und in diesen Tagen jĂ€hrt es sich zum 17. Mal.
Es war der Tag, an dem ich im Sprechzimmer meines Hausarztes unsanft gezwungen wurde, in die Schlangengrube einer Gesundheitsmafia zu sehen. Es war Ende Januar 2007, als alles begann und sich fĂŒr mich alles Ă€nderte:
Da saĂ ich mit meiner HalsentzĂŒndung im Sprechzimmer meines Hausarztes. Ich war allein, der Doktor war kurz raus gegangen. Plötzlich bewegte sich das Bild auf seinem Computerbildschirm. Ich konnte es von der Seite sehen. Ein breiter roter Streifen lief ĂŒber den PC, der sich immer wiederholte. Ununterbrochen lief der Hinweis: âDie Behandlungszeit fĂŒr diesen Patienten ist abgelaufenâ Ich war ziemlich schockiert. Bisher gab es im Sprechzimmer nur den Arzt und mich. Aber auf einmal hatte ich das GefĂŒhl, als wĂŒrde ein Fremder zwischen uns sitzen und bestimmen, dass ich jetzt zu gehen hĂ€tte. Aber ich konnte diesen Fremden nicht sehen und fragte mich: Wer entscheidet hier eigentlich, wie lange der Arzt mit mir reden darf? Ich wollte das verstehen, und als der Arzt zurĂŒckkam, habe ich ihn sofort auf dieses Laufband angesprochen. Er war ziemlich ĂŒberrascht, es passte ihm nicht, dass ich den Hinweis auf seinem Bildschirm bemerkt hatte, und er sagte nur:
âAch wissen Sie, das ist das System.â
Ich wollte, dass er mir das erklĂ€rt, aber er meinte: âDazu reicht mein Budget nicht!â Ich war irritiert â bisher hatte ich nicht gehört, dass der Arzt fĂŒr mich ein Budget hat. Bis dahin war ich immer voll Vertrauen zum Arzt gegangen, aber die Minuten in diesem Behandlungszimmer waren fĂŒr mich wie ein Schock.
Es war der Aufbruch in eine neue Welt, von der ich wenige Augenblicke vorher im Wartezimmer noch keinen blassen Schimmer hatte.
Das war es, dieses SchlĂŒsselerlebnis, wie ich zu dem Thema kam. Bis heute habe ich nun 17 lange Jahre versucht, den Spagat zwischen den Welten Arzt und Patient, zu ergrĂŒnden und zu verstehen.
Wehre mich seit Jahren öffentlich gegen Ungerechtigkeiten gegenĂŒber Kassenpatienten. Es gibt nicht mehr viel, was ich in diesem System nicht erlebt habe. Alle meine Versuche den Knoten zu lösen, gegenseitiges VerstĂ€ndnis aufzubauen, Arzt fĂŒr den Kassenpatienten und umgekehrt, scheiterten. Es klingen alle VorgĂ€nge gleich, in Diskussionen mit Ărzten geht es gebetsmĂŒhlenartig immer um die Honorarfrage.
Der um sich greifende Frust vieler Ărzte gegen Kassenpatienten in einen Dialog zu wandeln, ist und bleibt mĂŒhsam. VorwĂŒrfe der Ărzteschaft gegenĂŒber uns Patienten, uns wĂŒrden ihre berufspolitischen Probleme nicht interessieren, kann ich nicht so stehen lassen. Denn ĂŒber 50 000 BĂŒrgerpatienten sind 2008 und 2009 bereit gewesen, zusammen mit der Ărzteschaft, gegen die Entwicklungen im Gesundheitswesen zu demonstrieren. (Siehe Internet: Renate Hartwig Olympiastadion)
Mir wurde einst von Ărzteseite gesagt, Arzt und Patient sitzen in einem Boot. Bis ich dann sehr unsanft wahrnehmen musste, wir Patienten wurden nur zugelassen im Beiboot und ausschlieĂlich geduldet, um zu rudern. Was diesen Spruch, im selben Boot sitzen betrifft, Ă€uĂerte der PrĂ€sident des Bundesverfassungsgerichtes: âWer ausruft: Wir sitzen alle in einem Boot, will meistens nur gerudert werden“!
So stelle ich mir ein gemeinsames Ringen gegen die Entwicklung nicht vor! Was die niedergelassene Ărzteschaft an ihrer eigenen FunktionĂ€rsebene, nĂ€mlich der Ă€rztlichen Selbstverwaltung kritisiert und dass meist hinter vorgehaltener Hand:
Funktionieren nach Befehl und Gehorsam, EntmĂŒndigung, AbhĂ€ngigkeit, sowie Bittsteller zu sein, genau das praktizieren inzwischen immer mehr Ărzte, mit uns Kassenpatienten!
Genau deshalb thematisiere ich: Was macht dieses kranke System mit uns Patientenschaft – mit den Ărzten – mit uns als Gesellschaft – wenn wir es weiter zulassen!?
Danke fĂŒr das Teilen meiner BlogbeitrĂ€ge. Denn wir benötigen eine breite Diskussion ĂŒber die HintergrĂŒnde dieser Ungereimtheiten, die uns als Patienten begegnen. Die uns aufregen, verunsichern und unser Vertrauen in die Ărzteschaft belasten. Nur wenn wir mit Wissen auf Augenhöhe in die Praxen gehen, die Ărzteschaft dies registriert, können wir etwas Ă€ndern!
WĂŒnsche eine gesunde Woche, bis nĂ€chsten Montag.
Fortsetzung unter der Kategorie âPatient informiert sichâ und „Gesellschaft“ folgt nĂ€chsten Montag fĂŒr KW 6 zum Thema: Das völlig absurde Abrechnungssystem bei gesetzlich Versicherten
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